Blumenpracht für Bienen in Hohenweiler intakt

Es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, zeigt aber auf, wie es gemacht werden könnte.
Hohenweiler Auf den Feldern beim Kloster Gwiggen in Hohenweiler wird die erste Heuernte eingefahren – und in einer kleinen Ecke des viele Hektar großen Feldes fährt Johanna Steurer mit dem großen Heuwender vorsichtig vorbei, denn hier hat die Mähmaschine eine kleine Fläche ausgespart. „Das war keine Frage, diese kleine Blumenwiese haben wir selbstverständlich stehen gelassen“, hält sie mit Bestimmtheit fest.
Aufzeigen, wie es geht
Sehr zur Freude der Imker blieb es ein kleines Blütenparadies für die Bienen, die hier von Margerite zu Margerite summen, um ihre so wichtige Ernte abzuholen. Es ist zwar nur der vielzitierte Tropfen auf den heißen Stein und die Menge an Honig, die hier zu holen ist, ist marginal, und überdies gibt es viele Blumenarten, die für Insekten ertragreicher sind.
Aber es ist vor allem für alle, die hier vorbeikommen, ein wichtiger Denkanstoß, wie man Bienen helfen kann: die Blumenpracht solange stehen lassen, bis die Besamung durch die Honigbienen, aber auch eine Vielzahl anderer Insekten, stattgefunden hat.
Weltbienentag der UNO
Viele Experten beklagen seit Jahren den dramatischen Artenschwund – Düngung, Pestizide und vieles mehr setzt den Insekten in dramatischer Weise zu. Vor allem aber macht die Intensivlandwirtschaft den Insekten zu schaffen. Zum Schutz der Bienen hat die UNO sogar den Weltbienentag ins Leben gerufen.
Rund 700 Bienenarten gibt es derzeit in Österreich, Dutzende gelten bereits als ausgestorben. Anders als die Honigbienen, denen als „Haustiere“ von den Imkern im Notfall mit Zuckerwasser über die Runden geholfen wird, sind die Wildbienen auf sich allein gestellt und wenn ihnen das Futter entzogen wird, haben sie keine Überlebenschance.
Ins eigene Fleisch schneiden
Aus China kommen regelmäßig Meldungen, dass dort bereits der Mensch einspringen muss, um in Obstplantagen die Bestäubung zu übernehmen, weil der Bienenbestand durch den Chemieeinsatz in der Landwirtschaft soweit dezimiert wurde, dass es die summenden Helfer nicht mehr schaffen, für ausreichende Befruchtung der Obstbäume zu sorgen. Soweit ist es bei uns noch nicht gekommen, aber die Einsparung von Chemieeinsatz und ein Abwarten beim Abmähen der Wiesen könnte den Bienen und auch anderen Insekten sehr weiterhelfen. Ein gutes Beispiel sind unsere Nachbarn in Bayern: dort wurde bereits ein Volksbegehren „Rettet die Bienen“ initiiert, um die Politik zu entsprechenden Maßnahmen zu drängen. Und auch in Baden-Württemberg gibt es ähnliche Bestrebungen. Soweit sollte es bei uns erst gar nicht kommen, Platz für Blumen ist auch im kleinsten Garten, wenn denn nicht bei jeder Gelegenheit alle Blume weggemäht werden. STP
„Das war keine Frage, diese kleine Blumenwiese haben wir selbstverständlich stehen gelassen.“
