1,9 Mill. Covid-Tests an Schulen

Vorarlberg / 05.07.2021 • 20:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Corona-Selbsttests wird es an den Schulen auch zu Beginn des kommenden Schuljahres geben.APA
Die Corona-Selbsttests wird es an den Schulen auch zu Beginn des kommenden Schuljahres geben.APA

Zahl der Testverweigerer bei 0,5 Prozent. Optimismus in Hinblick auf neues Schuljahr.

Bregenz Schule soll nie mehr so sein wie im abgelaufenen Jahr. Einem halbwegs geordneten Start folgten Lockdowns, Fernunterricht, Schichtbetrieb. Erst ab dem 17. Mai durften wieder alle Schüler in die Schule kommen. „Die Belastung war enorm, Schulleiter sowie Pädagoginnen und Pädagogen, aber auch die Bildungsdirektion haben Großartiges geleistet“, bedankt sich Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink für die vielen Aktivitäten wie Distance Learning, Organisation oder Testabwicklung.

Eine geschätzte Impfquote bei den Lehrern von 80 Prozent soll gewährleisten, dass zu den bisher 1460 positiv getesteten Schülern sowie 330 Lehrern (Stichtag 1. Juli) nicht mehr viele im neuen Schuljahr dazukommen. Wermutstropfen: Von den Elementarpädagoginnen, die mit Kindern den engsten Kontakt pflegen, sind nur rund 50 Prozent geimpft. Das sorgt bei den Verantwortlichen ebenso für Ratlosigkeit wie die Tatsache, dass sich die Pflichtschullehrervertretung bei allem Respekt für die Freiwilligkeit der Impfung bisher nicht einmal zu einer Impfempfehlung durchringen konnte.

Schwieriger Spagat

„Die Schule soll nicht nur ein Ort des Lehrens und Lernens, sondern vor allem auch ein sicherer Ort sein“, formuliert Evelyn Marte-Stefani ihren Wunsch fürs kommende Schuljahr. Mit 1,9 Millionen durchgeführten Tests (Stichtag 1. Juli) versuchte man im vergangenen Jahr diesem Anspruch gerecht zu werden. „Das Herausforderndste in dieser schwierigen Zeit war für uns das Spannungsverhältnis zwischen den extremen Haltungen einiger Eltern: jenen, denen die Maßnahmen zu weit gingen und jenen, denen sie zu lax erschienen“, berichtet Marte-Stefani. Zum Schulschluss hin verboten noch 0,5 Prozent der Eltern ihren Kindern den Schulbesuch wegen Masken- und/oder Testpflicht.

Tests im neuen Schuljahr

Die Teststragie wird auch am Beginn des neuen Schuljahres fortgesetzt. Dazu soll es eine professionelle Begleitung der Schulen geben, um das vergangene Schuljahr aufzuarbeiten und allfällige Erkenntnisse oder auch notwendige Maßnahmen daraus ableiten zu können.

Massiv ausgebaut wird das digitale Arsenal der Schulen. So stattet der Bund Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Schulstufe mit digitalen Endgeräten aus. 7300 Schüler in 353 Schuklassen erhalten ab September ein neues Notebook oder Tablet. Die Eltern übernehmen dabei einen Selbstbehalt von 25 Prozent. Das Land schnürt in eigenen Zuständigkeitsbereichen – Pflichtschulen und Berufsschulen – ein Digitalisierungspaket. Dazu gehört die Herstellung leistungsstarker Glasfaseranbindungen und die Anschaffung von EDV-Ausstattungen sowie die Modernisierung der iT-Infrastruktur an Schulen gemeinsam mit den Gemeinden. Zwischen 2021 und 2023 sollen in Summe fast sechs Millionen Euro für diese Vorhaben von Landesseite fließen.

Sommerschule

„Am Ende der Intensivphase in der Vorbereitung“ steht laut Andreas Kappaurer (60), dem pädagogischen Leiter der Bildungsdirektion, die Sommerschule. „Wir werden 56 Standorte für 2500 angemeldete Schülerinnen und Schüler haben“, verkündet Kappaurer. Unterrichtet werden die Kinder von 60 ausgebildeten Lehrern und 60 Lehramtsstudenten. Die Sommerschule findet in den letzten beiden Ferienwochen statt. Sie soll Schülerinnen und Schülern mit Lerndefiziten eine gute Vorbereitung auf das neue Schuljahr gewährleisten.

„Die Schule soll nicht nur ein Ort des Lernens sein, sondern vor allem sicher.“