Sommerschule: Bildungsministerium fordert neue Lehrer-Rekrutierungsoffensive

Vorarlberg / 12.07.2021 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Sommerschule: Bildungsministerium fordert neue Lehrer-Rekrutierungsoffensive
Büffeln im Sommer. Vielen Kindern soll das helfen, nach Corona gut ins kommende Schuljahr zu starten. Gesucht werden dringend Lehrpersonen. STOISER

“Jedes für die Sommerschule angemeldete Kind muss einen Platz bekommen”, sagt Sprecherin Debora Knob.

Wien, Bregenz Die vn.at-Berichte über die Probleme beim Rekrutieren von Lehrern für die Sommerschule in Vorarlberg haben im Wiener Bildungsministerium Reaktionen ausgelöst. Es könne nicht sein, dass Kinder und Jugendliche, die den Förderunterricht brauchen, dort nicht unterkommen, heißt es vom Minoritenplatz.

Flexibilität gefragt

Laut Auskunft der Vorarlberger Bildungsdirektion können 200 Gymnasiasten und 70 Volksschüler nicht in der an 56 Standorten stattfindenden Sommerschule aufgenommen werden. Grund dafür ist ein eklatanter Mangel an Personal. Der Lustenauer Volksschuldirektor Christoph Wund (58) macht unter anderem den Wiener Zentralismus dafür verantwortlich, dass zu wenige Lehrer für den Unterstützungsunterricht in den letzten beiden Ferienwochen rekrutiert werden konnten. Aufgrund der strengen Vorgaben des Bundes sei es schwierig, Lehrpersonen zu gewinnen. Diese müssten sich für die vollen zwei Wochen verpflichten und könnten nicht nur tageweise unterrichten. “Das schreckt Kollegen, die grundsätzlich für die Sommerschule zu gewinnen wären, ab.”

Rekrutierung ankurbeln

Debora Knob, Sprecherin des Bildungsministeriums, dementiert das. “Eine solche Vorgabe gibt es von uns nicht.” Man könne nicht tolerieren, dass für angemeldete Kinder und Jugendliche mit einem Lernbedarf in der Sommerschule kein Platz sei. “Das Projekt ist für uns sehr wichtig. Jedes Kind, das es braucht, muss dort unterrichtet werden können”, betont Knob.

Das Projekt ist uns sehr wichtig. Jedes Kind, das es braucht, muss dort unterrichtet werden können.”

Debora Knob, Sprecherin Bildungsministerium

Die Deadline fürs Rekrutieren von Personal gelte nicht, die Vorarlberger Bildungsdirektion müsse die Suche noch einmal intensiv ankurbeln. Wie man das konkret anstellen soll, kann die Ministeriumssprecherin nur vage erläutern. “Die Suche muss sich auch auf Lehramtsstudentinnen und -studenten außerhalb Vorarlbergs erstrecken”, hat sie einen Vorschlag.

2500 Schüler

Die Sommerschule erlebt heuer ihre zweite Auflage. Sie wurde während der Coronakrise im vergangenen Jahr aus der Taufe gehoben. Kindern und Jugendlichen mit Lerndefiziten soll durch den täglichen Unterricht in den letzten beiden Ferienwochen die Möglichkeit geboten werden, Versäumtes nachzuholen und sich gut auf das neue Schuljahr vorzubereiten.

In Vorarlberg konnten an den 55 Standorten bisher 67 Studierende und 116 Lehrpersonen für 172 Gruppen mit insgesamt rund 2500 Schülern als Unterrichtende gewonnen werden.