Liebeszauber im Advent. Eine Adventgeschichte in 25 Kapiteln von Heide Flatschacher (Teil 8/25 – gekürzte Fassung)

Am nächsten Morgen fuhr Sarah mit Ella nach Salzburg und holte mit ihrer Hilfe die wichtigsten Dinge aus der gemeinsamen Wohnung. Ihre Freundin Ella war ihr eine große Hilfe. Sie half Sarah nicht nur beim Umzug, sondern fand für sie auch eine Wohnung in Bertas Nähe, direkt am Dornbirner Marktplatz. Außerdem machte sie ihr ein fulminantes Jobangebot. Ella hatte ein halbes Jahr zuvor eine Bäckerei am Marktplatz in Dornbirn übernommen.
Sie war klein und das Interieur etwas altbacken, was aber nicht schadete, sondern den Räumen einen speziellen Charme gab. Ella träumte davon, das Angebot der Bäckerei zu erweitern und außer Brot auch andere gebackene Köstlichkeiten und selbst gemachte Schokolade anzubieten. Nun bot sie Sarah eine Beteiligung von 30 Prozent am Geschäft an.
Sarah griff sich an die Stirn. Warum kamen ihr gerade heute diese Gedanken in den Sinn, warum gerade jetzt? Ja, es war wegen Daniel. Daniel weckte etwas in ihr, das sie schon lange verloren geglaubt hatte. Konnte man sich in so kurzer Zeit in jemanden verlieben? Nach der ganzen Grübelei beschloss Sarah, sich nun doch ein Glas Wein einzuschenken und einfach abzuwarten, was die folgenden Tage bringen würden. Daniel konnte sich am nächsten Tag kaum auf seine Arbeit konzentrieren. Immer wieder musste er an Sarah denken. „Ich glaube“, sagte er zu sich selbst, „ich muss sie auf einen Kaffee einladen, und dann werden mir die ganzen Flausen schon wieder aus dem Kopf gehen.“ Vier Tage später fasste sich Daniel ein Herz. Er näherte sich Sarah auf dem Schulhof und sprach sie an.
„Sarah?“
„Hm?“
„Ich möchte dich gerne auf einen Kaffee einladen und dir zeigen, dass ich nicht der Brummbär bin, für den du mich halten musst. Hast du Lust? Morgen um drei? Dann kannst du dich um vier damit herausreden, dass du Jonas abholen musst, wenn du keinen Spaß hast, und hilfst mir zugleich, rechtzeitig bei Felix zu sein.“ Mit einem schiefen Grinsen schaute er sie an.
„Ich würde gern mit dir etwas trinken gehen, Daniel.“ In seinem Bauch spürte er ein kleines, hibbeliges Kribbeln: „Na dann, bis morgen! Um drei im Café Oberdorf?“
Er strich kurz über ihren Arm und wandte sich seinem Sohn zu, der auf ihn zustürmte. „Komm, mein Kleiner, auf geht´s!“
Sarah starrte ihm nach. „Wow, der schaut nicht nur von vorne unglaublich gut aus“, dachte sie bei sich und wurde feuerrot, als Daniel sich noch einmal nach ihr umdrehte und ihr zuwinkte. Bestimmt hatte er mitbekommen, dass sie wie ein hypnotisiertes Kaninchen auf sein Hinterteil gestarrt hatte. „Was war das denn, Paps?“, fragte Felix, kaum dass er sich angeschnallt hatte. „Hast du tatsächlich Jonas´ Mutter zu einem Date eingeladen?“
„Und, was hältst du davon?“
„Es ist o.k. Sie ist ein bisschen klein für dich, aber du musst sie ja nicht gleich heiraten. Und es gibt auch hohe Schuhe zu kaufen.“ Daniel lachte laut auf und fuhr sie beide nachhause.