Adelsfamilie hat ein Herz für Tiere

Ein Standort ist gefunden, jetzt fehlt noch das Okay des Landes.
Hohenems Waltraud hat Glück, dass sie noch lebt. Das Waldkauzweibchen wurde kurz vor Weihnachten in Schruns stark unterkühlt und dehydriert gefunden.
„Der Jäger hat sie zu mir gebracht. Mithilfe einer vogelerfahrenen Freundin ist es gelungen, sie mehrmals zu füttern, bis sie sichtbar wieder munterer und eindeutig wärmer wurde“, berichtet Tierärztin Sonja Kieber. Am nächsten Tag waren dann die ehrenamtlichen Mitglieder der Wildtierhilfe Vorarlberg zur Stelle. Sie nahmen die gefiederte Waldbewohnerin mit, pflegten sie gesund und wilderten sie an ihrem Fundort wieder aus.
In den anderen Bundesländern werden verletzte, kranke oder verwaiste Wildtiere in der Regel nicht in den privaten Räumlichkeiten von Vereinsmitgliedern, sondern in einer offiziellen Wildtierstation betreut. In Vorarlberg gibt es eine solche Anlaufstelle bislang nicht. Das soll sich allerdings bald ändern.
Mit adeliger Hilfe
„Die Wildtierstation ist wie ein Tierheim, nur eben für Wildtiere in Not.“
Katharina Feurstein, Obfrau Wildtierhilfe
Die Wildtierhilfe Vorarlberg setzt sich seit knapp fünf Jahren für eine Wildtierstation ein. Auch Johanna Kronberger, Obfrau von Birdlife Vorarlberg, unterstützt das Projekt: „Durch den Verlust an Lebensräumen wird es in Zukunft vermehrt zu Konflikten zwischen Tieren und Menschen kommen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass es in Vorarlberg eine offizielle Anlaufstelle für die temporäre Pflege verletzter Wildtiere gibt, die von Fachleuten betrieben wird“, begründet sie. Im Oktober 2018 fand der erste Runde Tisch mit Fachleuten statt. Nun, kurz vor dem Jahreswechsel, kann Obfrau Katharina Feurstein endlich gute Nachrichten verkünden: Franz Clemens Waldburg-Zeil stellt der Wildtierhilfe ein Grundstück in Hohenems zur Verfügung. Die Adresse könnte passender kaum sein „Im Tiergarten“. Nach 1600 soll sich an der Stelle ein gräfliches Gehege befunden haben, in dem zwischen angelegten Wasserfällen und Gräben Hirsche, Gämse, Murmeltiere und Feldhasen gehalten wurden. Auch ein Lusthäuschen und ein Tierwärterhaus gab es dort.

1000 Tiere
In der geplanten Wildtierstation können pro Jahr 1000 Wildtiere aufgepäppelt werden. In der Kalkulation sind Angestellte ebenso vorgesehen wie eine tierärztliche Leitung. Die Pläne und Konzepte für die Station liegen laut Katharina Feurstein auf dem Tisch. Das Widmungsverfahren laufe. „Jetzt fehlt noch die endgültige Zusage der Landespolitik“, hält die Vereinsobfrau fest. vn-ger
