Der Wettbewerb zwischen den Gemeinden spornt an

Vorarlberg / 13.01.2022 • 16:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zahlreiche Projekte in Bregenz zielen auf eine klimafreundliche bzw. -neutrale Entwicklung der Stadt ab. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Zahlreiche Projekte in Bregenz zielen auf eine klimafreundliche bzw. -neutrale Entwicklung der Stadt ab. VN/Paulitsch

Stadt Bregenz plant, bis zum Jahr 2050 energieautonom zu werden.

Bregenz Eines der ersten e5-Projekte der Landeshauptstadt seit der e5-Teilnahme 2008 war die Einführung einer umfassenden Energiebuchhaltung über alle Gebäude und Anlagen der Bregenzer Stadtverwaltung. Dazu wurde das Energieleitbild und die Energiestrategie 2020 partizipativ ausgearbeitet. Seit rund zwölf Jahren funktionieren alle städtischen Gebäude und Anlagen mit 100 Prozent Ökostrom. All diese Projekte sind bereits abgeschlossen, aber e5-ist in Bregenz ein kontinuierliches Programm. Im Oktober 2010 wurde die nachfolgende Klima- und Energiestrategie 2030 einstimmig in der Stadtvertretung beschlossen.

In stetiger Entwicklung

Die Gemeindebetreuer und betreuerinnen des Energieinstituts begleiten die Gemeinden auf ihrem Weg. „Das e5-Programm hat eine wirkungsvolle Community hervorgebracht, die voneinander lernt und sich stetig weiterentwickelt,“ schildert Sandra Schoch als Mitverantwortliche des e5-Programms in Bregenz.

Durch das Programm wird eine gute Vergleichbarkeit von Städten und Gemeinden national und international sichergestellt. In den vergangenen Jahren wurden einige klimafreundliche Projekte in Bregenz umgesetzt.

Vorzeigeprojekte

Im September 2020 ging der neu gebaute Kindergarten St. Gebhard in Betrieb. Auf seinem begrünten Dach wurde eine Photovoltaikanlage mit 15 kWp installiert, die jährlich mehr als 20.000 Kilowattstunden Sonnenstrom erzeugt. Der Kindergarten bezieht 100 Prozent Ökostrom und wird auch klimaneutral mit 100 Prozent Biogas beheizt. Die Kindergartenpädagoginnen sind zum Thema Solarenergie und Photovoltaik geschult und integrieren das Thema einfach und spielerisch in das Kindergartenprogramm.

Konzept der Stadtgärtnerei

Ein weiteres Beispiel ist der naturnaher Schulfreiraum der Mittelschule Rieden: Der Schulinnenhof sowie die Außenbereiche der Schule wurden umgestaltet – mit einem ökologischen und nachhaltigen Konzept der Stadtgärtnerei Bregenz. Der neue Schulfreiraum bietet vielseitige Strukturen und nachhaltige Aufenthaltsqualität für Schülerinnen und Schüler. Mehr als 50 heimische Bäume wurden gepflanzt. Bäume sind ein wichtiger klimaregulierender Faktor und spielen eine tragende Rolle in den kommunalen Klimaanpassungsmaßnahmen.

Energiemasterplan

In Bregenz verfolgt man ehrgeizige Ziele: Bis 2050 will man energieautonom sein, mit Hilfe des Energiemasterplans. Dieser analysiert neben den Energieverbräuchen und der Energieproduktion u. a. den Effekt von Bebauungs- und Bevölkerungsdichten, Wohnungsgrößen, Leerständen und Mindernutzungen sowie die Entfernung von Nahversorgungseinrichtungen bzw. Haltestellen des ÖPNV. Somit kombiniert er Energieverbrauch und -produktion in der Stadt mit räumlichen Strukturen. In Zukunft soll u.a. der Klimaschutz- und die Energie im räumlichen Entwicklungsplan, d.h. Energieraumplanung als neues Thema in die Stadtentwicklung integriert werden. Die Biomasseheizkraftwerke (Rieden – im Bau, Weidach) sollen umgesetzt werden. Mit Seewasser zum Heizen und Kühlen in Hallenbad, Festspielhaus, „Bregenz Mitte“ und Teilen der Innenstadt. Auch im Mobilitätsbereich gibt es Vorhaben. Mehr Fuß- und Radwege, „autofreie“ Innenstadt, Temporeduktion, Weiterentwicklung und Taktverdichtung von Land- und Stadtbus.

Klimaneutrale Stadtverwaltung

So geht es in Bregenz nun weiter: „In einem ersten Schritt die klimaneutrale Stadtverwaltung bis 2030 erreichen, d.h. die Bregenzer Stadtverwaltung und ihre Tochtergesellschaften senken die CO2-Emissionen auf Netto-Null“, wünscht sich Sandra Schoch. „Im Weiteren und parallel dazu arbeiten wir an der klimaneutralen Stadt bis spätestens 2050. Bis dahin sind alle CO2-Emissionen aus Wohnen, Arbeiten (Wirtschaft inkl. Land- und Forstwirtschaft), Mobilität und Konsum auf Null abzusenken. Mehr auf: www.bregenz.gv.at/leben/umwelt-energie/e5-programm

Eine klimaneutrale Stadtverwaltung wünscht sich Vizebgm Sandra Schoch.
Eine klimaneutrale Stadtverwaltung wünscht sich Vizebgm Sandra Schoch.

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