Weniger Maske, mehr Hoffnung

Vorarlberg / 02.02.2022 • 20:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ist ebenfalls erleichtert: Elternsprecher Michael Tagger. VN/Paulitsch
Ist ebenfalls erleichtert: Elternsprecher Michael Tagger. VN/Paulitsch

In Turnsälen und bei Volksschülern am Sitzplatz kein Mund-Nasenschutz mehr notwendig.

WIEN, BREGENZ Die Gecko (Gesamtstaatliche Krisenkoordination) hat geurteilt, die Politik entschieden: Ab 7 Februar fällt die Maskenpflicht im Turnunterricht für alle Altersgruppen. Die Empfehlung im Anhang: Der Turnunterricht soll trotzdem möglichst draußen stattfinden. Ein weiterere Lockerungsmaßnahme an den Volksschulen: Ab dem 14. Februar müssen Volksschülerinnen und Volksschüler am Sitzplatz keinen Mund-Nasenschutz mehr tragen. Die anhaltend sehr hohen Infektionszahlen haben mit Verweis auf die stabile Lage in den Spitälern und den milden Verläufen bei der Omikron-Variante keinen Einfluss.

Die Sicherheitsphase gilt an den Schulen bis zum 28. Februar. Die Lage werde im Hinblick auf weitere Schritte beobachtet und in Abstimmung mit den Expertinnen und Experten laufend neu bewertet, heißt es aus dem Bundeskanzleramt. Für die Semesterferien erhalten die Schüler erneut zwei Antigentests, die ihnen einen sicheren Start ins zweite Semester ermöglichen sollen.

„Diese Entscheidung der Politik war zu erwarten, nachdem die Gecko zuvor bereits Lockerungen der Coronamaßnahmen für das gesamte öffentliche Leben empfohlen hatte“, kommentiert Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink (61) die Lockerungsschritte an den Schulen. Sie habe bereits einige Appelle wahrgenommen, vor allem beim Turnen Erleichterungen umzusetzen. „Ich sehe diese Maßnahmen als gute Nachricht für die Schulen“, so Schöbi-Fink. Nicht mehr in den Genuss der Maskenbefreiung im laufenden Semester kommen die Volksschüler. „Dafür die Schüler beim Turnunterricht.“

In Lehrerkreisen werden die Lockerungen mit großer Erleichterung zur Kenntnis genommen. „Vor allem in den Volksschulen hatte das Maskentragen der Schüler auf ihren Sitzen einen negativen Einfluss auf die Pädagogik. Aber auch die Maskenbefreiung im Turnunterricht bedeutet eine Verbesserung der Situation“, sagt Pflichtschullehrervertreter Willi Witzemann (62). Er hofft, dass aus kleinen Schritten bald große werden und geißelt das Versagen der Verantwortlichen der Teststrategie. „Da klappt so vieles nicht. Tests kommen vielfach zu spät. All das bereitet mir viel größere Sorgen als die aktuelle Infektionsentwicklung“, meint Witzemann.

Augenmaß bewahren

Positiv beurteilt auch Pflichtschulelternvertreter Michael Tagger (58) die gesetzten Schritte. „Wir haben im Vorfeld dieser Entscheidung eine Menge Forderungen aus ganz Österreich erhalten, die Maskenpflicht endlich aufzuheben. Natürlich gibt es vereinzelt auch kritische Stimmen dazu. Wir alle sehnen uns wieder nach der Normalität. Wir wollen wieder Schulveranstaltungen durchführen können und einen positiven Geist in den Schulen“, sagt Tagger.

Trotzdem möchte er ein gewisses Augenmaß gewahrt wissen. „Die Grundregeln sollten weiterhin beachtet werden. Alle Vorsichtsmaßnahmen über Bord zu werfen, so wie das etwa in Dänemark oder England passiert, kann’s wohl auch nicht sein.“

„Ich sehe diese beschlossenen Maßnahmen als gute Nachricht für unsere Schulen.“

Volksschüler mit Schutzmaske und Abstand. Das ist kein Unterricht, den sich Kinder, Lehrer und Eltern wünschen.APA
Volksschüler mit Schutzmaske und Abstand. Das ist kein Unterricht, den sich Kinder, Lehrer und Eltern wünschen.APA