Der Topfavorit als Nachfolger von Johannes Rauch

Vorarlberg / 03.03.2022 • 19:10 Uhr
Der Topfavorit als Nachfolger von Johannes Rauch
VN/Stiplovsek

Die grünen Gremien tagen noch. Aber ein Grüner ist Topfavorit für den Landesratsjob.

Lustenau, Bregenz Geboren am 24. Dezember. Ein junger Mann, dessen politische Karriere nur den Weg nach oben kannte und ihm als vorläufigem Höhepunkt das Amt des Landesrats für Mobilität und Umweltschutz bescheren wird.

Der Lustenauer Daniel Zadra ist nicht nur ein „Christkind“ sondern auch ein Kind des Glücks. Als Nachfolger des künftigen Gesundheitsministers Johannes Rauch wird Zadra bald als neues Regierungsmitglied angelobt.

Spannende Familiengeschichte

Die Biografie von Daniel Zadra ist spannend und ganz und gar politisch. Sein berühmtester Vorfahre war der Urgroßvater mütterlicherseits. Oskar Alge hieß er und war einst Bürgermeister von Lustenau. Und zwar in den letzten Kriegstagen. Der bekennende Nationalsozialist bleibt in der Marktgemeinde dennoch positiv in Erinnerung. Am 1. Mai 1945 ließ Alge zum Zeichen der Kapitulation in Lustenau weiße Fahnen hissen, er selbst musste sich vor der Gestapo ausgerechnet im Haus eines ehemaligen politischen Gegners verstecken.

Der Topfavorit als Nachfolger von Johannes Rauch
Daniel Zadra wird Johannes Rauch wohl als Umwelt- und Mobilitätslandesrat beerben. Auch wenn es noch nicht offiziell ist. VN/Sams

Daniel Zadra, studierter Jurist und Politikwissenschaftler, erzählt seine Familiengeschichte offen und stellt sie gerne als Kontrast zu seinem jetzigen politischen Wirken als grüner Politiker dar.

Grün schon in der Schule

Schon in der Schule kam seine grüne Ader zum Vorschein. „Er hat seine grüne Einstellung nie verheimlicht, zeigte großes Interesse an Umweltthemen und brachte dabei immer wieder auch seine Abneigung gegenüber der FPÖ zum Ausdruck“, erinnert sich Zadras damaliger Klassenvorstand Markus Riedmann (61). Zadra blieb politisch punziert in alle Richtungen. So lernte er im Gymnasium seine jetzige Frau kennen, die Tochter des langjährigen Dornbirner Stadtrats Gebhard Greber. Sein bester Schulfreund, ein grüner Gesinnungsgenosse, soll es mit seiner Haltung jedoch übertrieben haben. Der wollte seine Katze zu einer Vegetarierin abrichten.  

Er hat seine grüne Einstellung nie verheimlicht und zeigte großes Interesse an Umweltthemen.”

Markus Riedmann, ehemaliger Lehrer von Daniel Zadra

Pragmatischer Ideologe

Politisch ging es mit dem ehemaligen Pfadfinder von Anbeginn seiner Karriere steil nach oben. Noch 2012 nur einfaches Mitglied der Grünen in Lustenau, zog es ihn schon 2014 als Abgeordneten in den Landtag. 2019 wurde er Klubobmann der grünen Fraktion im Landtag und seit Juni 2021 bildet er gemeinsam mit Eva Hammerer die Doppelspitze der Grünen im Land. Inhaltlich ist er für die Themen Asyl, Landwirtschaft/Ernährung, Daten- und Konsumentenschutz, Europa, Finanzen und Mobilität zuständig. Seine Wahl zum Landesrat für Umweltschutz und Mobilität steht nun unmittelbar bevor. Der Vater zweier kleiner Kinder gilt als grün-ideologisch gefestigt genauso wie pragmatisch beim Finden von Sachlösungen. Einen Namen gemacht hat er sich als leidenschaftlicher Gegner der S18. Man darf gespannt sein, wie pragmatisch sein Weg in dieser Frage mit der völlig anders gepolten ÖVP sein kann.