40.000 offene Anträge auf Entschädigung

Vorarlberg / 12.04.2022 • 20:31 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Müssen Mitarbeiter, die positiv getestet oder Kontaktpersonen sind, in Quarantäne, gibt es eine Entschädigung.AFP
Müssen Mitarbeiter, die positiv getestet oder Kontaktpersonen sind, in Quarantäne, gibt es eine Entschädigung.AFP

Müssen Mitarbeiter in Quarantäne, gibt es eine Vergütung. Diese lässt aber auf sich warten.

Schwarzach „Das Geld fließt sehr langsam“, sagt Heike Ladurner-Strolz. Die Chefin des Schrunser Hotels Zimba ist nicht die einzige im Land, die auf eine Vergütung für die Fortzahlung jener Mitarbeiter wartet, die wegen einer behördlich angeordneten Quarantäne zuhause bleiben mussten. Rund 40.000 Akten sind zu diesen Entschädigungszahlungen in Vorarlberg noch offen, 32 Personen dazu abgestellt, diese Anträge zu bearbeiten. Das kann dauern, denn ein Akt enthält laut Landespressestelle mehrere Subanträge für einzelne Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer. 

„Im November 2021 kam das Geld, das wir für die Quarantäne bei unseren Mitarbeitern im Sommer 2020 beantragt haben“, erzählt Ladurner-Strolz, auch Vizepräsidentin der Hoteliervereinigung. „Unsere Buchhaltung machte bislang die Erfahrung, dass es etwa ein Jahr dauert, bis die Vergütung ausbezahlt ist.“ Das liege aber nicht nur an den Behörden. Saisonbetriebe müssten aufgrund der Sonderzahlungen schließlich bis Saisonsende mit der Abrechnung warten. 

Seit Ausbruch der Pandemie verzeichneten die Vorarlberger Bezirkshauptmannschaften (BH) 51.515 Akten zu Entschädigungsansuchen nach Epidemiegesetz. Über die Hälfte erreichten sie alleine im heurigen Jahr. Knapp 28.000 Akten von 2022 gelten als noch nicht erledigt. 12.247 Anträge aus dem vergangenen Jahr warten auf ihre endgültige Bearbeitung, 171 Akten stammen aus dem ersten Pandemiejahr 2020. Insgesamt wurden bislang 11.100 abgearbeitet. Je nach Datenqualität müssten die Anträge teils aufwändig geprüft und bearbeitet werden. Bei vollständigen Akten betrage die durchschnittliche Bearbeitungsdauer etwa eine Stunde. Bei Beschwerden kämen 20 bis 60 Minuten hinzu. Mehrmalige Verbesserungen und Abklärungen, Sonderfälle sowie offene Fragen zum Absonderungszeitraum verlängerten das ganze Prozedere erneut.

Hinzu kommt die personelle Besetzung des Entschädigungsteams. Aktuell besteht dieses in Vorarlberg aus 32 Personen. Im Oktober 2021 waren es 46 in unterschiedlichem Zeitausmaß, Anfang Dezember elf, heißt es in der Landespressestelle. „Die Infektionslage im Herbst hatte zur Folge, dass der Großteil der Personen im Entschädigungsteam für das Contact Tracing abgestellt werden musste.“ Nach wie vor sei ihre Mitarbeit dort gefordert. „Das führt dazu, dass weniger Vergütungsanträge bearbeitet werden können.“ Beruhige sich die Situation, würde das Entschädigungsteam wieder verstärkt. Zusätzlich habe das Land Umschulungen für Arbeitskräfte aus dem Impfteam organisiert, sodass auch diese Teil des Entschädigungsteams werden können. Im Gegensatz zum Infektionsgeschehen werde die Anzahl der Neuanträge erst zeitversetzt zurückgehen. 

„Viele zittern um ihr Geld“

Seit Jänner 2021 können die Akten digital eingebracht werden. Das sei eine Erleichterung, sagt Hotelière Ladurner-Strolz. Sie habe zwar Verständnis für gewisse Verzögerungen. „Viele zittern aber um ihr Geld. Im Absonderungsbescheid steht, dass die Absonderung ab jenem Tag gilt, an dem der Bescheid zugestellt wurde.“ Manche Mitarbeiter hätten sich am Tag der Zustellung aber bereits länger in Quarantäne befunden oder diese schon beendet. „Haben wir trotzdem Anspruch auf Vergütung?“ Die Landespressestelle beruhigt. Es werde im Nachhinein eine Amtsbestätigung ausgestellt, um Ansprüche geltend zu machen. Das heißt, die Entschädigung kommt – die Frage bleibt nur, wann.

„Im November kam das Geld, das wir für die Quarantäne im Sommer 2020 beantragt haben.“