Er lebte für die sozialen Werte

Vorarlberg / 25.04.2022 • 18:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Alfons Masal genoss weit über die Sozialdemokratie hinaus hohes Ansehen.
Alfons Masal genoss weit über die Sozialdemokratie hinaus hohes Ansehen.

Der Dornbirner Altstadtrat Alfons Masal starb mit 89 Jahren.

DORNBIRN Am 12. April 2022 starb nach kurzer Krankheit der Dornbirner Altstadtrat Alfons Masal mit 89 Jahren. Liebe, Lebensfreude und ein starker Wille prägten sein Leben. Alfons Masal war seit 1963 Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Österreichs und hat sich von 1970 bis 1992 als Stadtvertreter und von 1980 bis 1992 als Stadtrat aktiv in die Dornbirner Gemeindepolitik eingebracht.

Alfons Masal hat die Werte der Sozialdemokratie, Gleichheit, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität gelebt. Er war Stadtrat für Umwelt und Bäder sowie von 1985 bis 1992 Stadtrat für Tiefbau und Straßen sowie Vorsitzender des Ausschusses für Radwegekonzepte. Das Dornbirner Verkehrsregime wurde von ihm bis heute geprägt. Durch die Umsetzung zahlreicher wichtiger Bauprojekte konnte er die Lebens- und Wohnqualität in Dornbirn entscheidend mitgestalten.

Außer seiner politischen Tätigkeit war Alfons Masal langjähriges Mitglied bei befreundeten Vereinen, wie den Naturfreunden, dem Pensionistenverband, den Kinderfreunden und der Volkshilfe. Alfons Masal war auch jahrzehntelang im Vorstand des Vereins „Arbeiterheim“ (Vorarlberger Hof) tätig. Von 1974 bis 1992 führte er den Verein Arbeiterheim als Obmann. In dieser Zeit wurden am Vorarlberger Hof wichtige Sanierungen durchgeführt sowie der Hof auf wirtschaftlich gesunde Beine gestellt. Alfons Masal hat dafür auch ein persönliches Risiko auf sich genommen, indem er eine finanzielle Haftung für den Hof übernommen hat. Sein Engagement für den Vorarlberger Hof war Ausdruck seiner Überzeugung, dass es in Dornbirn Räumlichkeiten für die Dornbirner SPÖ und ihre befreundeten Vereine sowie eine Gaststätte für alle Dornbirnerinnen und Dornbirner geben muss.

Seine Forderung nach einem Stadtbus, sein Einsatz für den Neubau des Waldbades Enz und sein Bemühen um den Umweltschutz in Dornbirn waren richtungsweisend.

Die Dornbirner Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann führte zum Ableben von Altstadtrat Alfons Masal aus: „Alfons Masal hat sich durch seine menschlichen Qualitäten, seine Offenheit und Ehrlichkeit sowie sein hohes Engagement und seine breite Fachkompetenz ausgezeichnet.“

Alfons Masal wurde am 16. November 1932 als zweites von sechs Kindern in Dornbirn geboren. Er besuchte die Volksschule und erlernte 1947 das Schuhmacherhandwerk. Danach arbeitete er fünf Jahre in der Schuhfabrik Mayer in Götzis, wo er seine Elisabeth kennen und lieben gelernt hat. Von 1955 bis 1972 arbeitete er als angelernter Brauer in der Mohrenbrauerei und betätigte sich als Betriebsrat und aktiver Funktionär in der Gewerkschaft. Am 31. Jänner 1959 heiratete er Elisabeth. Sie schenkte ihm drei Kinder, Alfred, Monika und Gerhard. Angespornt durch seine Gewerkschaftstätigkeit und seine Wissensbegierde besuchte er 1972/73 im zweiten Bildungsweg die einjährige Sozialakademie der Arbeiterkammer in Mödling. Mit diesem Abschluss trat er im November 1973 seine Arbeit als Arbeits- und Sozialrechtsexperte in der Arbeiterkammer Vorarlberg an. Diese Arbeit verrichtete er mit viel Einsatz und Herzblut sehr erfolgreich bis zu seiner Pensionierung.

Sein Sohn Alfred machte sich im Burgenland mit einem Biogemüsebauernhof sesshaft. Und da Alfons Masal immer schon davon träumte, Bauer zu werden, fuhr er jede freie Minute ins Burgenland, um Alfred zu unterstützen. Seine Enkel Mona, Nino, Jan, Laura, Jonathan, Bastian und Matthias freuten sich immer sehr, wenn der Opa ins Burgenland kam. Alfons Masal war auch ein leidenschaftlicher Skifahrer und Berggeher.

Bis ins hohe Alter von 85 Jahren ist er noch über die Pisten geflitzt und auf die Berge gestiegen. VN-EE