Digitalisierung schließt Regionalität nicht aus

Vorarlberg / 08.05.2022 • 17:06 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Karim Allouche macht KäseStraße Mut, neue Möglichkeiten im Onlinehandel zu nutzen.

<p class="caption">Caroline Jäger (l.), GF Christina Rusch (r.) und Obmann Max Bereuter verabschiedeten Peter Bereuter in den verdienten Ruhestand. </p><p class="caption">

Caroline Jäger (l.), GF Christina Rusch (r.) und Obmann Max Bereuter verabschiedeten Peter Bereuter in den verdienten Ruhestand.

Lingenau Aufatmen bei der KäseStraße Bregenzerwald, dass Obmann Max Bereuter heuer wieder zu einer „regulären“ Generalversammlung einladen konnte, nachdem diese im Vorjahr improvisiert im Internet abgewickelt werden musste. Das Internet stand trotzdem bei der 20. Versammlung im Lingenauer Käsekeller im Mittelpunkt, denn der Unternehmer und Werbefachmann Karim Allouche machte in seinem Impulsreferat deutlich, wohin die Reise für die KäseStraße gehen soll: An der Digitalisierung führt kein Weg vorbei, betonte Allouche und sah dazu bereits vielversprechende Ansätze, denn manche der Mitgliedsbetriebe hätten die Vorteile des Internets bereits erkannt und seien dabei, diese Verkaufsschiene auf- und auszubauen. Es müssen aber konsequent gemeinsame Anstrengungen unternommen werden, der ganzen Welt via Internet den Zugang zu den Qualitätsprodukten der KäseStraße zu ermöglichen.

Regionalität globalisieren

Regionalität und Digitalisierung seien kein Widerspruch, betonte der Fachmann und ermutigte dazu, Onlinehändler mit eigenen Waffen zu schlagen: Wenn diese Produkte aus aller Welt online anbieten, dann sei die beste Antwort, regionale Produkte der ganzen Welt anzubieten und so die Regionalität zu globalisieren. Man dürfe sich der Realität nicht verschließen: Handel werde sich in Zukunft ganz klar ins Internet verschieben.

Zwillinge, die sich ergänzen

Und trotzdem: Das Angebot auf zwei Schienen zu präsentieren, sei keine Konkurrenzierung, denn die fachliche – analoge – Beratung im Geschäft und das umfassende Angebot, dass via Internet – digital – ins Wohnzimmer geliefert wird, sind „Zwillinge“, die sich ergänzen. Es sei deshalb sinnvoll und erfolgversprechend, wenn gleichzeitig der regionale Handel gestärkt und die Präsenz im Netz ausgebaut wird. „Haltet am Konzept fest, es ist ein erfolgreiches Konzept“, appellierte Allouche an seine Zuhörer.

Um die Digitalisierung zu forcieren, müsse freilich einiges an Geld in die Hand genommen werden und dazu hatte Walter Geser vom Steuerberatungsbüro Geser & Partner Erfreuliches zu berichten, denn trotz Coronaerschwernissen war das Berichtsjahr 2021 für die KäseStraße überaus erfolgreich und erbrachte einen erfreulichen Überschuss, der das Eigenkapital deutlich aufstockte und finanziellen Spielraum für Projekte wie die Digitalisierungsoffensive schafft.

Vieles schwer abschätzbar

Entsprechende Reserven sind auch im Hinblick auf die momentan schwierige Situation ein wichtiger Rückhalt, denn es sei sehr schwer abschätzbar, welche finanziellen Belastungen gerade auf die Landwirtschaft noch zukommen, mahnte Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger, ebenso wie der Bundesobmann der Almwirtschaft, Erich Schwärzler, aufmerksamer Zuhörer. Aus diesem Grund sei es unverzichtbar, dass sich die Landwirtschaft so wie in der KäseStraße den großen Herausforderungen gemeinsam stellt. In die gleiche Kerbe schlug auch Walter Vögel, der betonte, das Land sei bemüht, die KäseStraße, die im kommenden Jahr 25-Jahr-Jubiläum feiert, nach Kräften zu unterstützen.

Corona zum Trotz sehr aktiv

Dass die KäseStraße trotz massiver Einschränkungen durch Corona im Berichtsjahr sehr aktiv war und mit einer Reihe von Aktionen und Veranstaltungen auf sich aufmerksam machte, wurde im Tätigkeitsbericht der neuen Geschäftsführerin Christina Rusch, sie hat diese Funktion erst im Oktober 2021 übernommen, deutlich. Jetzt nach weitgehenden Lockerungen werde man Aktivitäten wieder verstärken. So will man etwa das Projekt „Wälder Wert Schaft“, das Corona praktisch auf Eis gelegt hatte, wieder intensivieren.

Neu im Vorstand

Stichwort neue Geschäftsführerin: Christina Rusch war nicht die einzige personelle Veränderung in der Führungsetage der KäseStraße: Bei der Versammlung wurde der verdienstvolle KäseStraßen-Pionier Peter Bereuter in den verdienten Ruhestand verabschiedet. Seine Funktion im Vorstand übernahm Annette Sohler. Neu sind weiters Obmannstellvertreter Benjamin Greber (er folgt Alwin Muxel nach) und Vorstandsmitglied Florian Stöckler. STP

<p class="caption">Als aufmerksame Zuhörer werteten Erich Schwärzler und Josef Moosbrugger die Generalversammlung auf.</p><p class="caption"/>

Als aufmerksame Zuhörer werteten Erich Schwärzler und Josef Moosbrugger die Generalversammlung auf.