Neues Lebensgefühl in der Begegnungszone

Ab kommenden Mittwoch heißt’s im Lustenauer Dorfzentrum endlich wieder: freie, aber langsame Durchfahrt.
LUSTENAU Begegnungszone: In Lustenau ist das ein Zauberwort geworden. Im Bereich der Volksschule Kirchdorf existiert bereits eine solche Fläche mit gleichen Rechten für Fußgänger, Rad- und Autofahrer, ebenso bei der Volksschule Rheindorf. Auf Höhe der Mittelschule Kirchdorf ist ein drittes Vorhaben dieser Art im Entstehen. Seit über zwei Monaten wird dort gebaggert, geschaufelt, planiert und umgestaltet. Mit der Folge, dass ein Passieren durch das Herz der Gemeinde lange unmöglich war und viele Lustenauer sehnlichst auf den Abschluss der dritten Begegnungszone warten.
Asphalt und Verkehrstafeln
Nun steht ein Ende der Sperre unmittelbar bevor. „Ab Mittwoch kommender Woche wird diese Stelle wieder für alle Verkehrsteilnehmer passierbar sein“, verkündet Bettina Epple, Landschaftsplanerin am Bauamt Lustenau und in dieser Funktion für das Projekt zuständig, freudig. Die Zone vor der Mittelschule ist bereits asphaltiert, Arbeiter des Bauhofes brachten am Donnerstag erste Verkehrstafeln an.
Zu den Gewinnern des Projekts gehört neben den zahlreichen Passanten der Maria-Thersien-Straße vor allem die altehrwürdige Mittelschule Kirchdorf. „Jetzt haben wir freie Sicht auf das Leben nebenan. Wir sehen und werden auch gesehen. Das bedeutet eine große Aufwertung unserer Schule”, findet Direktorin Sabine Müller nur Positives an den äußeren Veränderungen vor der Haustür. Zelebriert wird das neue Lebensgefühl an der Schule mit einem großen Schulfest am 1. Juli – und zwar erstmals nicht im Hinterhof sondern am neuen Begegnungsplatz.
Schule kommt zum Volk
Die Platz soll quasi mit der Schule verschmelzen, Sitzbänke für Schüler und Passanten zur Verfügung stehen, ein freundlicher, heller Farbasphalt auf der Fläche soll eine einladende Wirkung erzeugen. Dass eine entsprechende Bepflanzung dem Ort zusätzlichen Reiz verschaffen soll, ist ebenso ein Anliegen des Auftragsgebers. Mit dem Projekt seine Freude hat auch Bürgermeister Kurt Fischer. „Früher fanden alle schulischen Gemeinschaftsaktivitäten der Hauptschule unter freiem Himmel im Hinterhof statt, jetzt gibt es diese direkt vor dem Gebäude. Die Schule muss sich nicht mehr verstecken.”
650.000 Euro
Für Kfz-Benutzer brechen freilich nun auch in der Maria-Theresien-Straße andere Zeiten an. So gilt in der Begegnungszone eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 20 km/h. Eine schwindende Attraktivität für Autofahrer ist durchaus erwünscht. Fahrradfahrer und Spaziergänger sollen in den Mittelpunkt gerückt werden. So wie das in den anderen Begegnungszonen bereits der Fall ist.
Die Kosten für das Projekt in der Maria-Theresien-Straße belaufen sich auf 650.000 Euro.
„Jetzt haben wir freie Sicht auf das Leben nebenan. Wir sehen und wir werden gesehen.“

