Wo die erste Artenschutzstation Vorarlbergs gebaut werden soll

Vorarlberg / 03.07.2022 • 05:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Aktuell sind es fast ausschließlich Vögel, die auf die Hilfe der ehrenamtlichen Mitarbeiter angewiesen sind.
Aktuell sind es fast ausschließlich Vögel, die auf die Hilfe der ehrenamtlichen Mitarbeiter angewiesen sind.

Die Wildtierhilfe hat derzeit alle Hände voll zu tun. Katharina Feurstein berichtet über die Fortschritte der ersten offiziellen Wildtierstation.

Göfis Bei der Vorarlberger Wildtierhilfe laufen die Telefone heiß. „Wir kommen fast gar nicht mehr hinterher mit unserem Pflegetelefon und der Aufnahme von Wildtieren“, berichtet Vereinsobfrau Katharina Feurstein. Während der Jungtiersaison herrscht bei den ehrenamtlichen Helfern traditionell Hochbetrieb. Bis zu 40 Anrufe alleine am Vormittag muss das fünfköpfige Team teilweise entgegennehmen.

Aktuell sind es fast ausschließlich Vögel, die auf die Hilfe der Tierfreunde angewiesen sind. „Fast die ganze Vogelwelt ist derzeit bei uns vertreten, von Mauerseglern über Schwalben bis hin zu Spatzen und Amseln“, erklärt die Obfrau. Der Grund für die Aufnahme der Tiere sei unterschiedlich. Als Beispiele nennt sie etwa Dachsanierungen oder Baumfällungen. „Der Mensch greift oft in die Natur ein, da kommen dann die Nester zum Vorschein. Da sind wir dann zur Stelle, weil wir die Tiere nicht einfach ihrem Schicksal überlassen können.“

Mit der Hitze der vergangenen Tage sei die Zahl der Anrufe noch einmal explodiert. „Besonders schlimm war das für Gebäudebrüter wie Mauersegler und Sperlinge, die ihre Nester zum Beispiel in Dachspalten bauen. Diese heizen sich teilweise auf bis zu 50 Grad auf, sodass die Vögel aus ihren Nestern springen und herunterstürzen. Das war eine sehr fordernde Zeit für uns.“ Neue Mitglieder für den Verein und damit tatkräftige Unterstützung zu bekommen, gestalte sich sehr schwierig. „Man muss eben viel Freizeit opfern. Dazu kommt, dass in den Sommermonaten auch viele auf Urlaub sind“, erklärt die diplomierte Tierpflegerin.

Artenschutzstation: Angliederung ans Tierschutzheim

Seit der Vereinsgründung werden die Pfleglinge in den privaten Räumlichkeiten der ehrenamtlichen Helfer aufgepäppelt. Zumindest noch. Denn mit der ersten Wildtierstation soll es bald eine offizielle Anlaufstelle für hilfsbedürftige Tiere geben. Aus dem Vorhaben, die Artenschutzstation in Hohenems zu erreichten, wurde nichts, wie Feurstein mitteilt. “Das hat wegen Steinschlaggefahr leider nicht geklappt”.

Nun konzentriere man sich wieder auf den ursprünglichen Plan, nämlich die Angliederung an das Vorarlberger Tierschutzheim in Dornbirn-Martinsruh. “Es ist toll, wenn man gemeinsame Ressourcen und die bestehende Infrastruktur nutzen kann. Von Beginn an bestand eine tolle Zusammenarbeit mit dem Tierschutzheim”, sagt die Vereinsobfrau. Wie die Landesräte Christian Gantner (ÖVP) und Daniel Zadra (Grüne) auf VN-Nachfrage mitteilten habe es bereits Vorgepräche mit dem Tierheim und der Stadt Dornbirn gegeben. “Das Land Vorarlberg unterstützt dieses Vorhaben durch Planung und Projektleitung bis zum Baueingabeprojekt.” Die Planung und Ausführung wird vom Amt der Vorarlberger Landesregierung, Abteilung Hochbau- und Gebäudewirtschaft betreut. “Im Herbst 2022 wird die neue Planung den Beteiligten präsentiert werden”, hieß es.

So könnte die Artenschutzstation aussehen.
So könnte die Artenschutzstation aussehen.

Maturaprojekt zur Artenschutzstation

Tatkräftige Unterstützung kann sich die Wildtierhilfe auch von Schülern der HTL Rankweil erhoffen, die die Planung der Artenschutzstation zu ihrem Maturaprojekt machen wollen. Interesse gibt es laut Feurstein auch vom Holzbau-Zweig der HTL, die dem Verein bei der Errichtung des Gebäudes unter die Arme greifen will. „Es ist toll, dass es so viele junge engagierte Menschen gibt, die sich für dieses Thema interessieren“, freut sich die Tierfreundin.