Gericht: Drei Baumfrevler auf gefährlicher Tour

Vorarlberg / 09.09.2022 • 10:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Zwei der insgesamt drei Angeklagten vor Richterin Sabrina Tagwercher. <span class="copyright">vn/gs</span>
Zwei der insgesamt drei Angeklagten vor Richterin Sabrina Tagwercher. vn/gs

Mit welchem riskanten „Geistesblitz“ sich junge Vorarlberger eine Anklage einhandelten.

Feldkirch Ein Maurer, zwei Lehrlinge und ein gemeinsamer dummer Gedanke. „Fahren wir in den Allgäu und fällen einfach ein paar Bäume“, blitzte es ihnen durch den Kopf. Es war an einem Abend Anfang April 2021. Ein Trio junger Unterländer, zwei von ihnen noch im jugendlichen Alter, in großer Feierlaune.

Die Idee wurde sogleich umgesetzt. Knapp über der Grenze in Bayern sägten sie drei Bäume um. Einer von ihnen war stolze 60 cm dick und 20 Meter hoch. Zwei der Stämme fielen auf eine Fahrbahn in unmittelbarer Nähe.

Schrottreifer Pkw

Ein deutscher Autofahrer bemerkte das unerwartete Hindernis vor ihm zu spät und donnerte gegen den gefällten Baum. Sein Pkw wurde total beschädigt, er selbst glücklicherweise nur leicht verletzt. Weitere Fahrzeuglenker schafften es gerade noch mit Müh und Not, rechtzeitig abzubremsen.

Irgendwie flog die Sache auf. Die drei jungen Vorarlberger wurden überführt und die Sache zunächst von der bayrischen Justiz behandelt. Dann aber ans Landesgericht Feldkirch übergeben.

Beim dortigen Prozess sind die drei Angeklagten von Beginn an geständig. Ihr Verteidiger Gebhard Heinzle spricht von „jugendlichem Übermut“, aber auch von einer „bereits aufgeräumten Baustelle“ und inzwischen erfolgter Schadenswiedergutmachung durch die Beschuldigten. Er schlägt Richterin Sabrina Tagwercher einen außergerichtlichen Tatausgleich (Diversion) vor, auf dass seinen Mandanten eine gerichtliche Verurteilung erspart bleibe.

Noch Glück mit Geldbuße

Staatsanwalt Heinz Rusch und die Richterin zeigen sich angesichts der tätigen Reue der Angeklagten mit einer Diversion einverstanden. „Das ist eine Riesenchance, die Sie heute trotz ihrer äußerst gefährlichen Aktion von damals noch bekommen“, legt die Richterin den jungen Männern nahe.

Die drei jungen Vorarlberger werden aber gemäß ihrer jeweiligen Einkommenssituation zu Geldbußen in Höhe von 500, 700 und 1500 Euro verdonnert. Bei der Verhandlung anwesende Eltern greifen sofort in ihre Portemonnaies und zücken das Geld. Somit ist die Angelegenheit vom Tisch.