Stefanie und Hansjörg König: “Wir wohnen in einem Denkmal”

Vorarlberg / 24.09.2022 • 15:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Eingangstüre stammt aus dem Jahr 1749. "Viele Hochzeitspaare lassen sich hier fotografieren", erzählt Stefanie König.<span class="copyright"> VN/Lerch </span>
Die Eingangstüre stammt aus dem Jahr 1749. "Viele Hochzeitspaare lassen sich hier fotografieren", erzählt Stefanie König. VN/Lerch

Ehepaar aus Feldkirch hat sich mit der Restaurierung eines alten Montafonerhauses einen Traum erfüllt.

Schruns In einem historischen Haus zu leben ist an sich schon eine Besonderheit. Wenn es sich dann noch um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt, das man mit viel Liebe und Herzblut restauriert hat, ist die Freude umso größer. Diesen Traum vom Leben in altehrwürdigen Gemäuern haben sich Stefanie (75) und Hansjörg König (86) aus Feldkirch erfüllt.

Stefanie und Hansjörg König genießen die Zeit in ihrem Montafonerhaus.
Stefanie und Hansjörg König genießen die Zeit in ihrem Montafonerhaus.

Vor über 40 Jahren hat das Ehepaar das Dünglerhaus in Schruns, ein Säumergasthaus aus dem 18. Jahrhundert erworben. “Unsere Liebe zum Montafon hat uns hierher gebracht. Wir haben schon früher viel Zeit hier bei Ausflügen oder beim Skifahren verbracht”, erinnert sich die 75-Jährige. Heute verbringen sie den Großteil des Jahres in ihrem eigenen Montafonerhaus, das 2019 unter Denkmalschutz gestellt wurde. “Wir nutzen das Haus vor allem im Sommer, an den Wochenenden und in der Weihnachtszeit. Es ist zu einem wundervollen Treffpunkt für unsere ganze Familie geworden”, schwärmt Stefanie König. “Wir leben an einen wunderschönen Platz hier mitten im Dorf mit tollem Blick auf die Zimba”, ergänzt Firmeninhaber Hansjörg König.

"Wir wollen ja nicht in einem Museum leben", sagt Stefanie König. Sie macht es sich mit Schwiegertochter Valerie Keiper-Knorr im Wohnzimmer gemütlich.
"Wir wollen ja nicht in einem Museum leben", sagt Stefanie König. Sie macht es sich mit Schwiegertochter Valerie Keiper-Knorr im Wohnzimmer gemütlich.

Dem alten Montafonerhaus am Veltlinerweg, das aus massiven Mauerwerkssockel und einem darüber angeordneten Holzbau in Strickbauweise besteht, wurde in den 80er-Jahren in Zusammenarbeit mit Architekt Keicher neues Leben eingehaucht. Die Umsetzung erfolgte durch Montafoner Handwerker, die auf die Verwendung hochwertiger Rohstoffe und traditionelle Methoden gesetzt haben. “Der frühere Besitzer hat Zimmer vermietet, deshalb war alles modernisiert, teilweise mit Spannteppichen. Wir haben versucht, das Gebäude wieder in den Urzustand zurückzubringen”, erzählt die Hausherrin.

Ein gemauerter Ofen aus dem 18. Jahrhundert sorgt für Wärme in der Stube.
Ein gemauerter Ofen aus dem 18. Jahrhundert sorgt für Wärme in der Stube.

Die Restaurierungsarbeiten dauerten rund ein Jahr. “In dieser Zeit hat uns der Entdeckergeist gepackt. Wir haben viel recherchiert und uns in alten Büchern über die Möglichkeiten der Restaurierung informiert.” Eingebaut wurden etwa alte Fenster aus dem Silbertal und ein alter Holzboden aus der Tschaggunser Kirche. Auch Türen aus dem Dachboden fanden im Zuge der Restaurierungsarbeiten wieder Verwendung. Doch bis heute ist das Montafonerhaus größtenteils original erhalten. Auf dem Eingangsportal etwa ist die Jahreszahl “1742” zu lesen. “Das ist eine der meistfotografierten Türen im Dorf. Vor allem Hochzeitspaare lassen sich gerne davor ablichten”, erzählt die Hauseigentümerin stolz. Stolz ist sie auch auf den original erhaltenen gemauerten Ofen, der für Wärme in der Stube sorgt. “Den Ofen haben die Kinder früher auch zum Pizzabacken genutzt.” Auch Möbelstücke wie Bänke oder Stühle wurden von den früheren Besitzern übernommen oder nach dem alten Vorbild detailgetreu nachgebaut.

Komfortable und gemütliche Einrichtungsgegenstände verliehen dem historischen Haus einen besonderen Wohlfühlfaktor. “Wir wollen ja nicht in einem Museum leben”, erzählt Stefanie König lächelnd.

Tag des Denkmals:

Das Dünglerhaus in Schruns ist am Tag des Denkmals geöffnet.

Sonntag, 25. September

Öffnungszeiten: 14 Uhr bis 15 Uhr

Führung: 14 Uhr, Dauer 50 Minuten

Treffpunkt: Veltlinerweg 7, Schruns

Führer:innen: Valerie Keiper-Knorr

Anmeldungen und Rückfragen unter: +43 676 88 940 28 88 oder valerie.keiperknorr@gmail.com

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