Warum engagierte Bürger beim Kummenberg die bessere S 18 sehen

Vorarlberg / 03.10.2022 • 16:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Machen sich für eine "Kummenberg-Variante" als Autobahnverbindung stark: Eugen Schneider, Dieter Schwarz, Norbert Bolter und Siegfried Wäger (v.l.). <span class="copyright">VN/Hämmerle</span>
Machen sich für eine "Kummenberg-Variante" als Autobahnverbindung stark: Eugen Schneider, Dieter Schwarz, Norbert Bolter und Siegfried Wäger (v.l.). VN/Hämmerle

Kürzer, ressourcensparender, stabiler, billiger. Jedoch: Verkehrswirksamkeit beschränkt.

Lustenau Seine Frau nenne ihn mittlerweile Rhesi statt Burgi, erlaubt sich Norbert Bolter (74), Kämpfer gegen das Hochwasserschutzprojekt in vorliegender Form und auch gegen die S 18, irgendwann dann doch einen Schuss Humor. Gemeinsam mit Siegfried Wäger (79), Eugen Schneider (68) und Architekt Wolf-Dieter Schwarz (57) ist ihm beim Treffen in Schneiders Wohnhaus jedoch bitter ernst. Es geht um die S 18. Die Herren sind sich einig. “Dieses Projekt als CP-Variante ist vor dem Hintergrund der neuesten Erkenntnisse einfach ein Unding”, formuliert der Gastgeber das kollektive Unbehagen.

Offenes Visier gefordert

Siegfried Wäger, ehemaliger Baumeister, erwähnt unter anderem das enorme Einsparungspotenzial beim Bodenverbrauch, die Vermeidung von Umweltbelastungen und eine Kostenersparnis um circa zwei Drittel der veranschlagten 1,5 Milliarden Euro für die S 18. “Ein UVP-Verfahren müsste man in der vorgesehenen Zone auch nicht fürchten, weil Siedlungsgebiet nicht betroffen wäre”, ergänzt Architekt Dieter Schwarz. Er verlangt von der Landesregierung “eine Kommunikation mit offenem Visier gegenüber der Bevölkerung”. Es dürfe nicht nur die Berücksichtigung von Wirtschaftsinteressen zählen.

Problem Wirksamkeit

Die Verkehrsproblematik sollte laut den Verfechtern der Kummenberg-Variante durch vorgeschriebene Routen des Transitverkehrs Richtung Süden gelöst werden.

Für den den nicht grenzüberschreitenden Nord-Südverkehr, der einen beträchtlichen Teil der Frequenz von täglich rund 25.000 Fahrzeugen täglich auf der L 203 im Raum Lustenau ausmacht, wäre die Kummenberg-Variante jedoch in ihrer Verkehrswirksamkeit nicht ausreichend. “Da muss man sich auch zusätzlich Entlastungslösungen bei Lustenau überlegen”, bringt Eugen Schneider ein, der sich zwar für eine landesweite Lösung im Sinne eines Kummenberg-Übergangs ausspricht, Lustenau jedoch nicht vernachlässigen will. “Wir haben diesbezüglich neue Ideen eingebracht. Zum Beispiel eine Entlastungsstraße auf dem neuen Rhesi-Außendamm”, sagt Schneider.

“Für Lustenau müsste man sich zusätzlich zur Kummenbergvariante noch eine Entlastungslösung überlegen.”

Eugen Schneider, S 18-Gegner

Warten auf Alternativen

Ideen einer Autobahnverbindung südlich von Lustenau sind von den Experten bisher verworfen worden. “Wir haben zum Beispiel einen immer wieder geforderten Übergang bei Mäder untersucht. Doch diese Variante war ganz eindeutig nicht zielerreichend”, erklärt der oberste Verkehrsplaner des Landes, Jörg Zimmermann.

Gespannt wartet nicht nur er auf das Ergebnis der Alternativen-Prüfung zum jetzigen CP-Projekt durch das Mobilitätsministerium. Ministerin Leonore Gewessler kündigte an, das Ergebnis im neuen Jahr zu verkünden.

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