Darum ist Höchst ein Dorf voller Optimisten geworden

Vorarlberg / 12.11.2022 • 09:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
<p class="caption">Das Gemeindeamt in Höchst. Wer wird dort bald als neuer Chef bzw. neue Chefin einziehen?<span class="media-container dcx_media_rtab" data-dcx_media_config="{}" data-dcx_media_type="rtab"> </span><span class="marker">VN/Steurer</span></p>

Das Gemeindeamt in Höchst. Wer wird dort bald als neuer Chef bzw. neue Chefin einziehen? VN/Steurer

Bürgermeisterwahl in der Rheindeltagemeinde. Vier Kandidaten teilen ein Gefühl: Sie sind zuversichtlich.

Höchst Heidi Schuster-Burda (55, ÖVP) trippelt hurtig ins Amtszimmer des Bürgermeisters im Höchster Gemeindeamt. In der Hand einen Teller mit Apfelschnitzen. “Höchster Äpfel vom Jens Blum. Das Beste”, sagt sie und schnappt sich den Ersten. Sie habe keinen Wahlkampf betrieben in den letzten Tagen. “Ich habe gearbeitet. Es gibt genug zu tun.” Schuster-Burda erwähnt die “Alte Schule”, wo es heute schon auf Pächtersuche gegangen sei. Am Nachmittag werde sie sich noch zu den Dorffestivitäten anlässlich des Fasnatsauftakts begeben. Nichts Außergewöhnliches steht dann bis zum Wahlsonntag für die Kandidatin und interimistische Bürgermeisterin auf dem Programm. “Ich bin zuversichtlich, dass die Höchsterinnen und Höchster meine Arbeit der letzten 22 Jahre honorieren. Da sollte ich nicht mehr viel Wahlkampf betreiben müssen.”

Höchst Heidi Schuster-Burda stärkt sich mit Apfelschnitzen vom Höchster Obstbauern Jens Blum. Sie möchte am Arbeitsplatz bleiben, an dem sie derzeit ist. VN/Hämmerle
Höchst Heidi Schuster-Burda stärkt sich mit Apfelschnitzen vom Höchster Obstbauern Jens Blum. Sie möchte am Arbeitsplatz bleiben, an dem sie derzeit ist. VN/Hämmerle

Der “Mutige”

Seine Zuversicht auf das Erreichen der Stichwahl verbirgt auch Stefan Übelhör (42) nicht. Der Kandidat der Höchste Zeit/Die Grünen werkt am Freitag kurz vor Mittag emsig in seinem Textilbetrieb in der Alemannenstraße 7 an der Peripherie der Gemeinde Richtung Fußach. “Ich muss noch Waren zertifizieren und Lieferungen vorbereiten”, sagt der Unternehmer. Auch er will sich bis Sonntag nicht noch überdurchschnittlich oft unters Volk mischen. Den Faschingsauftakt am Nachmittag hat sich aber auch er im Terminkalender dick angestrichen.

Übelhör will am Sonntag so stark sein, dass er in eine Stichwahl kommt. Er hat seine Botschaft “Mutig neue Wege gehen” auf Plakate gebannt, die in Höchst verteilt sind.

Ein Arbeitstag wie jeder andere. Doch der Sonntag fällt für den Höchste-Zeit-Kandidaten Stefan Übelhör nicht in diese Kategorie.<span class="copyright"> VN/Hämmerle</span>
Ein Arbeitstag wie jeder andere. Doch der Sonntag fällt für den Höchste-Zeit-Kandidaten Stefan Übelhör nicht in diese Kategorie. VN/Hämmerle

Streichwurst als Präsent

Als Landwirt und Heuhändler standesgemäß auf Strohballen hat FPÖ-Kandidat Robert Blum seinen Namen verewigen lassen, Wahlempfehlung inklusive. Dazu verteilten er und seine Flyer und eine Streichwurst an Höchster Haushalte. Dass er bei der Bürgermeisterwahl abschmiert, glaubt Blum freilich nicht. “Ich bin ein Außenseiter mit Chancen auf die Stichwahl”, beschreibt der 33-Jährige seine Gefühlswelt vor dem Urnengang am Sonntag. Mit Laternenfest, Rundenlauf und Feuerwehr-Kameradschaftsabend wird der Landwirt bis zur Wahl noch regen Kontakt mit den Höchsterinnen und Höchstern pflegen. Am Samstag besucht der bekennende Austria-Lustenau-Fan und -Gönner das Derby. “Und am Sonntag werde ich noch mit der Familie wandern, bevor’s dann mit der Wahl losgeht.”

Landwirt Robert Blum geht für die Freiheitlichen ins Bürgermeisterrennen. Am Freitag war er auf seinem Hof noch fleißig. <span class="copyright">VN/Hämmerle</span>
Landwirt Robert Blum geht für die Freiheitlichen ins Bürgermeisterrennen. Am Freitag war er auf seinem Hof noch fleißig. VN/Hämmerle

Sportlich unterwegs

Seit dem VN-Stammtisch starken Rückenwind für seine Person verspürt das Kandidaten-Nesthäkchen Jan Fausek (24) von den Neos. “Ich hab’ dort so viel positives Feedback bekommen, dass ich mich absolut im Rennen für einen Platz in der Stichwahl sehe”, sagt Fausek. Bei sich zu Hause sei er kaum dazugekommen, Holz zu schlichten. “Immer wieder sind Leute vorbeigekommen und haben mit mir geredet”, berichtet der Neos-Kandidat. Er habe sich in den letzten Tagen mit einigen Helfern die Füße wund gelaufen. “Flyer haben wir zugestellt. Das war eine sportliche Betätigung.” Aber nicht nur hinter den Mauern aller Höchster Privathäuser und Wohnungen gibt es Fausek zu sehen. Sein Konterfei ziert auffallend viele Plakate im Ort. Wer ihn bis vor kurzem nicht kannte, kennt ihn jetzt definitiv.

Jan Fausek von den Neos spürt seit dem VN-Stammtisch vor einer Woche Rückenwind. Er will in die Stichwahl kommen. <span class="copyright">VN/Hämmerle</span>
Jan Fausek von den Neos spürt seit dem VN-Stammtisch vor einer Woche Rückenwind. Er will in die Stichwahl kommen. VN/Hämmerle

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