Hier sind 61 Betriebswohnungen entstanden

Getzner, Mutter & Cie. lud zum Tag der offenen Tür in die neu gebaute Betriebswohnanlage Klarenbrunn.
Bludenz Nach nur zwei Jahren Bauzeit ist die neue Wohnanlage mit 61 energieeffizienten Wohnungen für Mitarbeiter von der Firma Getzner, Mutter & Cie. bezugsfertig. „Wir wurden zwei Monate früher fertig als geplant“, freut sich CEO Markus Comploj. Getzner hat in seine neuen Betriebswohnungen circa zwölf Millionen Euro investiert. Das Grundstück gehörte der Textilfirma bereits. Von der Klarenbrunnstraße 49 bis 51 sind es jeweils nur fünf Gehminuten zu Getzner Werkstoffe in Bürs und Getzner Textil in Bludenz.


Tradition wird fortgeführt
Mit dem Bau der sechs Gebäude führt Getzner eine bereits 100-jährige Tradition fort, denn eigene Betriebswohnungen den Mitarbeitern zu stellen, ist der Firma schon lange ein Anliegen. Auch die gegenüberliegenden Backsteinhäuser sind Betriebswohnungen von Getzner. Mit ihnen hat alles angefangen. Nun kommt das Textilunternehmen mit seinen 1500 Mitarbeitern in Bludenz und Bürs auf insgesamt rund 200 Betriebswohnungen. Die sechs vollmöblierten Microapartments sind 29 Quadratmeter groß und kosten inklusive Tiefgaragenstellplatz 600 Euro warm. Die 4-Zimmer-Wohnungen mit 88 Quadratmetern kosten 1150 Euro warm.


Am 20. Dezember sind die ersten Mieter eingezogen. Alle Wohnungen sind bis März von Mitarbeitern der Firma Getzner belegt, die Nachfrage ist also hoch. Wie das Textilunternehmen in Zukunft mit dieser hohen Nachfrage umgeht, lässt es sich offen. Nur so viel: „Wir haben noch das ein oder andere Grundstück im Raum Bludenz zur Verfügung“, sagte Markus Comploj.


Durch die unmittelbare Nähe zur Arbeitsstätte trägt die Firma zur Entlastung des städtischen Verkehrs bei. Die Mitarbeiter kommen zu Fuß zur Arbeit und sind nicht mehr auf ein Auto angewiesen. Auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel war für einige Bewerber die Aussicht auf eine Betriebswohnung ein Argument, den Job zuzusagen.


Ideal für Pendler
Leiter der Personalabteilung, Matthias Walter, ist ebenfalls Bewohner der neuen Wohnanlage, da er in Hall in Tirol wohnt und nach Bludenz pendeln muss. Durch die neuen leistbaren Betriebswohnungen schaffe man eine „hohe Lebensqualität“ für die Mitarbeiter und entlaste zudem den angespannten Immobilienmarkt sowie den Verkehr. Gerade für Mitarbeiter wie Wochenpendler oder für solche, die für Schulungszwecke eine Woche in Bludenz sind, seien die Microapartments ideal. In Zukunft könne man auch darüber nachdenken, Kleinwohnungen für Zeitarbeiter zur Verfügung zu stellen.


Wer die Wohnung bekommt, entscheidet der firmeneigene Wohnungsausschuss in Abstimmung mit dem Betriebsrat. Dabei gebe es etliche Kriterien, vier davon stellte Matthias Walter vor: Anspruch auf so eine Betriebswohnung haben Neuantretende, die ohne Wohnung in Bludenz gar nicht ihren Job antreten könnten. Auch Leute, die in Wohnungsnot sind, wurden bevorzugt. Soziale Kriterien und die Betriebszugehörigkeitsdauer spielen ebenfalls eine Rolle.
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Für die Region
Getzner versteht die Investition in Betriebswohnungen als „Commitment zur Region“, so Markus Comploj. Und weil sich Getzner zur Region Bludenz-Bürs bekennt, hat die Firma auch ausschließlich Vorarlberger Firmen beauftragt. Der weiteste Handwerker, ein Spengler, kam aus Bregenz, alle anderen Händler und Handwerker kamen aus der Region Bludenz. Die Aqua Mühle hat zwischen den sechs Häusern im Rahmen eines sozialen Beschäftigungsprojektes einen attraktiven, 700 Quadratmeter großen Spielplatz geplant und gebaut. Auch eine private, unterirdische Müllentsorgungsstation wurde errichtet, bei der nur die Einwurföffnungen zu sehen sind.


Markus Comploj erklärte, dass die Fassade bewusst mit silbernem Blech gestaltet wurde, um die Brücke zur Fabrikhalle von Getzner zu schlagen, die ebenfalls mit Wellblech verkleidet ist. Man habe darauf geschaut, die Betriebskosten für die Mieter so gering wie möglich zu halten. Die Wohnanlage nutzt daher das Grundwasser als natürliche Ressource, wie Architekt Markus Mitiska ausführte: Das Grundwasser wird herausgepumpt, die Energie für Heiz- oder Kühlzwecke direkt im Gebäude eingesetzt und anschließend wieder zurückgeführt. „Die Direktnutzung des Grundwassers ermöglicht einen höheren Wirkungsgrad als zum Beispiel Tiefensonden“, unterstrich Markus Comploj. Die Dächer der drei- bis viergeschossigen Gebäude haben Vorrichtungen für eine PV-Anlage, die man gegebenenfalls nachrüsten kann.


Von einer Stunde auf fünf Minuten
Selina Lang, Mitarbeiterin in der Qualitätssicherung bei Getzner Textil, ist ebenfalls frisch in einer der neuen Wohnungen eingezogen. So verkürzt sich ihr Arbeitsweg von einer Stunde auf fünf Minuten, denn ein Jahr ist sie täglich von Friedrichshafen nach Bludenz gependelt. „Es ist praktisch, so ein tolles Angebot von der Firma zu bekommen. Ich habe jetzt nicht nur mehr Freizeit, die ich vorher im Auto verbracht habe, sondern auch eine ansprechende, günstige Wohnung nahe der Arbeit“, freut sich Selina Lang. VN-JUN

