Warum Uli Bachmeier vom Helfersyndrom befallen ist

Vorarlberg / 03.03.2023 • 07:00 Uhr
Ulrich Bachmaier ist einer, der das Herz am rechten Fleck trägt. Seit Jahren organisiert er das Eishockey-Benefizspiel für einen guten Zweck. <span class="copyright">VN/Hartinger</span>
Ulrich Bachmaier ist einer, der das Herz am rechten Fleck trägt. Seit Jahren organisiert er das Eishockey-Benefizspiel für einen guten Zweck. VN/Hartinger

Krankenpfleger organisiert seit 2013 Benefiz-Eishockeyspiel zwischen Spitalspersonal und Polizisten.

Dornbirn Uli mag man. Wenn der schlacksige 44-Jährige in seiner unverwechselbaren Art zum Lachen ansetzt, wirkt das ansteckend. Und wenn der Krankenpfleger am Dornbirner Stadtspital mit Schwerpunkt Gipsen dann noch einen Schmäh nachreicht, ist es um die Ruhestellung der Lachmuskeln seines Gegenübers endgültig geschehen.

Pferde stehlen

Doch Ulrich Bachmeier, der gebürtige Götzner, der seit mehreren Jahren in Altach lebt, ist nicht nur ein lustiger Kerl. Er ist auch ein guter Mensch. “Er ist einer, mit dem man Pferde stehlen kann, 100 Prozent verlässlich und ein hervorragender Gipser”, sagt sein ehemaliger Vorgesetzter und Unfallchirurg Richard Schnetzer (65) über den Altacher.

Uli Bachmeier neben Richi Schnetzer (zweiter von rechts) und mit anderen Freunden: Schnetzer und er sind gute Freunde geworden. <span class="copyright">Bachmeier</span>
Uli Bachmeier neben Richi Schnetzer (zweiter von rechts) und mit anderen Freunden: Schnetzer und er sind gute Freunde geworden. Bachmeier

Seit 2013 organisiert Bachmeier jährlich ein Eishockey-Benefizspiel zwischen Krankenhausmitarbeitern und Polizisten. “Ich wollte das eigentlich nur einmal machen, um unsere Kinder-Onkologie zu unterstützen. Doch dann dachte ich mir: Du könntest das für spezielle Notfälle wiederholen. Und schließlich entwickelte sich alles so, wie es heute ist”, erzählt Bachmeier die Historie seiner Aktion, die er nur während Corona unterbrechen musste.

30.000 Euro das Ziel

Dass die Polizisten der Umgebung als Gegner der Krankenhäusler auserkoren wurden, hat einen logischen Grund. “Ich habe im Spital oft mit Polizisten zu tun. Da entwickelt sich eine Vertrautheit, und so hat sich das halt alles so ergeben.” 30.000 Euro brachte Bachmeier beim letzten Spiel für den guten Zweck zusammen. “Eine Summe in dieser Größenordnung ist auch am am kommenden Samstag das Ziel.” Das Geld kommt von großen Sponsoren, dem Erlös einer Tombola und natürlich den Teilnehmern selbst. Diesen lassen sich nicht lumpen.

Ulrich Bachmeier bei seiner Arbeit als Gipser.  Er weiß genau, wie er mit seinen Patienten am besten umgeht.
Ulrich Bachmeier bei seiner Arbeit als Gipser. Er weiß genau, wie er mit seinen Patienten am besten umgeht.

Als der Papa verunglückte

Dass Bachmeier vom Helfersyndrom befallen ist, hat auch einen tragischen Hintergrund. “Es war im Jahr 1991. Ich war noch sehr jung. Da verunglückte mein Vater beim Absturz eines Privatflugzeugs tödlich. Das hat mich und meinen Bruder, der auch Krankenpfleger ist, geprägt”, erzählt der Familienvater. Er habe dann eine große Bereitschaft fürs Helfen entwickelt. “Ich helfe gerne, wenn jemand in Not ist.”

Auch das ist Uli Bachmeier: ein leidenschaftlicher Fan des SCR Altach. Er wohnt in der Nähe des Stadions und versäumt kein Match.<span class="copyright"> VN/Hartinger</span>
Auch das ist Uli Bachmeier: ein leidenschaftlicher Fan des SCR Altach. Er wohnt in der Nähe des Stadions und versäumt kein Match. VN/Hartinger

Ulrich Bachmeier, der umgängliche Gipser mit dem großen Herz, hat auch im Job ein G’spür für die Leut’. “Ich glaube ich weiß, wann ich einen mit etwas Humor aufmuntern kann, und wann ich zurückhaltend sein muss.”

Der überglückliche Vater einer zweijährigen Tochter liebt es in seiner Freizeit abwechslungsreich. Mit dem kleinen Mädchen auf seinem Rücken läuft er auf einen Berg nach dem anderen. Sogar zum Fußball nimmt der leidenschaftliche SCR Altach-Fan das Kind mit. An den Samstagen pflegt er am Vormittag seine Wanderrunde, zu der auch Richie Schnetzer gehört. Zu seinem Arbeitsplatz in Dornbirn fährt der Krankenpfleger zumeist mit dem Fahrrad.

Uli ist topfit: körperlich, aber vor allem im Herz.

Ulrich Bachmeier

Geboren: 20. August 1978

Beruf: Krankenpfleger

Familie: verheiratet, eine Tochter

Wohnhaft: Altach

Hobbys: Wandern, Mountainbiken, Skitouren

Lieblingsspeise: Käsknöpfle