Baustart beim Zentrumsprojekt in Hohenweiler

Auf dem ehemaligen Boch-Areal entstehen fünf Objekte mit über 30 Wohnungen.
Hohenweiler Nach einer kurzen Atempause wird im Hohenweiler Zentrum wieder gebaut – das „Herzstück“ eines ambitionierten Gesamtkonzepts, das Vorarlbergs nördlichste Gemeinde nachhaltig verändern wird, wurde in Angriff genommen: eine Wohnanlage mit mehr als 30 Einheiten sowie wichtiger Infrastruktur.
Schon der dritte Streich
Es ist bereits das dritte Wohnbau-Vorhaben im Zentrum der Gemeinde, nachdem 2019 in einem ersten Schritt eine Kleinwohnanlage der Vogewosi mit elf Einheiten bezogen werden konnte und im Vorjahr ein weiteres Projekt mit rund einem Dutzend Wohnungen fertiggestellt wurde. Auf dem Maurer-Areal wurde das Wohnhaus – ehemals Dorfladen – adaptiert und erweitert und durch eine Nachverdichtung ergänzt.
Weitsichtige Grundstückspolitik
Hohenweiler hat sich mit einer weitsichtigen Grundstückspolitik in die glückliche Lage versetzt, über strategisch wichtige Bereiche im Zentrum allein entscheiden zu können. Es begann in den 1980er-Jahren mit dem Kauf des ehemaligen Gasthofs Adler, setzte sich fort mit dem Erwerb des Boch-Areals, des Linder-Areals und zuletzt der Maurer-Liegenschaft. Insgesamt rund 5000 Quadratmeter sind somit im Gemeindebesitz.
Umfangreiches Gesamtkonzept
Wohnbau ist das „Herzstück“ eines umfangreichen Gesamtprojekts, das Anfang 2016 präsentiert wurde: Über eine Trägergesellschaft, die sogenannte Projekt- und Strukturentwicklungsgenossenschaft, an der die Gemeinde zu 60, die Raiba Leiblachtal zu 40 Prozent beteiligt ist, soll nicht nur Wohnraum geschaffen werden. Das Vorhaben inkludiert auch den Neubau von Gemeindeamt, Volksschule und Feuerwehrgerätehaus. Die Feuerwehr – früher waren Gerätehaus und Garage in das Schulgebäude integriert – hat bekanntlich 2019 nur einen Steinwurf vom Zentrumsprojekt entfernt ihr neues Gerätehaus eröffnet.
Komplizierte Vorbereitung
Bei der Präsentation des Konzepts Anfang 2016 waren Projektbetreuer Werner Hagen (Raiba) und die Gemeinde davon ausgegangen, dass das Wohnbauvorhaben im Anschluss an die Aussiedlung der Feuerwehr in Angriff genommen wird.
Ein Zeitplan, der nicht einzuhalten war, denn es stellte sich heraus, dass dafür komplizierte Vorbereitungen erforderlich waren. Der verrohrte Dorfbach führte mitten durch das Baugelände und musste aufwendig verlegt werden. Rund ein Jahr dauerten diese Arbeiten, in deren Verlauf auch die Landesstraße in diesem Bereich saniert wurde.
Corona und die galoppierenden Kostensteigerungen beim Bau führten ebenfalls zu Verzögerungen, da die Kalkulationen der Wohnungspreise der aktuellen Entwicklung angepasst werden mussten.
Noch nicht endgültig
Auf dem Areal sind zwar die Baumaschinen aufgefahren, an letzten Details für die Objekte wird indes noch eifrig geplant. „Wir wollen das Vorhaben weiter optimieren“, so Hagen, der diesbezüglich unter anderem auch die Integration einer neuen Raiba-Filiale ins Auge fasst.
Vom Tisch ist hingegen die angedachte Gastronomie im neuen Projekt. Stattdessen soll der gegenüberliegende, vor rund 20 Jahren geschlossene Gasthof Löwen reaktiviert und ausgebaut werden. STP
