Hohenweilers visionäres Zentrumsprojekt

Vorarlberg / 17.07.2023 • 16:13 Uhr
In der riesigen Baugrube im Zentrum von Hohenweiler wurde mit der Stabilisierung des Bodens begonnen.stp (3)
In der riesigen Baugrube im Zentrum von Hohenweiler wurde mit der Stabilisierung des Bodens begonnen.stp (3)

Das Projekt in der Leiblachtalgemeinde bietet Möglichkeiten vom Dorfladen bis hin zu Büros.

Hohenweiler „Wenn jemand kommt und sich dafür interessiert, im Zentrumsprojekt einen Dorfladen einzurichten, dann ist sogar das noch möglich“, betont Mario Kmenta, Geschäftsführer der Trivium Immobilien Investment Gruppe, bei einem Lokalaugenschein auf der Großbaustelle im Hohenweiler Zentrum.

Der Projektkoordinator von­-seiten der Raiba, Werner Hagen, ergänzt, dass der rechtsgültige Baubescheid hier noch viel Spielraum lässt. „Neben drei Dutzend Wohnungen in den fünf Objekten, 54 Tiefgaragen-Einstellplätzen und 12 Stellplätzen definiert der Bescheid auch drei bis vier Gewerbeflächen. Was dort entsteht – von einem Dorfladen bis Büros oder Praxen – ist noch alles möglich und wir sind für interessante Ideen noch immer offen.“

Der Erfolg von Weitsicht

Dass die Gemeinde Hohenweiler heute in der beneidenswerten Lage ist, über die Entwicklung im Zentrum völlig frei entscheiden zu können, verdankt sie der Weitsicht früherer Gemeindevertretungen. Schon vor rund 50 Jahren wurde unter Bürgermeister Kaspar Rauch begonnen, strategisch wichtige Liegenschaften im Zentrum in Gemeindebesitz zu bringen.

Heute sind praktisch alle diese Flächen „unter Kontrolle der Gemeinde“ und teilweise schon bebaut. Mit dem Erwerb des ehemaligen Gasthofs Löwen und des danebenstehenden Wohnhauses kamen auch die letzten Puzzlesteine in Gemeindebesitz – konkret in den Besitz der Projekt- und Strukturentwicklungsgenossenschaft (PSG), an der die Gemeinde zu 60, die Raiba zu 40 Prozent beteiligt ist.

Bereits vor gut 20 Jahren konnte so der Mehrzwecksaal Hokus realisiert werden und vor vier Jahren wurde auf dem ehemaligen Linder-Areal die Errichtung einer Vogewosi-Wohnanlage möglich. Auch die Aussiedlung des Feuerwehrgerätehauses (ursprünglich ans Schulhaus angedockt) war dank vorausschauender Bodenpolitik problemlos zu realisieren.

Zuletzt wurde das ehemalige Maurer-Haus adaptiert und dort durch Verdichtung rund ein Dutzend Wohnungen geschaffen. Und die „ganz dicken Brocken“ stehen erst noch aus: Schulhaus und Gemeindeamt sollen abgerissen und neu gebaut werden.

Entschiedene Vorgaben

Jetzt läuft die nächste Phase des Gesamtprojekts, für das die 2016 installierte PSG den Zuschlag der Trivium erteilte. Für Bürgermeister Wolfgang Langes war klar, dass es bei der Weitergabe von Bauflächen nicht um eine Gewinnmaximierung ging, „sondern jener Bauwerber zum Zug kommt, der ein Projekt vorschlägt, das in unser Dorfzentrum passt und sich an vorhandenen Strukturen orientiert.“

Gelöst wurde das durch die Planung von zwei größeren Objekten und drei unregelmäßig angeordneten Reihenhäusern. Vorgegeben war auch die Errichtung einer Straßenverbindung sowie öffentlicher Fußwege durch die Anlage und ein Spielplatz.

Diesen Vorgaben hat Trivium am besten entsprochen und dafür den Zuschlag bekommen. Jetzt wurde mit dem Bau begonnen, für die Tiefgarage waren rund 14.000 Kubikmeter Aushub erforderlich. Bevor mit den Baumeisterarbeiten begonnen werden kann, müssen umfangreiche Pilotierungen vorgenommen werden. STP

Das ehemalige Gasthaus Löwen soll reaktiviert werden.
Das ehemalige Gasthaus Löwen soll reaktiviert werden.
Die Visualisierung zeigt das neue Hohenweiler Zentrum.
Die Visualisierung zeigt das neue Hohenweiler Zentrum.