Sozialbrennpunkt Schule: Ausbau der Unterstützungssysteme

In vier Jahren soll Zahl der Schulsozialarbeiter von 22 Fachkräften auf 40 steigen.
Darum geht’s:
- Schule steht vor neuen Herausforderungen: mehr Mobbing, Absenzen und Eigentumsdelikte.
- Stärkung der Unterstützungssysteme für Pädagog(inn)en und Schüler(innen).
- Schulsozialarbeit und „Frühe Hilfen” als präventive Maßnahmen.
Bregenz Wegen der Ausdünnung der Schulsozialarbeit gab es im vergangenen Jahr viel Kritik. Jetzt sollen nicht nur diese Form der Unterstützung an Bildungsstätten, sondern auch andere Sozialmaßnahmen ausgebaut werden. „Die Schule steht vor neuen Herausforderungen. Es gibt mehr Mobbing, mehr Probleme wegen Absenzen und auch mehr Eigentumsdelikte. Das erfordert Maßnahmen”, sagt Landeshauptmann Markus Wallner. Die Vision von Vorarlberg als chancenreichstes Land vor allem für Kinder stehe dabei den Bemühungen Pate.
Fleißaufgabe des Landes
Eine Stärkung der Unterstützungssysteme für Pädgoginnen und Pädagogen sowie für Schüler und Schülerinnen an den Bildungsstätten soll das Schulleben verbessern. Im laufenden Schuljahr sind etwa 324 Personen als schulische Assistenz an den heimischen Lerneinrichtungen tätig. Fürs kommende Jahr hat das Land über neun Millionen Euro für die schulische Assistenz budgetiert, zusätzlich zu den 22,6 Millionen Euro, die das Land ohnehin über den nationalen Stellenplan hinaus beisteuert.

„Frühe Hilfen” als Vorzeigeprojekt
Eine zweite Säule im Unterstützungssystem bildet die Schulsozialarbeit. Ausgebildete Fachkräfte sollen Eskalationen bei Problemen an der Schnittstelle zwischen Schule, Familie und Freizeitbereich verhindern. „Wir haben auch einen Präventionsauftrag”, betont Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker. Zur Erfüllung dieses Auftrags dienen speziell die „Frühen Hilfen”. Es gehe dabei um Unterstützungen für Familien mit Kindern zwischen 0 und 3 Jahren, die Probleme haben. Vieles decke unter diesem Titel das Netzwerk Familie ab.
Häufigste Ursachen für die Probleme in Familien seien Armutsgefährdung, Überforderung der Eltern oder das Fehlen sozialer Netzwerke. „Die Frühen Hilfen sind ein Vorarlberger Pionierprojekt, welches vor Jahren in Wien als Vorbild hergenommen wurde”, freut sich Wiesflecker.