“Es war unglaublich”: FC Wolfurt feiert ersten Hallenmasters-Triumph

Vorarlberg / 10.01.2026 • 14:17 Uhr

Nach 28 Jahren gelang dem FC Wolfurt am Dreikönigstag der erste Heimsieg beim traditionsreichen Hallenmasters. Präsident Alexander Bernhard spricht im Interview über Emotionen, Entwicklung und die Bedeutung des Turniers.

Am Ende war es ein Tormann, der Geschichte schrieb: Robin Fink erzielte in der Verlängerung den entscheidenden Treffer im Finale gegen den FC Nenzing. Für den FC Wolfurt war es der erste Sieg beim eigenen Hallenmasters, nach 28 langen Jahren des Wartens. „Es war gigantisch, einfach Gänsehaut pur“, beschreibt Präsident Alexander Bernhard die Emotionen unmittelbar nach dem Schlusspfiff. Für ihn, der schon Cup- und Meistertitel miterlebt hat, war dieser Moment dennoch „nicht zu toppen“.

Kampfgeist statt Glanz

Warum es so lange gedauert hat? „Es kommt immer darauf an, mit was für einer Mannschaft wir antreten. Heuer hatten wir sicher nicht die beste, aber die kämpferischste“, erklärt Bernhard. Dass man in der Vorrunde schwächelte, um sich dann in K.o.-Spielen zu steigern, sei sinnbildlich für diesen Sieg. „Im Finale war’s dann auch ein bisschen Glückssache – aber der Wille hat den Unterschied gemacht.“

Hallenmasters als gesellschaftliches Ereignis

Das Hallenmasters ist längst mehr als nur ein Fußballturnier. Bernhard beschreibt es als „Treffpunkt um die Weihnachtszeit“, besonders auch für junge Menschen. „Auffallend viele junge Frauen zwischen 19 und 25 waren heuer da. Man merkt, dass es zu wenig Angebote für junge Leute gibt – da wird unser Turnier fast schon zu einem kleinen Festival.“

Die Idee, ausschließlich Vereinsmannschaften einzuladen, war vor 28 Jahren noch ein Wagnis. Heute ist sie das Erfolgsrezept. „Das hat sich Jahr für Jahr entwickelt“, sagt Bernhard. Die Hofsteighalle platzt regelmäßig aus allen Nähten – und eine Verlegung sei kein Thema: „Ich kenne keine bessere Halle dafür. Die Zuschauer sind hautnah dran.“

Ein Kraftakt mit 240 Freiwilligen

Hinter dem Turnier steckt ein enormer logistischer Aufwand. Bernhard selbst beginnt seinen Spieltag oft um 9 Uhr morgens, kümmert sich um Tombola-Preise, Aufbau, Abläufe – und fährt erst gegen Mitternacht wieder heim. „Früher hat man danach noch Party gemacht, das halte ich heute nicht mehr durch“, sagt er mit einem Lächeln.

Rund 240 Helferinnen und Helfer sorgen dafür, dass alles rundläuft. Viele stammen aus dem Verein, der Nachwuchs-Spielgemeinschaft oder sogar von anderen Vereinen. „Bei unserer Weihnachtsfeier gehen wir mit der Liste von Tisch zu Tisch – da trägt sich fast jeder ein.“

Wachstum mit Augenmaß

Aktuell nehmen 88 Mannschaften teil – etwas weniger als in der Vergangenheit. „Wir mussten von 17 auf 14 Spieltage reduzieren, weil das ständige Auf- und Abbauen unter der Woche mit der Schulnutzung nicht mehr ging.“ Trotzdem gibt es keine Pläne, das Turnier zu vergrößern oder zu verkleinern.

Aus Fehlern gelernt: Die Sache mit den Wetten

Vor einigen Jahren sorgte ein Deal mit einem Wettanbieter für Aufsehen – und Ärger. „Wir haben das komplett unterschätzt“, sagt Bernhard offen. Wegen Verzögerungen im Wett-System konnten Zuschauer in der Halle auf fragwürdige Weise Geld gewinnen. „Das hat die Stimmung gekippt. Spieler wurden beleidigt.“ Nach zwei Jahren war Schluss: „Lieber verzichten wir auf viel Geld und haben dafür gute Stimmung.“

Blick nach vorne: Nachwuchs und Arlbergliga

Sportlich steht der FC Wolfurt aktuell auf Rang drei der VOL.AT-Eliteliga. Ziel: „Jedes Spiel gewinnen und unsere jungen Eigenbauspieler forcieren.“ Ein möglicher Aufstieg in die neue Arlbergliga ist kein Tabu – auch wenn der Präsident skeptisch ist. „Ich war dagegen. Ich hätte lieber im Herbst nur in Vorarlberg gespielt und im Frühjahr gegen Tirol und Salzburg. Aber wenn wir sportlich aufsteigen – dann tun wir das auch.“

(VOL.AT)