Achraintunnel-Ärger: Land kündigt bereits die nächsten Wartungen an

Wiederholte Tunnelsperren sorgen für Unmut. Landespolitik verteidigt die Notwendigkeit.
Schwarzach “Was, schon wieder?” Diese Frage werden sich in den kommenden Monaten wohl viele stellen. Auch der Schwarzacher Bürgermeister Thomas Schierle übt Kritik. Wie das Land vor wenigen Tagen mitteilte, wird der Achraintunnel zwischen Februar und Ende Oktober 2026 wegen Wartungsarbeiten rund 15-mal in der Nacht gesperrt. Der Grund: Die Ventilatoren müssen ausgetauscht werden.
Die erste Sperre fand in der Vorwoche statt. In den nächsten Monaten sind jeweils zwischen 20 und 6 Uhr weitere Sperren geplant. Nicht nur Schierle ist der Ansicht, dass kein anderer Tunnel in Vorarlberg so oft gesperrt ist wie der Achraintunnel. Das Land weist diese Kritik konsequent zurück.

“Der Achraintunnel ist bautechnisch in einem sehr guten Zustand und weist keine Schäden auf, die sich beispielsweise auf eine mangelhafte Berücksichtigung der Baugrundverhältnisse zurückführen lassen”, teilte der damalige Verkehrslandesrat Marco Tittler bereits in einer Anfragebeantwortung im April 2022 mit. Der amtierende Verkehrslandesrat Christof Bitschi bekräftigte vor wenigen Tagen in der Sendung “Vorarlberg Live”: “Es wurden keine Planungsfehler begangen.” Die Sperren seien schlichtweg für die Erhaltung notwendig. Also kein Pleiten-Pech-und-Pannen-Tunnel? “Ganz im Gegenteil. Hochprofessionell”, sagt Bitschi.

Wie fast alle anderen Tunnel in Vorarlberg werde der Achraintunnel zweimal im Jahr gereinigt und sicherheitstechnisch überprüft, erläutert das Land. Hinzu komme, dass das Wasser im Berg, ähnlich wie beim Langener Tunnel, sehr kalkhaltig ist. Damit die Entwässerungsrohre nicht verstopfen, müssten die Leitungen regelmäßig gespült und gereinigt werden. Vor vier Jahren hieß es noch: “Aufgrund des guten baulichen Zustandes sind in den nächsten fünf Jahren aktuell keine Instandsetzungsmaßnahmen geplant.”

2023 musste dann die Querschlagsbelüftung an die aktuellen Vorschriften angepasst werden. Nun sind die Ventilatoren an der Reihe. Das Land verweist auf die begrenzten Lebenszyklen der technischen Ausrüstung. “Die Ventilatoren unterliegen einer funktionsbedingten Abnutzung und die notwendige Überholung war aufgrund unserer laufenden Inspektionstätigkeiten absehbar”, erklärt die Presseabteilung des Landes auf Anfrage.

Der Achraintunnel (3340 Meter) ist nach dem Arlberg-Straßentunnel (13.972 Meter) und dem Pfändertunnel (6718 bzw. 6744 Meter) der drittlängste Straßentunnel in Vorarlberg. Aufgrund seiner Länge und Ausstattung ist er laut Land eher mit den Tunnelanlagen an der A14 oder an der S16 vergleichbar. Dass die Verbindung zwischen dem Rheintal und dem Bregenzerwald in den kommenden Monaten 15-mal gesperrt werden muss, hänge damit zusammen, dass die insgesamt 14 Ventilatoren im Fahrraum ausgebaut, im Werk überholt und danach wieder im Tunnel montiert werden müssen. Damit die Lüftung auch im Brandfall funktioniert, dürften höchstens zwei Ventilatoren, teilweise sogar nur ein Ventilator gleichzeitig ausgebaut werden. Gleichzeitig sollen weitere Instandhaltungsmaßnahmen, die aufgrund des Alters der Anlagen notwendig sind, umgesetzt werden, darunter die Erneuerung der Fluchtwegorientierungsschilder, der Notstromversorgung und von Teilen der Videokameras.

Der Verkehr wird während der Sperren über die Schwarzacher Straße (L 3a), die Hofsteigstraße (L 3) und die Schwarzachtobelstraße (L 7) umgeleitet. Die Gemeinde Schwarzach habe vor rund zwei Wochen eine Vorabinformation über die Sperre erhalten, sagt der Bürgermeister. “Mehr weiß ich nicht. Uns bindet man da nicht ein. Diese Illusion habe ich schon aufgegeben.” Nach der Sperre ist vor der Sperre. “Aufgrund der begrenzten Lebenszyklen der technischen Ausrüstung müssen laufend weitere Instandsetzungen von Anlagenteilen erfolgen. Insbesondere in den kommenden fünf Jahren ist die Instandsetzung der Tunnelbeleuchtung geplant”, kündigt das Land an.

Für Thomas Schierle ist vor allem der Stau ein ständiges Reizthema. “Es ist immer mehr Verkehr durch den Ort. Wir haben schon das Problem mit Dornbirn-Nord und dann kommt noch der Achraintunnel dazu.” Nachtsperren gingen, aber tagsüber gebe es immer Stau. “Ab und zu machen sie eine Ampel, ab und zu nicht. Aber wie gesagt, da sind wir nicht eingebunden. Wir haben auch kein Mitspracherecht”, merkt er an.