“Die Hexe gehört zum kulturellen Erbe dazu”

Vorarlberg / 19.02.2026 • 13:26 Uhr
"Die Hexe gehört zum kulturellen Erbe dazu"
In Mäder wird nicht nur der Hexenbrauch hochgehalten. Privat

Die Funkenzunft Mäder bleibt am Funkensonntag ihrer Tradition treu.

Mäder Zehn bis zwölf Meter hoch und obendrauf eine Hexe: So kennt man den Funken in Mäder seit Generationen – und so soll es auch bleiben. „Die Hexe gehört zum kulturellen Erbe dazu. Ich bin seit über 40 Jahren bei der Funkenzunft. Die Hexe hat es bei uns schon immer gegeben“, sagt Mario Tusch, Obmann der Funkenzunft Mäder, und verweist dabei auch auf die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes, in die der Funkensonntag im Jahr 2010 aufgenommen wurde. Im Bewerbungsformular wird die „Funkenhexe“ ausdrücklich erwähnt. Konkret heißt es dort: „Ist der Funken errichtet, wird am Geäst der Funkentanne eine lebensgroße Stoffpuppe, die sogenannte ,Funkenhexe‘, befestigt. Bei Anbruch der Dunkelheit wird der Funken entzündet. Erreichen die Flammen die ,Hexe’, explodiert diese mit einem heftigen Knall. Verbrennt die Hexe nicht, erfolgt am darauffolgenden Sonntag ein ,Begräbnis‘.“

"Die Hexe gehört zum kulturellen Erbe dazu"
Die Hexe wird jedes Jahr in liebevoller Handarbeit gefertigt.
"Die Hexe gehört zum kulturellen Erbe dazu"
Der Kopf ist aus Pappmaché.
"Die Hexe gehört zum kulturellen Erbe dazu"
Obmann Mario Tusch bei der Arbeit.
"Die Hexe gehört zum kulturellen Erbe dazu"

Auf dem Funken in Mäder thront deshalb auch heuer wieder eine Hexe, eine kleine auf dem Kinderfunken und eine große auf dem Hauptfunken. Denn für Tusch und seine Funkenzunft ist klar: „Die Hexe steht sinngemäß für den Winter. Es geht darum, die bösen Geister auszutreiben. Nur dafür ist die Hexe da.“

"Die Hexe gehört zum kulturellen Erbe dazu"
Der Funkenmeister mit Hexe.

Die Hexe wird jedes Jahr in liebevoller Handarbeit im Keller eines Vereinsmitglieds gefertigt, der Kopf aus Pappmaché geformt und bemalt, das „Häs“ selbst genäht. Auch ansonsten hält man in Mäder die Tradition hoch. Der Funken findet nur am Sonntag statt. Dazu gibt es Funkaküachle, eine Wurst, Limonade, Bier, Glühwein und Glühmost. Funkenmeister Roland Rath sorgt dafür, dass der Holzturm stabil steht und die Hexe am Ende auch explodiert. „Bis jetzt ist sie immer explodiert“, ergänzt Mario Tusch und lacht. Den Wettkampf um „höher, weiter, schneller“ überlassen die Zunftmitglieder anderen. „Wir sind eine traditionelle Funkenzunft. Uns ist wichtig, dass wir zusammenstehen und gemeinsam den Funken machen. Solange die Mehrheit der Bevölkerung kein Problem mit der Hexe hat, bleiben wir dabei“, betont der Obmann.

"Die Hexe gehört zum kulturellen Erbe dazu"
Die Hexe sieht jedes Jahr anders aus.
"Die Hexe gehört zum kulturellen Erbe dazu"
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