Wo kleine Schritte Großes bewirken

Barbara Hofer engagiert sich seit 30 Jahren bei der Caritas-Haussammlung.
Lustenau “Hoi Barbara, kusch wieder gi sammla?” – so wird Barbara Hofer häufig begrüßt, wenn sie im März für die Haussammlung der Caritas unterwegs ist. Die engagierte Lustenauerin geht seit 30 Jahren von Haus zu Haus und bittet um Spenden für Menschen in Not in Vorarlberg. Seit sieben Jahren ist sie im gleichen Gebiet unterwegs. Die 72‑Jährige kennt die Menschen, die sie hinter den Haustüren erwarten – und man kennt auch sie.

Barbara Hofer wurde in Riefensberg geboren. Aufgewachsen in einem katholischen Umfeld im Bregenzerwald, erlebten sie und ihre vier Geschwister schon früh, was es bedeutet, sich für andere einzusetzen. “Mein Vater engagierte sich ehrenamtlich sehr stark. Für mich war es daher immer selbstverständlich, etwas zu tun”, sagt sie. Als sie nach ihrer Heirat nach Lustenau zog, half ihr ihr Engagement in der Pfarre Rheindorf dabei, Kontakte zu knüpfen. Mittlerweile ist Barbara Hofer seit Jahrzehnten Teil der Pfarrgemeinde und fest verwurzelt.
Ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten sind sehr vielfältig: Sie ist Mitglied des Pfarrgemeinderates, übernimmt einmal in der Woche eine Anbetungsstunde und organisiert gemeinsam mit anderen Frauen im Rahmen der Pfarrcaritas einen Seniorennachmittag. Außerdem überbringt sie im Auftrag der Pfarre den über 80‑Jährigen Glückwünsche zum Geburtstag. “Ich hatte schon immer gerne mit Menschen zu tun”, sagt sie, “und nichts tun, ist einfach nicht meines.”

Bei der Caritas-Haussammlung ist Barbara Hofer nicht nur als Sammlerin im Einsatz, sondern auch als ehrenamtliche Koordinatorin. Ihre Motivation schöpft sie aus ihrem Glauben. “Ich sehe Sinn darin, für andere Gutes zu tun.” Bis zu vierzig Frauen und Männer helfen jedes Jahr bei der Aktion in der Pfarre mit. Nachwuchs zu finden, ist nicht immer einfach. Menschen, die überlegen, sich bei der Haussammlung zu engagieren, möchte die Pensionistin ermutigen: “Mit einer positiven Einstellung und Humor unterwegs sein – dann können schöne Begegnungen und interessante Gespräche entstehen.”
Beruflich engagierte sich Barbara Hofer fast drei Jahrzehnte lang beim Mobilen Hilfsdienst, wo sie unter anderem in der Einsatzleitung tätig war. In dieser Zeit hatte sie bereits einige Berührungspunkte mit der Caritas, etwa durch die Zusammenarbeit mit der Familienhilfe. Besonders am Herzen liegt ihr auch die Arbeit von Hospiz Vorarlberg, das Menschen in der letzten Lebensphase begleitet und auch für Angehörige da ist.
Wenn Barbara Hofer in diesen Tagen wieder als Haussammlerin in Lustenau unterwegs ist, freut sie sich über jede einzelne Spende. Sie ist überzeugt, dass auch kleine Gesten viel bewirken können, wenn möglichst viele Menschen sich beteiligen. “Viel bitzle git o an Hufa” – dieser Satz aus ihrer Kindheit begleitet sie bis heute. Ein wichtiger Aspekt ist ihr außerdem, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, warum Sammlerinnen und Sammler unterwegs sind: aus Nächstenliebe und mit dem Wunsch, sich für Menschen in Not einzusetzen. GHP
Zur Person
Wohnort: Lustenau
Geboren in: Riefensberg
Alter: 72
Hobbys: Radfahren, Gartenarbeit, Wandern
Familie: verheiratet, 2 Söhne, 3 Enkelkinder (7, 9 und 16 Jahre)

