Wildtierstation vor Eröffnung: “Tausende Tiere bekommen jetzt eine zweite Chance”

Von Wohnzimmern in eine eigene Station: Was sich jetzt für die Wildtiere im Land ändert.
Dornbirn “Es ist ein unglaubliches Gefühl, jetzt hier zu stehen, aber ein bisschen Ehrfurcht ist schon dabei”, sagt Wildtier-Obfrau Katharina Feurstein, während sie durch den Rohbau der ersten offiziellen Wildtierstation läuft. Direkt neben dem Vorarlberger Tierschutzheim in Dornbirn-Martinsruh laufen die Bauarbeiten für das Projekt der Vorarlberger Wildtierhilfe auf Hochtouren.

Die Fenster sind bereits eingebaut, auch die Elektrik ist verlegt. In den kommenden Wochen folgen die Böden, danach werden die ersten Möbel geliefert. Schon Ende Mai sollen die ersten Tiere aufgenommen werden.

Seit 2005 kümmert sich die Wildtierhilfe Vorarlberg um verletzte und verwaiste heimische Wildtiere. Bisher geschah das in privaten Räumlichkeiten der ehrenamtlichen Helfer. Mit der neuen Station, die vom Büro Johannes Kaufmann und Partner geplant wurde, entsteht nun erstmals eine zentrale Anlaufstelle. “Hier wird alles an einem Ort gebündelt. Damit können wir noch mehr Tieren helfen”, freut sich die diplomierte Tierpflegerin. Das erleichtere die Abläufe und mache die Arbeit deutlich effizienter.
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Die neue Wildtierstation verfügt auf einer Fläche von rund 200 Quadratmetern über mehrere Bereiche, darunter einen Erstaufnahmeraum, drei Tierzimmer, eine Futterküche, ein Büro sowie mehrere Volieren im Außenbereich. Insgesamt können laut Katharina Feurstein künftig 150 Tiere gleichzeitig betreut werden. Ausgewildert werden die Tiere nicht ausschließlich vor Ort. “Je nach Art und Bedürfnissen werden sie weiterhin auch an verschiedenen Auswilderungsstellen in ganz Vorarlberg wieder in die Natur entlassen”, erklärt Feurstein.

In der Wildtierstation werden neben einer Tierärztin und einer Buchhalterin auch drei Tierpfleger tätig sein. Besetzt werden die Stellen mit Menschen, die sich schon seit Jahren ehrenamtlich für die Wildtierhilfe engagieren. “Sie werden damit erstmals für ihre Arbeit bezahlt”, freut sich Feurstein. Darunter ist auch Sarah Schöller, die bald in der neuen Wildtierstation arbeiten wird. “Ich engagiere mich schon seit vielen Jahren für die Wildtierhilfe, aktuell pflege ich einen Babymarder bei mir zu Hause”, erzählt sie. Gerade im Frühling sei besonders viel zu tun. “Umso wichtiger ist es, dass wir mit der neuen Artenschutzstation nun bessere Möglichkeiten haben.”

Auch künftig ist die Wildtierstation auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen. “Wir müssen den laufenden Betrieb finanzieren”, sagt Feurstein. Dabei geht es aber nicht nur um Geld. Auch Sachspenden sind willkommen. “Wir brauchen nichts Neues, aber funktionierende Dinge, vom Drucker bis hin zu Einrichtungsgegenständen.” Zudem werden freiwillige Helfer gesucht, die im täglichen Betrieb mit anpacken.
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Als letztes Bundesland in Österreich erhält nun auch Vorarlberg eine eigene Wildtierstation. Für Katharina Feurstein ist das ein wichtiger Schritt, für den sie lange gekämpft hat: “Es ist so wichtig, dass wir Verantwortung für unsere Umwelt tragen. Das ist das innovativste und beste Tierschutzprojekt für Vorarlberg. Hier bekommen Tausende Wildtiere eine zweite Chance. Ich bin richtig Feuer und Flamme.”
