“Plötzlich richten sich 20 Augenpaare auf dich”

Christina Hildebrand (20) lernt das Dirigieren an der Rheintalischen Musikschule.
Darum geht’s:
- Christina nutzt einen neuen Dirigierstab namens ‚Mozart‘.
- Sie lernt Dirigieren, um ihre Musikkarriere zu erweitern.
- Erfolgreicher erster Auftritt beim Konzert “Brass Mania”.
Gaißau Wenn die 20-jährige Lehramtsstudentin Christina Hildebrand aus Gaißau die Rheintalische Musikschule in Lustenau betritt, hat sie neben ihrer Klarinette seit Kurzem auch ihren eigenen Dirigierstab im Gepäck. “Ich habe mich für das Modell ‚Mozart‘ entschieden”, erzählt sie stolz. Der Stab liegt ihr besonders gut in der Hand, gibt ihr Sicherheit und Klarheit, ein beruhigendes Gefühl, wenn das gesamte Orchester auf ihr Zeichen wartet. Seit Herbst wechselt sie gelegentlich ihren Platz im Musikverein Gaißau: Statt mit der Klarinette sitzt sie dann am Dirigierpult. “Dieser Perspektivenwechsel macht mir großen Spaß. Es ist spannend, auf der anderen Seite zu stehen und das Orchester zu leiten”, sagt sie.

Musik bestimmt ihren Alltag
Musik spielt für die sympathische junge Frau eine zentrale Rolle. Bereits seit ihrem sechsten Lebensjahr spielt sie Klarinette und ist Mitglied im Musikverein ihres Heimatdorfes. Außerdem gehört sie zur Sinfonietta der Rheintalischen Musikschule. Irgendwann reifte in ihr der Wunsch, auch das Dirigieren zu erlernen. “Jahrelang bin ich zu den Proben gekommen, habe meine Noten gespielt und mir wenig Gedanken darüber gemacht, wie umfassend die Arbeit des Dirigenten eigentlich ist”, berichtet sie. Im Herbst schrieb sie sich schließlich für den Dirigierkurs an der Musikschule ein. Dort lernt sie, Partituren zu lesen, zu unterteilen und das große Ganze zu überblicken. Schnell wurde ihr klar, dass zum Dirigieren weit mehr gehört als das bloße Bewegen der Arme im Takt.

Die Hände geben den Ton an
Besonders wichtig sei, dass die Hände auf einer Ebene bleiben. “Sie bewegen sich eigentlich wie ein Pinsel – auf und ab, hin und her”, erklärt sie. Soll das Orchester leiser spielen, dirigiert sie mit kleineren Bewegungen, bei lauteren Passagen mit größeren. “Auch bei kurzen Noten bewegt sich der ganze Körper mit”, schildert sie anschaulich. Das Erlernte kann sie wöchentlich bei den Proben der jüngsten Vereinsmitglieder anwenden, eine Aufgabe, die ihr besonders viel Freude bereitet. Kürzlich durfte sie beim großen Konzert “Brass Mania” im Reichshofsaal ein Stück dirigieren. “Das war eine tolle Erfahrung. Das Klangbild in so einem großen Saal ist überwältigend”, schwärmt sie. Vor ihrem Auftritt bereitete sie sich intensiv vor: “Ich habe die Partitur aufgeschlagen, gewartet, bis es ruhig wurde, mich konzentriert und im Kopf die Geschwindigkeit des Stücks durchgegangen. Als das Orchester dann auf mein Zeichen einsetzte, war das einfach überwältigend.”
Den Überblick behalten
Nicht nur beim Dirigieren behält Christina stets den Überblick über zahlreiche Instrumente und Stimmen, im Orchester sind es oft mehr als 15 verschiedene, die sie farblich unterteilt. Auch im Studium zur Volksschullehrerin weiß sie, wie wichtig es ist, die Übersicht zu bewahren. Vergangene Woche absolvierte sie erfolgreich ihre erste Prüfung als Nachwuchsdirigentin. “Die Kunst ist es, den Überblick zu behalten, ob am Dirigentenpult oder in der Schule”, sagt sie und lächelt zufrieden. Wer weiß: Vielleicht wird Christina in ein paar Jahren ein großes Orchester übernehmen und es sicher durch die Stücke dirigieren. Eine Aufgabe, die ihr schon jetzt große Freude bereitet.
Zur Person
Christina Hildebrand
Geburtstag 21. September 2005
Wohnort Gaißau
Hobbys Musik, Skifahren

