Arzt und Forschender

Vorarlberg / 22.06.2026 • 14:25 Uhr
VIVIT
Heinz Drexel (r.) vertritt das VIVIT inzwischen als Präsident. Geschäftsführer ist Andreas Leiherer.

Vor 30 Jahren gründete Prof. Heinz Drexel aus privatem Antrieb das VIVIT-Institut.

Dornbirn Mit 16 musste eine Entscheidung her. Motorenentwicklung? Lehramt? Medizin? Der junge Heinz Drexel hatte vielfältige Interessen. Er wandte sich der Medizin zu. “Da kann ich etwas für die Leute tun”, befand er. Seitdem sind 50 Jahre ins Land gezogen, und der inzwischen ältere Heinz Drexel (74) tut immer noch etwas für das Patientenwohl. Jetzt aber vorzugsweise im Vorarlberger Institut für Gefäßuntersuchung und -behandlung, kurz VIVIT genannt. Drexel gründete das wissenschaftliche Institut, das sich der Forschung und Behandlung von Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Diabetes und Arteriosklerose widmet, vor 30 Jahren. Ihm war es ein Anliegen, die Theorie mit der Praxis zu verknüpfen und neueste Erkenntnisse auf diese Weise frühzeitig den Patienten zugänglich zu machen. Heute verfügt das VIVIT-Institut über hohes internationales Ansehen. Am Donnerstag wird der Erfolgslauf dieser privaten Initiative gefeiert.

Arzt und Forschender
Als Referent bei Mini Med Konkret sorgte Heinz Drexel mit seinen Themen stets für volle Säle.

Gefragter Vortragender

Das Team des VIVIT besteht aus rund 20 Spezialisten mit Hintergrund in Medizin und Naturwissenschaften. Seit der Gründung 1996 wurden etwa 400 Forschungsartikel in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht und 15 Habilitationen abgewickelt. Letztere dienen als Nachweis der herausragenden Befähigung zu selbstständiger Forschung und Lehre. Heinz Drexel, der sich im letzten Studienjahr für die Innere Medizin entschied, zeigte schon früh auch Begeisterung für Forschung und Wissenschaft. Die Forschung sollte ihn aber nicht von der Arbeit mit den Patienten abhalten. Also versuchte er, beides zu vereinen. Was Heinz Drexel ebenfalls nicht wollte: die Mechanismen des Fettstoffwechsels ergründen. “Da konnte man früher nicht viel tun, außer bei erhöhtem Cholesterin weniger Eier essen”, merkt er schmunzelnd an. Doch es kam anders. Fettstoffwechsel und Diabetes wurden sein Steckenpferd, was sich bislang unter anderem in rund 530 Publikationen und mehreren tausend Vorträgen manifestiert. Der Internist war auch ein gefragter Redner bei den von den VN organisierten Gesundheitsplattformen Mini Med und Med Konkret.

Prof. Heinz Drexel
Gemeinsam mit Ursula Mathis-Moser und Maximilian Thaler konnte Heinz Drexel (l.) unlängst sein Goldenes Doktorjubiläum feiern. Foto: UIK

Der Dornbirner kann auf eine insgesamt beeindruckende Karriere zurückblicken. 1976 promovierte Heinz Drexel an der Uni Innsbruck sub auspiciis praesidentis, er war Oberarzt am Stadtspital Dornbirn sowie an Krankenhäusern in Innsbruck, Zürich und Boston. 1994 avancierte Drexel zum Universitätsprofessor in Innsbruck und war als solcher von 2017 bis 2019 auch in Bern tätig. 1994 wurde er zum Primar der Internen Abteilung am Landeskrankenhaus Feldkirch berufen, was er bis zu seiner Pensionierung 2016 blieb. Von 2019 bis 2021 übernahm er kurzzeitig die Interne im LKH Bregenz, um sie wieder in ruhige Gewässer zu führen. Heinz Drexel engagierte sich aber auch über die Tore der heimischen Spitäler hinaus: als Präsident der Österreichischen Diabetesgesellschaft, in der Europäischen Herzgesellschaft, als Lehrender an der Privaten Universität in Liechtenstein sowie an der Drexel University in Philadelphia. Dort wurde er 2007 mit dem Ehrendoktorat gewürdigt.

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Prof. Heinz Drexel mit der Ehrenurkunde der Drexel University in Philadelphia.

Teamarbeit und Förderer

Es war ihm stets ein Anliegen, am Puls der Zeit zu bleiben. “Dafür muss man selbst forschen”, erkannte Heinz Drexel frühzeitig. Diesem Gedanken entsprang die Gründung des VIVIT-Instituts, das auf eine Vielzahl von privaten Förderern bauen kann. “Ein solch umfassendes Engagement ist nur mit Teamarbeit möglich”, betont Drexel, der inzwischen als Präsident fungiert. Mit der Forschung wollte er Bleibendes schaffen. Es ist ihm gelungen.

Forschungsförderung
Heuer konnten Heinz Drexel, Laura Schnetzer und Andreas Leiherer (v. l.) sogar eine Förderung des Österreichischen Wissenschaftsfonds für ein dreijähriges Adipositas-Projekt einheimsen.

Rückhalt für seine intensive Hinwendung zur Arbeit kam von seiner Familie. “Außerhalb meines Berufs war ich immer zu Hause”, sagt der zweifache Vater und ergänzt amüsiert: “Ich habe öfter auf die Kinder gewartet, als die Kinder auf mich.” 100-Stunden-Wochen, wie sie früher selbstverständlich waren, gehören der Vergangenheit an. Jetzt stehen der Garten, Wandern, Radfahren und Schwimmen im Vordergrund. Dafür nimmt sich der Liebhaber italienischer Opern bewusst Zeit. Die Forschung spielt ebenfalls noch eine Rolle: “Jetzt aber in reduzierter Dosis.” Heinz Drexel sagt es mit einem stillen Lächeln.

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In der Freizeit zählt das Radfahren zu den Lieblingsbeschäftigungen des engagierten Arztes.

Zur Person

Prof. Heinz Drexel

Geboren: 1951 in Dornbirn

Wohnort: Dornbirn

Werdegang: Medizinstudium, Ausbildung zum Internisten, verschiedene Stationen als Oberarzt, Primar am LKH Feldkirch, Gründer des VIVIT-Instituts, Universitätsprofessor

Familie: verheiratet, zwei Kinder

Primar Heinz Drexel ist schon lange auch in der Diabetesforschung tätig. 
Die Diabetesforschung lag und liegt Heinz Drexel immer noch am Herzen.