Der Apotheker mit dem Musikerherz

Klaus Michler führt seit 26 Jahren die Martin-Apotheke in Lochau. Neben seinem Beruf erfüllt ihn die Musik.
Lochau Mit 13 Jahren begann Klaus Michler (heute 62) Elektrogitarre zu spielen. “Ich wollte Rockmusiker werden und als Solo-Gitarrist auf großen Bühnen spielen”, erzählt er von seinem damaligen Traum. Mit 16 Jahren trat er der Band “Orchestra Paranoia” bei. “Ich habe mit Tschako gespielt.” Im Alter zwischen 16 und 18 Jahren machte der Gymnasiast am Jazz-Seminar Dornbirn eine Ausbildung. Nach der Matura wollte Michler an der Musikhochschule in Graz Jazzgitarre studieren. “Leider bestand ich die Aufnahmeprüfung nicht.” Der Sohn eines Apotheker-Ehepaares aus Lochau war tief enttäuscht. “Das war mein persönliches Waterloo.”
Aber er hatte einen Plan B. 1983 begann er in Wien zur Freude seiner Eltern Pharmazie zu studieren. “Mich interessierte die Wissenschaft von den Arzneistoffen. Außerdem wollte ich etwas machen, womit ich meinen Lebensunterhalt sicher verdienen kann.” Aber die Musik ließ ihn nicht los. Weil er an der Gitarre besser werden wollte, nahm sich der Student Privatlehrer und bildete sich am Schubert-Konservatorium und am American Institute of Music weiter. Von 1985 bis 1999 trat der Lead-Gitarrist mit verschiedenen Bands auf.

In den Jahren 2000 bis 2010 konnte Michler zu seinem Bedauern aus Zeitnot keine Musik machen. Seine Familie – seine drei Kinder – forderte ihn. Auch sein Betrieb brauchte ihn. Im Jahr 2000 hatte Michler, der inzwischen aufgrund seiner Ausbildung eine Apotheke führen durfte, den elterlichen Betrieb in Lochau übernommen. Zudem war er von 2002 bis 2007 als Präsident der Apothekerkammer Vorarlberg tätig. “Ich wollte etwas bewegen und zeigen, dass wir Apotheker keine reinen Verkäufer und Händler sind, sondern als Arzneimittelfachleute ein Teil des Gesundheitssystems sind.”
Michler ist gerne Apotheker. “Ich bereue es nicht, diesen Beruf ergriffen zu haben. Für mich ist das Schönste, mit Menschen zu arbeiten. Ich unterhalte mich gerne mit meinen Kunden und unterstütze sie gerne bei gesundheitlichen Problemen.” Freilich: “Wenn ich von der Musik leben könnte, würde ich nur noch Musik machen.”

Der 62-Jährige, der sich musikalisch laufend weiterbildet und unter anderem am Münchner Gitarreninstitut studiert hat, rief im Jahr 2010 das jährliche Musikevent “Ferry Jam” auf der Alten Fähre in Lochau ins Leben. Einen fixen jährlichen Live-Auftritt hat er seit dem Jahr 2013 auch jeden ersten Donnerstag im August mit der Band “km-special and Friends” im Garten des Gasthauses Seibl in Oberhaggen in Lochau.
2015 gründete der begeisterte Musiker die Band “FuseON”. “Doch ein Jahr später musste ich die Reißleine ziehen, weil unser Sohn David schwer erkrankte.” Die Zeit zwischen 2016 und 2022 war für den Familienvater schwierig. “David erlitt zwei Krankheitsrückfälle. Meine Mutter starb 2019. Und ich hatte 2022 einen schweren Skiunfall, bei dem ich mir Wirbel brach.”

Die Musik tröstete ihn. “Sie ist mein Ventil für Emotionen. Musik gibt mir viel, egal, ob ich traurig oder glücklich bin.” 2019 brachte er erstmals eine CD mit selbst komponierten Stücken heraus. Seit 2025 greift der musikalische Apotheker auch wieder in einer Band zur Gitarre. “km-special band” hatte dieses Jahr schon mehrere Auftritte.
Nach der Pensionierung in zwei bis drei Jahren möchte der Lochauer weitere CDs produzieren “und vielleicht ein bisschen unterrichten”. Und weil er sich als Rampensau auf der Bühne am wohlsten fühlt und Publikum braucht, hofft der Musiker auch auf zahlreiche Live-Auftritte.
Klaus Michler
geboren 15. Dezember 1963 in Wien
Wohnort Lochau
Familie verheiratet, drei Kinder
Hobbys Musik, Skifahren
Motto immer weitermachen