Der steinige Weg zum Familienglück

Vorarlberg / 06.07.2026 • 07:00 Uhr
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Mit den beiden Kindern war das Familienglück der Königs vollkommen. melanieoehm photography

Alexandra und Peter König wünschten sich nichts sehnlicher als ein Kind. Doch bis sich ihr Traum erfüllte, mussten sie einen schmerzhaften Weg voller Hoffen, Bangen und Rückschläge gehen.

Satteins Alexandra König (48) und ihr Mann Peter wünschten sich sehnlichst Kinder. Aber auf natürlichem Wege funktionierte es nicht. “Wir haben es versucht, aber ohne Erfolg”, erzählt die Satteinserin. Nach zwei Jahren unerfülltem Kinderwunsch entschied sich das Paar für eine künstliche Befruchtung. “Beim zweiten Anlauf funktionierte es. Aber in der elften Schwangerschaftswoche verlor ich mein Baby.”

Trotz der Fehlgeburt gab Alexandra nicht auf. “Ich war schon immer eine Kämpferin.” Und wieder setzte man ihr einen Embryo in die Gebärmutter ein. Kurz darauf stellte sich die ersehnte Schwangerschaft ein. Doch die Freude darüber währte nicht lange. “Die Ärzte sagten uns, dass dieses Kind aufgrund einer angeborenen Fehlbildung nicht lebensfähig sein wird.” In der 19. Schwangerschaftswoche brachte Alexandra das beeinträchtigte Kind zur Welt. Es starb noch während der Geburt. “Es war ein Mädchen. Wir haben sie Samira genannt und die Nacht mit ihr verbracht. Wir hielten sie in unseren Armen und weinten.”

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Alexandra König mit ihren zwei Kindern. Inzwischen ist Larissa 14 und Florentina 9 Jahre alt.
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Trotzdem gab das Ehepaar seine Hoffnung auf eigene Kinder nicht auf. “Wir hatten ja noch eingefrorene Embryonen.” Aber bevor die Behandlung begann, wurde Alexandra auf natürlichem Wege schwanger. “Die Freude war groß, die Angst aber auch.” Die Schwangerschaft verlief schwierig. “Ich hatte in der frühen Schwangerschaft Blutungen. In der 18. Woche bekam ich Wehen.” Die Ärzte verordneten ihr strenge Bettruhe. “Ich musste im Spital bleiben und durfte nicht mehr aufstehen. Zudem bekam ich Wehenhemmer.”

Die Oberländerin fühlte sich im Landeskrankenhaus Feldkirch gut aufgehoben. “Hebamme Yasmin Jäger gab mir Mut und Kraft zum Weitermachen. Jede Woche, die wir schafften, war ein Geschenk. Dem lieben Gott dankte ich jeden Abend dafür, dass mein Baby noch im Bauch ist.” Larissa kam sechs Wochen zu früh zur Welt. “Sie war gesund und musste nicht auf die Frühchen-Station.” Für Alexandra und ihren Mann war es ein unvergesslicher Moment, das Neugeborene zum ersten Mal in den Armen zu halten – nach all den Ängsten in der Schwangerschaft. “Aber die ersten paar Monate mit Larissa waren nicht einfach. Denn sie hatte oft Bauchkrämpfe. Manchmal weinte sie stundenlang. Da blutet einem das Herz.”

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Larissa ist eine erfolgreiche Springreiterin. horsepic.at by Brunnmayr

Alexandra und Peter wollten ein Geschwisterchen für Larissa. “Fünf Jahre passierte nichts.” Dann entschloss sich das Paar abermals zu einem Embryo-Transfer. Alexandra wurde wieder schwanger. “Es war keine gute Schwangerschaft. Ich hatte wieder Blutungen.” Die Ärzte rieten ihr zu einem operativen Verschluss des Gebärmutterhalses, um das Risiko einer Frühgeburt zu verringern. Florentina kam in der 35. Schwangerschaftswoche gesund zur Welt. Nun war das Glück der Königs vollkommen.

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Florentina hat im Kunstturnen schon einige Wettkämpfe gewonnen.

Inzwischen ist Florentina neun Jahre alt. “Sie ist eine begeisterte Kunstturnerin”, verrät ihre Mama. Auch Larissa (14) ist sportlich erfolgreich. “Sie ist Springreiterin.” Die Kinder sind Alexandras ganzer Stolz. “Für sie täte ich alles. Ich liebe sie unendlich.” Die zweifache Mutter kann kaum in Worte fassen, wie dankbar sie für ihr Familienglück ist. “Das Leben belohnt jene, die nicht aufgeben”, sagt sie, und jetzt glänzen ihre Augen vor Tränen.