Ein Kult-Wirt bangt um sein Lebenswerk

Lothar Eiler ist wieder auf der Suche nach einem neuen Pächter der Alberschwender Taube.
Alberschwende Berichte über Insolvenzen in der Ländle-Gastronomie sind medialer Alltag, das grassierende Gasthaussterben macht auch vor Traditionshäusern nicht halt. Aus Dorfgasthöfen werden Pizzerien, andere werden überhaupt aufgelassen, immer mehr kleine Gemeinden sind schon ohne Dorfwirtschaft.

Impulsgeber für Gastronomie
Einer, der diese Entwicklung seit vielen Jahren mit Sorge verfolgt, ist Alberschwendes Tubowirt Lothar Eiler – umtriebiger Gastronom mit Leib und Seele, der sich nicht nur für “seine” Taube engagiert, sondern auch darüber hinaus im Dorfgeschehen und in der Gastronomie Akzente setzt – etwa als “Gründungsmitglied” der Bregenzerwälder KäseStraße. In Alberschwende war er “Erfinder” der Sommerserie Käsklatsch, die in den vergangenen Jahren bei mehr als 200 Veranstaltungen oft mehr als Tausend Gäste begeisterte. Auch die KulturMeile oder der reaktivierte Alptag gehen maßgeblich auf seine Initiative zurück. Olgas Festsaal in der Taube wurde nicht nur für Familien- oder Firmenfeiern eine beliebte Location, sondern auch Bühne für Kleinkunst – “zweites Wohnzimmer” etwa für die Bahnteifl oder Hanskaspas Enkel. Zwei Stockwerke tiefer lädt seit 1995 “Lebold’s Pub” die Nachtschwärmer ein.

Zukunft in den Sternen
Alles paletti um die traditionelle Taube, deren Geschichte ins 15. Jahrhundert zurückreicht? Mitnichten – die Zukunft des Traditionshauses steht in den Sternen. Vor mehr als 500 Jahren wurde die Taverne als Pfarrgut des Klosters Mehrerau erstmals erwähnt. Ab 1860 war die Taube Poststation, an der die Pferde gewechselt wurden. Bis 1974 war hier das Postamt.

In den 1960er-Jahren übernahmen Lothar Eilers Eltern Katarina und Josef das Haus und bauten es aus. “Durch Zufall” kam Lothar in die Taube, denn ursprünglich sah er seine berufliche Zukunft in der Forstwirtschaft. “Ich hatte die Landwirtschaftsschule in Hohenems absolviert und mich für die Forstschule in Rotholz angemeldet – leider gab es nicht genug Anmeldungen, also fiel der Jahrgang aus, und ich bin in der Taube gelandet.”

Wollte es anders machen
In “seiner” Taube, in der er sich plötzlich den bekannten Problemen gegenübersieht: Wie soll es weitergehen? Mit seiner langjährigen Partnerin Helene übernahm er 2003 das Haus und entwickelte es zum Kult-Wirtshaus. “Wirtshaus” soll die Taube auch unter dem neuen Wirt bleiben, also nahm er sich mehr als ein Jahr Zeit, einen Nachfolger zu finden. Vor knapp einem Jahr schien alles in trockenen Tüchern, im Oktober 2025 übernahm ein Pächter, Lothar ging per 1. Jänner 2026 in Pension, Helene führt noch das Pub weiter.

“Ich wollte es anders machen, die Taube sollte Wirtshaus bleiben – ob in Pacht oder in anderer Form …” Doch all die schönen Pläne waren bald Makulatur, unter dem neuen Wirt “lief” die Taube einfach nicht, und nach Ostern – nach nur einem halben Jahr – gingen die Lichter wieder aus.
Lothar Eiler ist wieder auf der Suche – mit unkonventionellen Mitteln, denn er weiß, dass die Zeit gegen ihn arbeitet: “Je länger das Haus geschlossen ist, umso schwieriger wird der Neustart.” STP















