Vom Chemiker zum begeisterten Lehrenden

Christof Strabler lehrt an der FHV und ist neues Vorstandsmitglied des Faser-Instituts.
Dornbirn Hinter Christof Strabler liegen anstrengende Tage. Als Hochschullehrer an der FHV und neues Vorstandsmitglied des Österreichischen Faser-Instituts war der 40-Jährige zuletzt vorwiegend im Dornbirner Kulturhaus anzutreffen. Dort fand vom 16. bis 18. September die 65. Auflage des renommierten Dornbirn Global Fiber Congress (GFC) statt. „Ich freue mich sehr, als jüngstes Mitglied im Vorstand des Österreichischen Faser-Instituts mitwirken zu dürfen. Für mich ist das eine große Ehre“, sagt Strabler.

Seit 1962 bringt der internationale Kongress Fachleute aus der Faser- und Textilbranche in Dornbirn zusammen. Rund 500 Teilnehmer aus Industrie und Wissenschaft diskutieren über neue Materialien, Produktionsverfahren und aktuelle Herausforderungen. Heuer standen unter anderem Recycling, Kreislaufwirtschaft und funktionelle Textilien im Mittelpunkt.
Lehre und Wirtschaft
Im Vorstand des Faser-Instituts ist Strabler für den Bereich Bildung zuständig. Dazu gehört auch die Organisation eines Workshops, der traditionell am Vortag des Kongresses stattfindet. Dabei erhalten Schüler der HTL Dornbirn sowie Studierende aus verschiedenen Ländern Einblicke in die Faser- und Textilbranche. „Auf der Uni lernt man so viele tolle Sachen – der Gap von der Lehre und Forschung in die Industrie ist aber groß. Diese Lücke wollen wir schließen“, sagt Strabler.

Seine Begeisterung für Naturwissenschaften begleitet Strabler seit seiner Kindheit. Bereits mit sechs Jahren schrieb er in das Freundschaftsbuch eines Jugendfreundes bei Berufswunsch „Naturwissenschaftler“ – ein Ziel, das er konsequent verfolgte. Nach der HTL Dornbirn, wo er im Fachbereich Textilchemie maturierte, studierte er Chemie in Innsbruck und absolvierte sein Doktorat in Innsbruck und Straßburg. „Chemie ist meine Leidenschaft, ich gehe darin auf, und sie liegt mir einfach.“ Anschließend arbeitete Strabler in Bayern in der medizinischen Forschung.
Begeisterter Dozent
Dann kam Corona, und Christof Strabler begann, seine berufliche Zukunft zu hinterfragen. Neben der Arbeit hatte er bereits am Wochenende am MCI Innsbruck unterrichtet – und dabei seine Freude am Lehren entdeckt. 2021 wechselte er schließlich als Hochschullehrer für Verfahrenstechnik an die FHV und kehrte nach Vorarlberg zurück. Zusätzlich unterrichtet er an der HTL Dornbirn. „Ich liebe es, mit jüngeren Menschen zu arbeiten und ihre Entwicklung mitzuerleben. Es macht mir Freude, sie zu motivieren und meine Erfahrung weiterzugeben“, sagt Strabler. Er würde sich wünschen, „dass sich Schüler nach einigen Jahren treffen und erzählen, dass ich ein kleiner Mosaikstein auf ihrem Weg in die Naturwissenschaften war.“

Zusätzlich engagiert sich Strabler im europäischen Hochschulnetzwerk RUN-EU. Im Staff-Council ist er dafür zuständig, Mitarbeitende der FHV für Auslandsaufenthalte an Partnerhochschulen zu begeistern. Einmal im Jahr organisiert er einen Workshop mit einer finnischen Partneruniversität. „Ich finde es wichtig, sich mit Menschen aus anderen Ländern auszutauschen und dabei auch unterschiedliche Mentalitäten und Unterrichtsmöglichkeiten kennenzulernen.“

Zweite Leidenschaft
Wenn er nicht unterrichtet oder Kongresse organisiert, widmet sich Strabler seinen beiden Shelties Flocki und Aiko. Mit den Hunden betreibt er Hundesport und hat bereits an internationalen Turnieren teilgenommen. Besonders gerne geht er mit ihnen wandern und im Wald spazieren. „Wenn ich mit meinen Hunden unterwegs bin, kann ich abschalten. Etwas Besseres gibt es für mich nicht.“


“Die Entscheidung fürs Unterrichten war die beste meines Lebens.”
Christof Strabler, Hochschullehrer
Zur Person
Christof Strabler
Geboren 9. Mai 1986
Wohnort Dornbirn
Beruf Leidenschaftlicher Lektor
Studium Doktorat der Chemie
Hobbys Hunde, Wandern, Radfahren
Lebensmotto Be nice, be forgiving but don´t be a pushover