Forst-Nostalgie mit Säge, Axt und Zabin

In Schwarzenberg waren die sportlichen Forstarbeiter ein absoluter Publikumsmagnet.
Schwarzenberg Technisierung und Automatisierung machen auch vor der Forstbewirtschaftung nicht halt – längst übernehmen riesige Ungetüme das Fällen und Aufbereiten der Bäume und rationalisieren Arbeitsplätze im Forst weg. So dramatisch ist es in Vorarlberg nicht, klein strukturierte Wälder sind auch wegen ihrer Topografie für den Einsatz großer Maschinen ungeeignet und deshalb nach wie vor auf händische Bewirtschaftung angewiesen.


Forstarbeit im Schaufenster
Seit vielen Jahren wird den Forstarbeitern bis hinauf auf internationale Ebene Gelegenheit gegeben, ihr Können zu zeigen und sich im Wettkampf zu messen. Schwarzenberg griff diese Idee auf, integrierte beim traditionellen Markt (wir berichteten) in Zusammenarbeit mit dem Waldverein den ersten Schwarzenberger Holzerbewerb und stellte damit die Forstarbeit ins Schaufenster der breiten Öffentlichkeit. Der interessante Wettbewerb war an internationales Reglement angelehnt und entwickelte sich zum Publikumsmagneten – vor allem der abschließende Showbewerb “Beißen” stieß auf großes Interesse. Dabei musste ein mächtiger Baumstamm von einem Zweierteam in 30 Sekunden mit dem Zabin möglichst weit transportiert werden.

Motto: “Urig und original wie früher”
Das Wettbewerbs-Motto – “urig & original wie früher” – wurde konsequent beherzigt, und das tonnenschwere Sportgerät wurde nach jedem Versuch von zwei Pferden in die Startposition zurückgezogen – so wie früher die Holzbringung mit echten Pferdestärken bewerkstelligt wurde.
Vor diesem Showbewerb ging es im Mehrkampf zur Sache: Vier Disziplinen – Fallkerb- und Fällschnitt, Kombinationsschnitt, Blochrollen und Durchhacken – waren ausgeschrieben, und neben den Disziplinenwertungen gab es auch eine Mehrkampf-Gesamtwertung.

Diese ging mit 948 Punkten an Markus Felder, der Traugott Moosmann (928), Jodok Ennemoser (824) und Reinhard Bär (880) auf die Ehrenplätze verwies. Auf Rang fünf klassierte sich mitten im Männerfeld Johanna Loretz. Für Insider keine Überraschung, zählt die 34-jährige Feldkircherin doch längst zu den besten Sportholzfällerinnen Österreichs, hat sich unter anderem 2023 den Staatsmeistertitel geholt und mischt auch international erfolgreich mit. Der Wald und die Forstarbeit haben sie schon als Kind fasziniert, verriet sie bei der Siegerehrung. Nicht verwunderlich, dass sie auch als Jägerin mit Leidenschaft in der Natur unterwegs ist. Als ausgebildete Sozialpädagogin begeisterte sie sich für das Sportholzfällen und stieg schließlich auch beruflich um – heute ist sie als Forstfacharbeiterin tätig.

Auch zwei Disziplinensiege
Gesamtsieger Markus Felder war der überragende “Holzfäller”, er siegte auch in der Disziplin Durchhacken vor Traugott Moosmann und Michael Muxel sowie im Bewerb Fallkerb, ebenfalls vor Traugott Moosmann und Johanna Loretz.

Im Blochrollen ging der Sieg an Michael Dünser, der Reinhard Bär und Michael Muxel auf die Plätze verwies. Der Kombinationsschnitt ging hauchdünn an Reinhard Bär, der mit 163 Punkten Traugott Moosmann um einen hauchdünnen Punkt auf Platz zwei vor Daniel Metzler verwies.

Tolle Show zum Abschluss
Nur als Showbewerb wurde das “Beißen” – das Transportieren eines riesigen Blochs – ausgetragen. Luggi und Johannes Albrecht, die den Bloch 5,41 Meter weit bewegten, hatten früh die Bestweite vorgelegt, mussten um den Sieg aber bis zur letzten Paarung bangen, Anton Kaufmann und Dominik Schneider verpassten den Sieg schließlich um 17 cm. Rang drei schafften Martin Weiß und Reinhard Bär. STP









