Forst-Nostalgie mit Säge, Axt und Zabin

Vorarlberg / 28.09.2026 • 10:47 Uhr
„Beißen“ nach guter alter Holzfällerart war der spektakuläre Abschluss des 1. Holzerbewerbs im Rahmen des traditionellen Schwarzenberger Marktes. PETER STRAUSS
“Beißen” nach guter alter Holzfällerart war der spektakuläre Abschluss des 1. Holzerbewerbs im Rahmen des traditionellen Schwarzenberger Marktes. Peter Strauss

In Schwarzenberg waren die sportlichen Forstarbeiter ein absoluter Publikumsmagnet.

Schwarzenberg Technisierung und Automatisierung machen auch vor der Forstbewirtschaftung nicht halt – längst übernehmen riesige Ungetüme das Fällen und Aufbereiten der Bäume und rationalisieren Arbeitsplätze im Forst weg. So dramatisch ist es in Vorarlberg nicht, klein strukturierte Wälder sind auch wegen ihrer Topografie für den Einsatz großer Maschinen ungeeignet und deshalb nach wie vor auf händische Bewirtschaftung angewiesen.

In der Gesamtwertung aus den vier Einzeldisziplinen setzte sich Markus Felder vor Traugott Moosmann und Jodok Ennemoser durch. Auf den Ehrenplätzen neben dem Podest: Reinhard Bär (4.), Johanna Loretz (5.) und Martin Weiß (6.).
In der Gesamtwertung aus den vier Einzeldisziplinen setzte sich Markus Felder vor Traugott Moosmann und Jodok Ennemoser durch. Auf den Ehrenplätzen neben dem Podest: Reinhard Bär (4.), Johanna Loretz (5.) und Martin Weiß (6.). Peter Strauss
Als Johannes und Luggi (li.) Albrecht früh die Führung übernommen hatten, mussten sie lange zittern – an Ende reichte es für den Sieg.
Als Johannes und Luggi (li.) Albrecht früh die Führung übernommen hatten, mussten sie lange zittern – am Ende reichte es für den Sieg. Peter Strauss

Forstarbeit im Schaufenster

Seit vielen Jahren wird den Forstarbeitern bis hinauf auf internationale Ebene Gelegenheit gegeben, ihr Können zu zeigen und sich im Wettkampf zu messen. Schwarzenberg griff diese Idee auf, integrierte beim traditionellen Markt (wir berichteten) in Zusammenarbeit mit dem Waldverein den ersten Schwarzenberger Holzerbewerb und stellte damit die Forstarbeit ins Schaufenster der breiten Öffentlichkeit. Der interessante Wettbewerb war an internationales Reglement angelehnt und entwickelte sich zum Publikumsmagneten – vor allem der abschließende Showbewerb “Beißen” stieß auf großes Interesse. Dabei musste ein mächtiger Baumstamm von einem Zweierteam in 30 Sekunden mit dem Zabin möglichst weit transportiert werden. 

Das Podium der besten „Beißer“ (v. l.): Dominik Schneider, Anton Kaufmann (2.), Johannes und Luggi Albrecht (1.) sowie Reinhard Bär und Martin Weiß (3.).      
Das Podium der besten “Beißer” (v. l.): Dominik Schneider, Anton Kaufmann (2.), Johannes und Luggi Albrecht (1.) sowie Reinhard Bär und Martin Weiß (3.). Peter Strauss

Motto: “Urig und original wie früher”

Das Wettbewerbs-Motto – “urig & original wie früher” – wurde konsequent beherzigt, und das tonnenschwere Sportgerät wurde nach jedem Versuch von zwei Pferden in die Startposition zurückgezogen – so wie früher die Holzbringung mit echten Pferdestärken bewerkstelligt wurde.

Vor diesem Showbewerb ging es im Mehrkampf zur Sache: Vier Disziplinen – Fallkerb- und Fällschnitt, Kombinationsschnitt, Blochrollen und Durchhacken – waren ausgeschrieben, und neben den Disziplinenwertungen gab es auch eine Mehrkampf-Gesamtwertung.

Manche – etwa Michael Dünser und Michael Muxel – hatten sich so professionell vorbereitet, dass sie mit eigenen T-Shirts mit „1. Holzerbewerb Schwarzenberg 2026“ antraten.
Manche – etwa Michael Dünser und Michael Muxel – hatten sich so professionell vorbereitet, dass sie mit eigenen T-Shirts mit “1. Holzerbewerb Schwarzenberg 2026” antraten. Peter Strauss

Diese ging mit 948 Punkten an Markus Felder, der Traugott Moosmann (928), Jodok Ennemoser (824) und Reinhard Bär (880) auf die Ehrenplätze verwies. Auf Rang fünf klassierte sich mitten im Männerfeld Johanna Loretz. Für Insider keine Überraschung, zählt die 34-jährige Feldkircherin doch längst zu den besten Sportholzfällerinnen Österreichs, hat sich unter anderem 2023 den Staatsmeistertitel geholt und mischt auch international erfolgreich mit. Der Wald und die Forstarbeit haben sie schon als Kind fasziniert, verriet sie bei der Siegerehrung. Nicht verwunderlich, dass sie auch als Jägerin mit Leidenschaft in der Natur unterwegs ist. Als ausgebildete Sozialpädagogin begeisterte sie sich für das Sportholzfällen und stieg schließlich auch beruflich um – heute ist sie als Forstfacharbeiterin tätig.

Ambitionen zum Sieg hatte Gemeindechef Seftone Schmid nicht, seinem Anspruch, „nid Letscht wöro“, wurde er immerhin gerecht, er ließ Paarungen hinter sich.
Ambitionen zum Sieg hatte Gemeindechef Seftone Schmid nicht, seinem Anspruch, “nid Letscht wöro”, wurde er immerhin gerecht, er ließ Paarungen hinter sich. Peter Strauss

Auch zwei Disziplinensiege

Gesamtsieger Markus Felder war der überragende “Holzfäller”, er siegte auch in der Disziplin Durchhacken vor Traugott Moosmann und Michael Muxel sowie im Bewerb Fallkerb, ebenfalls vor Traugott Moosmann und Johanna Loretz.

Kraft allein genügte nicht, es gehörte auch Technik und Zusammenspiel mit dem Partner dazu.
Kraft allein genügte nicht, es gehörten auch Technik und Zusammenspiel mit dem Partner dazu. Peter Strauss

Im Blochrollen ging der Sieg an Michael Dünser, der Reinhard Bär und Michael Muxel auf die Plätze verwies. Der Kombinationsschnitt ging hauchdünn an Reinhard Bär, der mit 163 Punkten Traugott Moosmann um einen hauchdünnen Punkt auf Platz zwei vor Daniel Metzler verwies.

Auch Bürgermeister Seftone Schmid versuchte sich als Forstarbeiter – mit Partner Elmar Moosbrugger kam er allerdings etwas von der Ideallinie ab.
Auch Bürgermeister Seftone Schmid versuchte sich als Forstarbeiter – mit Partner Elmar Moosbrugger kam er allerdings etwas von der Ideallinie ab. Peter Strauss

Tolle Show zum Abschluss

Nur als Showbewerb wurde das “Beißen” – das Transportieren eines riesigen Blochs – ausgetragen. Luggi und Johannes Albrecht, die den Bloch 5,41 Meter weit bewegten, hatten früh die Bestweite vorgelegt, mussten um den Sieg aber bis zur letzten Paarung bangen, Anton Kaufmann und Dominik Schneider verpassten den Sieg schließlich um 17 cm. Rang drei schafften Martin Weiß und Reinhard Bär. STP

Zurück zum Start wurde der riesige Bloch stilgerecht mit zwei vierbeinigen PS gebracht,
Zurück zum Start wurde der riesige Bloch stilgerecht mit zwei vierbeinigen PS gebracht. Peter Strauss
Luggi und Johannes Albrecht (rechts) mit dem letzten „Biss“ zum Sieg.
Luggi und Johannes Albrecht (rechts) mit dem letzten “Biss” zum Sieg. Peter Strauss
Heimvorteil für den HRC (Hornerracingclub) Schwarzenberg.
Heimvorteil für den HRC (Horner Racing Club) Schwarzenberg. Peter Strauss
Das zahlreiche Publikum durfte hautnah dabei sein – oder zog es vor, das Spektaktel vom Balkon des Angelika-Kaufmann-Saales aus zu verfolgen.
Das zahlreiche Publikum durfte hautnah dabei sein – oder zog es vor, das Spektakel vom Balkon des Angelika-Kaufmann-Saales aus zu verfolgen. Peter Strauss
Der spannende Moment – die Weitenmessung nach 30 intensiven Sekunden „Beissen“.
Der spannende Moment – die Weitenmessung nach dreißig intensiven Sekunden “Beißen”. Peter Strauss
Die Disziplin Fällkerb ging an Markus Felder vor Traugott Moosmann und Johanna Loretz.
Die Disziplin Fällkerb ging an Markus Felder vor Traugott Moosmann und Johanna Loretz. Peter Strauss
So wie in der Disziplin Fällkerb hieß die Reihung auch beim Durchhacken Markus Felder vor Traugott Moosmann. Platz drei ging hier an Michael Muxel.
So wie in der Disziplin Fällkerb hieß die Reihung auch beim Durchhacken: Markus Felder vor Traugott Moosmann. Platz drei ging hier an Michael Muxel. Peter Strauss
Bester im Kombinationsschnitt war Reinhard Bär, der diese Disziplin vor Traugott Moosmann und Daniel Metzler gewann.
Bester im Kombinationsschnitt war Reinhard Bär, der diese Disziplin vor Traugott Moosmann und Daniel Metzler gewann. Peter Strauss
Das Blochrollen hatte in Michael Dünser (der mit seinem Sohnemann zur Siegerehrung kam) seinen Meister. Reinhard Bär belegte den zweiten Platz vor Michael Muxel, der sich von seinem Sohn vertreten ließ.
Das Blochrollen hatte in Michael Dünser (der mit seinem Sohnemann zur Siegerehrung kam) seinen Meister. Reinhard Bär belegte den zweiten Platz vor Michael Muxel, der sich von seinem Sohn vertreten ließ. Peter Strauss
Überragender „Holzer“ war Markus Felder mit dem Gesamtsieg und ersten Plätzen im Fällkerb und im Durchhacken. Im Kombinationsschnitt landete er als Achter einen Rang hinter Johanna Loretz.
Überragender “Holzer” war Markus Felder mit dem Gesamtsieg und ersten Plätzen im Fällkerb und im Durchhacken. Im Kombinationsschnitt landete er als Achter einen Rang hinter Johanna Loretz. Peter Strauss