Von der Journalistin zur Krebsforscherin

Die gebürtige Schottin Alison Themessl-Huber lehrt und forscht an der FHV.
Nüziders Brustgesundheit, Früherkennung und moderne Technologie: Diese Themen verbinden sich für Alison Themessl-Huber im Projekt MammAware. Die Hochschullehrerin und Forscherin ist beim gleichnamigen Aktionstag am Freitag, 9. Oktober 2026, an der FHV dabei. Dort kann unter anderem die von MammAware entwickelte Virtual-Reality-Anwendung zur Selbstuntersuchung ausprobiert werden.

Beruflicher Neuanfang
Ihre erste berufliche Etappe führte Alison Themessl-Huber zunächst in eine andere Richtung. Als junge Frau arbeitete die gebürtige Schottin als Journalistin für ein Magazin in London. Es hat ihr viel Spaß gemacht – trotzdem entschied sie sich mit 25 für einen Neuanfang und die Krankenpflege. “Ich arbeite gerne im Team und mit Menschen. Außerdem ist die Pflege vielseitig und eröffnet viele Möglichkeiten. Ich bin froh, diesen Weg gegangen zu sein.”

Alison Themessl-Huber studierte Krankenpflege an der University of Abertay in Dundee. Nach ihrem Bachelorabschluss arbeitete sie zunächst in der Pflege und später in der Brustkrebsforschung. Ihre Doktorarbeit “Betwixt and Between” widmete sie den Erfahrungen männlicher Partner von Frauen mit Brustkrebs.

Anschließend führte sie eine Postdoc-Finanzierung für zwei Jahre nach Australien, wo sie in einer Forschungsgruppe arbeitete. Danach kehrte sie nach Schottland zurück und forschte an der University of Dundee im Bereich Krebs weiter. 2015 übernahm sie schließlich die Leitung des Maggie’s Centre in Fife, das Krebspatienten und Angehörigen kostenlos Unterstützung und Informationen bietet. Die Arbeit dort lag ihr besonders am Herzen: “Ich wollte Theorie in die Praxis umsetzen.” Ein Maggie’s Centre in Vorarlberg wäre bis heute ein Traum von ihr.

Umzug ins Ländle
2017 führte ihr Weg schließlich nach Vorarlberg. “Mein Mann ist aus Nüziders.” Markus lernte sie während ihrer Zeit an der University of Dundee kennen. Der Umzug war eine gemeinsame Entscheidung, auch der Brexit spielte dabei eine Rolle. Ihre Töchter waren damals sieben und elf Jahre alt und sollten die große Vorarlberger Familie kennenlernen. Heute ist Vorarlberg für sie Heimat: “Ich möchte bleiben – nicht mehr umziehen, keine Koffer mehr packen.” Wenn sie nicht arbeitet, ist Alison Themessl-Huber gerne mit ihrem achtjährigen Hund Roly unterwegs. Sie genießt Ausflüge in der Region, reist gerne und hat eine besondere Vorliebe für Italien. Nur das Meer, den Strand und den weiten Himmel ihrer schottischen Heimat vermisst sie manchmal.

An der FHV arbeitet Themessl-Huber heute als Senior Lecturer im Bereich Evidence-based Health Care. Sie forscht, betreut Bachelorarbeiten und ist an Projekten des Forschungszentrums Human-Centred Technologies beteiligt. Zudem engagiert sie sich im internationalen Austausch und bei Programmen mit Partnerhochschulen.
Awareness als erster Schritt
Mit MammAware verbindet sie Forschung und Praxis. Es geht darum, die eigene Brust besser kennenzulernen und Veränderungen möglichst früh wahrzunehmen. Eine eigens entwickelte VR-Anwendung ermöglicht es, die Selbstuntersuchung interaktiv zu erlernen. Auch im Studium der Gesundheits- und Krankenpflege soll MammAware verankert werden.

Am Aktionstag, am Freitag, 9. Oktober 2026, dreht sich an der FHV alles um Brustgesundheit, Früherkennung und Vorsorge. Von 13 bis 18 Uhr gibt es in Gebäude A, Aula, verschiedene Workshops und Infostände. Den Abschluss bildet eine Keynote von Nadja Will, Expertin für Brustgesundheit. Die Veranstaltung (www.fhv.at/fh/die-fhv/events/mammaware) richtet sich an interessierte Menschen aller Geschlechter. LCF


“Brustgesundheit betrifft uns alle – Früherkennung ist der erste Schritt.”
Hochschullehrerin und Forscherin Alison Themessl-Huber
Zur Person
Alison Themessl-Huber
Geboren: 5.1.1966
Wohnort: Nüziders
Beruf: Senior Lecturer und Forscherin an der FHV
Familie: verheiratet, zwei Töchter
Hobbys: Spazierengehen mit Hund Roly, Reisen