Sanja Sefic komponiert sich ihre eigene Welt

16-jährige Lustenauerin produziert eigene Songs und hat Tausende Follower auf Instagram.
Lustenau Wenn Sanja Sefic Musik macht, verwandelt sich ihr Schlafzimmer in ein kleines Tonstudio. Hier entstehen Melodien, werden Klänge übereinandergeschichtet und Songs so lange überarbeitet, bis sie ihren Vorstellungen entsprechen. Die 16-jährige Lustenauerin komponiert, schreibt Texte, mischt ihre Lieder ab und arbeitet an Musikvideos. Das nötige Wissen hat sie sich selbst angeeignet. Wenn sie etwas interessiert, will sie es verstehen und am liebsten gleich ausprobieren.


Eine Leidenschaft von klein auf
“Seit ich klein bin, interessiert mich die Musik”, erzählt Sanja. Mit fünf Jahren begann sie, Klavier zu spielen. Während der Corona-Pandemie brachte sie sich selbst Gitarre und Bass bei, vor einem Jahr kam der Kontrabass hinzu. Heute besucht sie den musischen Zweig des BORG Götzis und nimmt zusätzlich Gesangsunterricht im Jazzseminar in Lustenau. “Alles, was mich interessiert, will ich lernen.”


Nicht nur das Musizieren, auch das Komponieren begleitet sie seit ihrer Kindheit. Damals erfand sie Lieder für ihre Kuscheltiere, noch bevor sie lesen und schreiben konnte. Heute schreibt sie Texte und komponiert die passenden Melodien dazu. Mit 14 Jahren erhielt sie ihre ersten MIDI-Instrumente und begann, ihre Musik am Computer zu arrangieren. Zahlreiche Tutorials auf YouTube halfen ihr, sich in die digitale Musikproduktion einzuarbeiten. “Wenn ich ein Lied komponiere, fühlt es sich so an, als ob man in einem Cockpit im Flugzeug sitzt und irgendwelche Knöpfe drückt.”
Paris als Sehnsuchtsort
Vor Kurzem veröffentlichte Sanja ihren ersten Song auf den gängigen Streamingplattformen. “Paris” heißt das Stück und ist ein moderner Popsong. Die französische Hauptstadt steht darin sinnbildlich für einen Ort, an dem man ganz man selbst sein kann und niemanden kennt. “Man lebt hier in Vorarlberg monoton dahin, ich träume mich gerne in ein anderes Leben”, sagt sie. Den Song hatte Sanja bereits vor gut zwei Jahren fertiggestellt. Damals gefiel ihr das Ergebnis nicht, später nahm sie das Stück nochmals in Angriff, überarbeitete es und produzierte die neue Version in ihrem Schlafzimmer. “Alles, was ich mache, ist von mir.” Ein professionelles Studio könne sie sich derzeit nicht leisten.


Lieber Musik als Social Media
Ihr großes Vorbild ist Lady Gaga. Sanja bewundert an der Musikerin vor allem, dass sie sich selbst treu bleibt, unabhängig davon, was andere über ihr Aussehen oder ihre Musik sagen. Auch sie möchte ihren eigenen Weg gehen. Unter dem Künstlernamen “Lasanja” veröffentlicht Sanja ihre Musik auf Instagram. Lasanja steht sowohl für ihre Liebe zu Spinatlasagne als auch für “Die Sanja”, abgeleitet vom französischen Artikel “La”. “La” soll in diesem Kontext darstellen, dass sie die einzige LASANJA ist, und verstärkt nochmals ihre Identität als Künstlerin. Als sie mit ihrem Account begann, stieg die Zahl ihrer Follower beinahe über Nacht auf rund 15.000. Was zunächst Grund zur Freude war, wurde rasch zur Belastung. Die junge Musikerin fühlte sich unter Druck, ihre Community täglich mit neuen Inhalten versorgen zu müssen. Schließlich legte sie ihr Handy bewusst für zwei Monate weg. Heute beschränkt sie sich auf das Nötigste. Lieber sitzt sie an ihren Instrumenten, feilt an Melodien und arbeitet an neuen Songs. Aktuell arbeitet Sanja an Musikvideos zu weiteren Liedern. Ihr Ziel ist klar: Sie möchte in der Musikindustrie Fuß fassen. Sanjas musikalische Reise hat gerade erst begonnen. Das Potenzial und den Willen bringt sie bereits mit. BVS



“Alles, was mich interessiert, will ich lernen.”
Sanja Sefic, Schülerin und Musikerin
Zur Person
Sanja Sefic
Geboren am 5. Mai 2010
Aus Lustenau
Leidenschaft: Musik, Kunst, Sprachen und Literatur