Gewalt in Dornbirn, Einbruch in Bregenz: Was die Fälle verbindet

Ein 72-Jähriger wird in Dornbirn schwer verletzt. Wenige Tage später scheitert in Bregenz ein Einbruch. Zwischen den Fällen gibt es eine bemerkenswerte Verbindung.
Bregenz In der Nacht auf Dienstag verletzte ein 13-jähriger Syrer zwei Polizisten, nachdem diese ihn und seine 13-jährige ukrainische Begleiterin nach einem versuchten Einbruch anhielten. Erst zwei Wochen vorher soll ein ebenfalls 13-jähriger Syrer gemeinsam mit einem gleichaltrigen Deutschen einen 72-Jährigen schwerst verletzt haben. In beiden Fällen handelt es sich um denselben Minderjährigen.
Von Gefährderansprache zum Einbruch
Der 13-Jährige hält die Behörden in Atem: Allein im Jahr 2026 werden ihm und dem Deutschen gemeinsam mehr als 300 Straftaten zugerechnet. Laut den VN vorliegenden Informationen gelang es den Behörden, den tatverdächtigen 13-Jährigen für mehrere Tage in eine gesicherte Betreuung zu nehmen. Kürzlich kam er jedoch wieder auf freien Fuß. Eine Gefährderansprache mit der Polizei soll er abgebrochen haben. In der Nacht auf Dienstag wurde er wegen des Einbruchversuchs in Bregenz wieder festgenommen.
Beim Milchpilz war es sein zweiter Einbruchsversuch in fünf Wochen. Laut der Betreiberin Claudia Pfanner-Plangger waren sie beim ersten Versuch erfolgreich und hatten es auf Getränke abgesehen. Neben weiteren Einbrüchen soll er auch mehrere Fahrräder und Autos gestohlen haben. Betroffene berichten etwa von Autos, die nach dem Diebstahl einen Totalschaden darstellten. Laut Szenekundigen stehe er auch im Verdacht, Kinder abzupassen und auszurauben. Dabei sei auch immer wieder ein Messer im Spiel.
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Die Kinder- und Jugendhilfe betont, in den betreffenden Fällen alle verfügbaren Maßnahmen ausgeschöpft zu haben. Weil er und seine Mittäter strafunmündig sind, können sie weder angeklagt noch verurteilt oder in Untersuchungshaft genommen werden. Die Behörden sprechen in solchen Fällen, wo alle verfügbaren Maßnahmen scheitern, von Systemsprengern. Ihre Zahl wird von Szenekundigen in Vorarlberg auf etwa acht geschätzt.
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Kompetenzstreit
Parallel wird der Ruf nach mehr Verbindlichkeit und Zwang in der Betreuung und Begleitung solcher Systemsprenger laut. So sind viele Projekte wie “Spurwechsel” der Sozialarbeit und Polizei auf die Freiwilligkeit und Bereitschaft der Minderjährigen und ihrer Familien angewiesen. Die Vorarlberger Landesregierung präferiert eine Senkung der Strafmündigkeit – die Justiz und damit die Gefängnisse sind Bundessache. Das SPÖ-geführte Justizministerium will im Gegenvorschlag erleichtern, junge Straftäterinnen und Straftäter zwangsweise in therapeutischen Einrichtungen unterbringen zu können – deren Schaffung wäre eine Landesverantwortung. Beim Sicherheitsgipfel im Landhaus war man davon am Dienstag nicht begeistert – denn entsprechende Einrichtungen gibt es bislang nicht, weder beim Bund noch in den Ländern.