Was das Rhomberg-Datacenter für Vorarlbergs Stromkunden bedeuten kann

Noch sind die Pläne vage, aber sicher ist: Ein Rechenzentrum benötigt Strom, und das nicht zu knapp. Wie sich das auf den Strompreis auswirkt, entscheidet sich aber nicht in Hohenems.
Bregenz, Hohenems In seiner ersten Ausbaustufe soll das Rechenzentrum im Hohenemser Steinbruch eine Leistung von 50 Megawatt aufweisen. In seiner letzten Ausbaustufe sollen es 100 MW sein. Diesen Sommer gab die Austrian Data Center Association die Leistungsfähigkeit aller bestehenden Rechenzentren in Österreich mit insgesamt 100 MW an. Dennoch ist das Projekt der Rhomberg Gruppe nicht das größte seiner Art: Das Google-Rechenzentrum in Kronstorf soll bereits in der ersten Ausbaustufe 150 MW, schlussendlich sogar 500 MW leisten.
Leistung und Stromverbrauch
Geht man von einer Vollauslastung der 50-MW-Ausbaustufe über das gesamte Jahr aus, sprich 8760 Stunden, würde dies einen Stromverbrauch von 438 GWh bedeuten. Vergleicht man dies mit dem Jahresverbrauch eines Mehrpersonenhaushalts von 3500 kWh, käme dies 125.000 Haushalten gleich. Vorarlberg zählt derzeit etwas über 180.000 Privathaushalte.
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Doch auch Gewerbe und Industrie benötigen Energie. So sind Privathaushalte (ohne E-Mobilität) für weniger als ein Drittel des Stromverbrauchs verantwortlich. Gewerbe und Industrie verbrauchen etwa doppelt so viel Energie wie die Wohnbevölkerung. Der Netzbetreiber Vorarlberg Netz gab zuletzt 2541 GWh an Strom an Vorarlberger Endverbraucher ab. Bei einer Dauerleistung des Rechenzentrums von 50 MW würde dies also auf 2979 GWh ansteigen, ein Plus von 17,2 Prozent. Auch die illwerke vkw rechnen mit einem Anstieg im zweistelligen Prozentbereich.
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Strom soll nicht teurer werden
Der Vorarlberger Energieanbieter illwerke vkw erwartet keine Herausforderung durch das Projekt. Bereits jetzt wird Strom sowohl selbst produziert als auch aus erneuerbaren Quellen im europäischen Netzverbund eingekauft, um die Versorgung sicherstellen zu können. Zwar wird das Rechenzentrum ein eigenes Umspannwerk ähnlich der Dimension des Umspannwerks Dornbirn Süd benötigen, dies muss jedoch der Projektbetreiber finanzieren.
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Derzeit gehen die illwerke vkw von stabil bleibenden Strompreisen aus. Durch den Ausbau der erneuerbaren Energie in Europa sinkt der Preis pro Kilowattstunde tendenziell. Und durch die stärkere Auslastung könnte das Netzentgelt pro kWh ebenfalls sinken.
Vereinfacht gesagt: Der Strompreis hängt davon ab, ob in Europa das Angebot an Sonnen- und Windenergie schneller wächst als die Nachfragesteigerung der Rechenzentren.
Grüne fordern Regelwerk
Das Projekt beschäftigt auch die Vorarlberger Grünen. Schließlich wollte Vorarlberg bis 2030 rechnerisch energieautonom sein, also gleich viel Energie produzieren können, wie im Land verbraucht wird. Sie fordern verbindliche Vorgaben für den Bau und Betrieb großer Rechenzentren in Vorarlberg.
Ein entsprechender Antrag fordert die Landesregierung auf, bis Mitte 2027 einen Kriterienkatalog zu erarbeiten. Dieser soll unter anderem den Strom- und Wasserverbrauch, die Nutzung von Abwärme, den Vorrang von Brach- vor Freiflächen bei der Nutzung sowie die regionale Wertschöpfung regeln. Zudem verlangen die Grünen eine Prüfung der Auswirkungen auf die Energieversorgung. Bis zur Festlegung der Vorgaben sollen Land und landeseigene Unternehmen keine verbindlichen Zusagen für solche Projekte eingehen.