Nach skandalösem Schieß-Event: Erhebungen der Polizei laufen noch

Vorarlberg / 08.11.2026 • 08:00 Uhr
Nach skandalösem Schieß-Event: Erhebungen der Polizei laufen noch
Hochrangiger Beamter der Landespolizeidirektion (Mitte) bei der Siegerehrung des geschmacklosen Schieß-Events. IGSK

Ehrenschutz und Ansprache bei der Siegerehrung: Polizei-Beteiligung an Schieß-Event in Kennelbach wird weiter intern geprüft.

Bregenz Dieser Schuss ging nach hinten los. Ein Bericht zum Vereinsjubiläum der Interessensgemeinschaft Schießkeller Kennelbach der Exekutivbeamten (IGSK), der im Gemeindeblatt des Ortes veröffentlicht wurde, hatte vor gut drei Wochen über die Landesgrenzen hinaus für eine Welle der Empörung gesorgt. Auslöser waren Fotos von einem Schieß-Event, an dem Exekutivbeamte und Heereskräfte teilnahmen. Darauf sind Politiker in frauenverachtender und geschmackloser Kulisse zu sehen. In einem der Kellerräume wurde die damalige SPÖ-Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner als leicht bekleidete Puppe mit Sexspielzeug auf dem Schoß des ehemaligen FPÖ-Parteichefs Heinz-Christian Strache inszeniert.

Nach skandalösem Schieß-Event: Erhebungen der Polizei laufen noch
Der Schießkeller befindet sich im Untergeschoss des Schindlersaals in Kennelbach.

Es ist ruhig geworden. Das skandalöse Schieß-Event ist mittlerweile aus den Schlagzeilen verschwunden. Dabei sind viele Fragen offen. Die Landespolizeidirektion war von Beginn an um Distanz bemüht, wollte mit der umstrittenen Veranstaltung in keiner Weise etwas zu tun haben. In einer ersten Stellungnahme hieß es noch, dass es sich beim Veranstalter um einen privaten Verein handle. “Wenn eine Teilnahme von Exekutivbeamten stattgefunden hat, dann ausschließlich in deren Freizeit.” VN-Recherchen haben schnell erhebliche Zweifel an der Darstellung aufkommen lassen. Auch neue Bilddokumente, die der Redaktion vorliegen, stützen die Vermutung, dass ein Mitwirken der Vorarlberger Polizei offiziellen Charakter gehabt haben könnte.

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Bestätigt ist, dass der frühere Polizeidirektor Hans-Peter Ludescher den Ehrenschutz innehatte. Anwesend war er allerdings nicht. Ein anderer ranghoher Beamter der Landespolizeidirektion schon. Auf Fotos ist er in Repräsentationsuniform und mit Mikrofon bei der Siegerehrung des umstrittenen Schieß-Events abgebildet. Die VN berichteten. Der Redaktion liegen inzwischen weitere Aufnahmen aus dem Publikum vor, die neben einer großen Zahl an zivil gekleideten Exekutivbeamten und Heereskräften Personen in Polizeiuniform zeigen. Bereits wenige Tage nach den exklusiven Recherchen hatte die Landespolizei angekündigt, Schritte zur dienstrechtlichen Überprüfung eingeleitet zu haben.

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Dokumentiert sind jedenfalls mehrere Beamte, die in Dienstuniform am Event selbst beziehungsweise an der anschließenden Siegerehrung teilgenommen haben. Welche Rolle sie bei der Veranstaltung tatsächlich gespielt haben und ob sie Kenntnis von der geschmacklosen Darstellung der beiden Politiker in der Schieß-Kulisse hatten, soll die angekündigte dienstrechtliche Überprüfung klären. Die Erhebungen scheinen jedenfalls einigermaßen aufwendig. Auf Anfrage teilte die Landespolizeidirektion am Wochenende mit, die Erhebungen würden aktuell noch laufen. Weitere Auskünfte könnten deshalb nicht erteilt werden.

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Landespolizeidirektorin Uta Bachmach hatte die Darstellung bereits in einer früheren Stellungnahme ausdrücklich zurückgewiesen: „Ich als Direktorin und damit Leiterin der Landespolizeidirektion Vorarlberg distanziere mich ausdrücklich von der dargestellten Szene. Das auf dem medial kursierenden Foto ersichtliche Szenario, von dem die Direktion keine Kenntnis hatte, wird als geschmacklos erachtet und auf das Strengste abgelehnt.“ Zudem seien Maßnahmen zur Sensibilisierung von Polizisten ergriffen worden.