Schwerverletzte nach Explosion in Wiener Gemeindebau

Welt / 26.06.2019 • 22:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Feuerwehr suchte nach Verschütteten. Die Berufsrettung versorgte die Verletzten. Das Gebäude ist einsturzgefährdet.APA
Die Feuerwehr suchte nach Verschütteten. Die Berufsrettung versorgte die Verletzten. Das Gebäude ist einsturzgefährdet.APA

Fieberhafte Suche nach Verschütteten. Bludenzerin als Augenzeugin.

Birgit Entner-Gerhold

Wien Nur die linke und rechte Wienzeile trennen den Naschmarkt von der Pressgasse im vierten Wiener Gemeindebezirk in der Bundeshauptstadt; die Gasse, in der Touristen das Dritte-Mann-Museum besuchen und um die Ecke zum Inder essen gehen. Zur Karlskirche braucht es nur einige Minuten zu Fuß, ebenso zum Freihaus der Technischen Universität Wien. Dort waren am frühen Mittwochabend bereits die ersten Einsatzkräfte zu sehen. Sie sperrten das Gebiet rund um die Preßgasse großräumig ab. Eine Gasexplosion, die in Entfernung von mehreren Hundert Metern noch spürbar war, hat offenbar mindestens zwei Schwerverletzte und zwölf weitere Verletzte gefordert. Einer der Männer schwebt in Lebensgefahr, hieß es in den Abendstunden. Die Opfer wiesen Trümmer- und Schnittverletzungen auf. Das Wohnhaus ist laut Experten einsturzgefährdet.

Herabstürzende Betonplatten

Videoaufnahmen zeigen Schutt auf der Straße und ein riesiges Loch in der Fassade eines Gebäudes. Große Betonplatten sind auf Autos in der Straße gekracht, über allem liegt eine dicke Schicht heller Staub und Dreck. Auch Nachbarhäuser wurden beschädigt, großräumig sind Scheiben zu Bruch gegangen. Eine Anwohnerin berichtet von einem verletzten Mann, der aus dem Nebenhaus nach Hilfe rief, um eine verschüttete Person zu bergen. „Von der hat man nur einen Fuß hervorragen gesehen.“ Sie sei von dem Mann mit Hilfe weiterer Menschen gerettet worden. Nur kurze Zeit nach der Explosion war der gesamte Bereich abgesperrt. Bereits in der Operngasse nahe des TU-Freihauses stand ein Polizeiwagen, der Autos am Vorbeikommen hinderte. Einige Meter weiter war auch für Fußgänger und Fahrradfahrer Schluss. Polizisten gaben Angehörigen und Anrainern Auskunft und halfen Passanten mit Wegbeschreibungen weiter.

Die Einsatzkräfte waren zu diesem Zeitpunkt bereits über Stunden vor Ort. Die Rettung versorgte mit einem Katastrophenzug die Verletzten. Die Feuerwehr kam mit rund 100 Mann und 30 Fahrzeugen. Die Rettungshundestaffel und Schallortungsgruppe des Katastrophenhilfsdienstes des Wiener Landesfeuerwehrverbandes halfen mit. Die Suche nach weiteren Verschütteten gestaltete sich schwierig. Auch schweres Bergegerät war am Unglücksort im Einsatz. „Wir räumen bereits gesichertes Material damit ab. Dann wird händisch weitergegraben. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.