EU zweitgrößter Waldzerstörer

Welt / 14.04.2021 • 22:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die mit Abstand größten Verursacher von Abholzung durch EU-Importe waren Soja gefolgt von Palmöl.Reuters
Die mit Abstand größten Verursacher von Abholzung durch EU-Importe waren Soja gefolgt von Palmöl.Reuters

Importe wie Soja oder Palmöl verursachen Tropenwald-Abholzung in großem Ausmaß.

Brüssel Soja, Palmöl, Rindfleisch, Kaffee: Damit Kunden in europäischen Supermärkten solche Produkte kaufen können, müssen in anderen Weltregionen Wälder weichen. Im Jahr 2017 gingen weltweit 16 Prozent der Abholzung von Tropenwald im Zusammenhang mit Handel auf das Konto von EU-Importen, wie ein am Mittwoch vorgestellter Bericht der Umweltorganisation WWF für die Jahre 2005 bis 2017 feststellt. Die Europäische Union liegt damit hinter China (24 Prozent) und vor Indien (9 Prozent) und den USA (7 Prozent) weltweit auf Platz zwei dieser “Weltrangliste”. Die mit Abstand größten Verursacher von Abholzung durch EU-Importe waren dem Bericht zufolge Soja (rund 31 Prozent der gerodeten Fläche) und Palmöl (rund 24 Prozent), für deren Anbau oder Produktion vor allem Wälder in Südamerika beziehungsweise Südostasien weichen mussten. Ungefähr 80 Prozent des Sojas in Europa wird nach WWF-Angaben für Tierfutter verwendet. Palmöl steckt in vielen Lebensmitteln, wird aber auch für Bioenergie und Kosmetik verwendet. Hinter Soja und Palmöl folgen laut dem Bericht Rindfleisch, Holzprodukte, Kakao und Kaffee in der Liste der größten Abholzungs-Verursacher durch die EU. Innerhalb der EU steht Deutschland ganz oben auf der Liste.

Die Rodungen machen sich dem Bericht zufolge nicht nur in Ökosystemen weit weg von Europa bemerkbar, sondern betreffen auch das Weltklima. Durch die importierte Entwaldung habe die EU 2017 indirekt 116 Millionen Tonnen CO2-Emissionen verursacht. Das entspreche mehr als einem Viertel der EU-Emissionen aus der Landwirtschaft im selben Jahr. Der Bericht zeigt jedoch auch, dass die EU die durch Importe verursachte Waldzerstörung von 2005 bis 2017 um 40 Prozent reduziert hat. 2005 machte der EU-Anteil weltweit noch 31 Prozent aus, Europa lag bis 2013 auf Platz eins der “Weltrangliste der Waldzerstörer”, wie es der WWF in dem Bericht formuliert.