42-Jährige von Ehemann getötet

Welt / 09.01.2022 • 22:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In diesem Haus im Bezirk Vöcklabruck kam es zu der schrecklichen Bluttat. APA
In diesem Haus im Bezirk Vöcklabruck kam es zu der schrecklichen Bluttat. APA

Schreckliche Bluttat in Oberösterreich: 46-Jähriger schoss seiner Frau in den Hinterkopf.

Vöcklabruck Im Bezirk Vöcklabruck ist es am Samstagnachmittag zu einem weiteren Frauenmord gekommen: Gegen 14.45 Uhr soll ein 46-jähriger Mann mit einer Faustfeuerwaffe seiner am Esstisch sitzenden 42-jährigen Ehefrau in den Hinterkopf geschossen haben, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Nach der Tat verständigte der Ehemann, ein gebürtiger Deutscher, über Notruf die Polizei und ließ sich ohne Widerstand festnehmen. Als die Einsatzkräfte in der Wohnung des Paares eintrafen, zeigte das Opfer noch Lebenszeichen. Die Frau wurde ins Kepler Uniklinikum nach Linz geflogen, wo sie am Abend ihren schweren Kopfverletzungen erlag. Die Staatsanwaltschaft Wels hat die Obduktion der Leiche angeordnet. Der 46-Jährige legte bei seiner Einvernahme ein Geständnis ab, es wurde Untersuchungshaft beantragt. Er gab bei seiner Befragung an, dass es zwischen den Eheleuten immer wieder zu Konflikten gekommen war. Behördlich war der Mann bisher völlig unauffällig, es sei nie ein Betretungsverbot ausgesprochen worden, hieß es bei der Polizei. In dem Wohnhaus stellte die Polizei neben der Tatwaffe, die auf den 46-Jährigen zugelassen ist, drei weitere ebenfalls legale Langwaffen sicher.

Politische Reaktionen

Der Femizid, der erste in diesem Jahr, sorgte für zahlreiche Reaktionen auf politischer Ebene. Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenringes, forderte die sofortige Einrichtung eines Krisenstabes, der sich ausschließlich mit Gewalt gegen Frauen befasst. Außerdem müsse dringend über ein Waffenverbot in privaten Haushalten diskutiert werden.

Eva-Maria Holzleitner, Frauenvorsitzende der SPÖ, forderte erneut einen nationalen Aktionsplan Gewaltschutz. Auch NEOS-Frauensprecherin Henrike Brandstötter sprach sich für besseren Gewaltschutz aus. „Die verantwortliche Ministerin Susanne Raab ist hier viel zu wenig entschlossen und agiert defensiv“, kritisierte sie.

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