Knall läutete Katastrophe ein

Welt / 12.01.2022 • 22:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Costa-Concordia-Katastrophe ist eines der größten Kreuzfahrt-Unglücke der Geschichte. Kapitän Schettino musste als Einziger ins Gefängnis: 16 Jahre Haft. RTS
Die Costa-Concordia-Katastrophe ist eines der größten Kreuzfahrt-Unglücke der Geschichte. Kapitän Schettino musste als Einziger ins Gefängnis: 16 Jahre Haft. RTS

Vor zehn Jahren Kreuzfahrt-Unglück im Mittelmeer mit 32 Toten.

Goglio Zunächst ist da dieser Knall. Das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia vibriert, Reisende halten sich am Mobiliar fest, Geschirr fällt zu Boden, dann geht das Licht aus. Mehr als 4220 Menschen an Bord ahnen noch nichts von der Katastrophe, die sie in den nächsten Stunden erleben werden. Auf der Kommandobrücke können Kapitän Francesco Schettino und seine Offiziere nicht fassen, einen Felsen gerammt und ihr Schiff auf der Seite aufgeschlitzt zu haben. Es ist ein fataler Fehler, der 32 Menschen am 13. Januar 2012 das Leben kosten wird, darunter zwölf Deutsche. Von den 77 Österreichern an Bord überleben alle. Heute jähren sich die Havarie und der Teiluntergang der Costa Concordia vor der kleinen italienischen Mittelmeerinsel Giglio zum zehnten Mal.

Zum Jahrestag gedenkt die Insel des Unglücks. Es wird ein Kranz niedergelegt vor der Marienstatue, die zu Ehren der Opfer im Hafen aufgestellt ist, daneben stehen auf einer Tafel die Namen der 32 Toten. Am Abend um 21.45 Uhr werden im Hafen Sirenen aufheulen – so wie jedes Jahr am 13. Januar.

Betroffene oder Angehörige werden nur wenige erwartet, unter anderem wegen Corona. Für viele sei die Vorstellung, nach Giglio zu kommen, zu bedrückend, sagt Hans Reinhardt. Der Anwalt betreute 30 Passagiere der Costa Concordia, handelte Schadenersatz aus und trat im Strafprozess gegen Kapitän Schettino als Nebenkläger auf. Schettino wurde unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung 2015 zu 16 Jahren Haft verurteilt.

Die meisten Passagiere haben ein Schadenersatzangebot für 14.000 Euro pro Person angenommen. Vergessen ist der 13. Januar 2012 deswegen noch nicht. „Manche sagen, es käme ihnen vor, als sei das gestern gewesen“, erzählt Reinhardt.

Knall läutete Katastrophe ein

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