Ölattacke auf Klimt-Gemälde

Welt / 15.11.2022 • 22:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bei der Aktion wurde das Bild „Tod und Leben“ von 1915 nicht beschädigt, es hing hinter einem Glasschutz. Danach klebte sich einer der Aktivisten an den Rahmen. APA/Letzte Generation
Bei der Aktion wurde das Bild „Tod und Leben“ von 1915 nicht beschädigt, es hing hinter einem Glasschutz. Danach klebte sich einer der Aktivisten an den Rahmen. APA/Letzte Generation

Klimaschutzaktivisten protestierten im Leopold Museum. Das Kunstwerk blieb unversehrt.

Wien Klimaaktivisten der Gruppe „Letzte Generation“ haben Dienstagvormittag im Wiener Leopold Museum das Gemälde „Tod und Leben“ von Gustav Klimt mit schwarzer, öliger Flüssigkeit überschüttet. Ein Video und Bilder der Aktion teilte die Gruppe auf ihrem Twitteraccount, ein Sprecher des Museums bestätigte den Vorfall gegenüber der APA. Eine Person habe sich zudem am Glas, das das Werk schützt, festgeklebt. Beschädigt wurde das Kunstwerk laut einer ersten Bestandsaufnahme dabei nicht. Während das Team der Restaurierung hinsichtlich des Bildes Entwarnung gab, sei der Schaden am Glas und an der Sicherheitsrahmung sowie an Wand und Boden „evident und erheblich“. Hans-Peter Wipplinger, Direktor des Leopold Museums, bezeichnete die Anliegen der Klimaaktivisten zwar als berechtigt, „aber der Angriff auf Kunstwerke ist definitiv der falsche Weg, um das angepeilte Ziel, die Verhinderung des prognostizierten Klimakollaps“, umzusetzen. Museen seien bewahrende Institutionen und ein Paradebeispiel für Nachhaltigkeit. Er appellierte an die „Letzte Generation“, andere Wege für das Kundtun ihrer Anliegen zu finden.

Flüssigkeit in der Wärmeflasche

Anlässlich des Leopolditags gab es im Museum freien Eintritt, als Sponsor trat die OMV auf. Trotz genauer Kontrollen – so mussten etwa Taschen abgegeben werden -, hätten die Aktivisten die Flüssigkeit in einer Wärmflasche unter ihrer Kleidung ins Museum geschleust. Polizei und Rettung seien in kürzester Zeit vor Ort gewesen und haben die Daten der Aktivisten aufgenommen. Sie bezeichneten auf ihrem Twitteraccount neue Öl- und Gasbohrungen als „Todesurteil für die Menschheit“. Aktivistinnen und Aktivisten starteten in den vergangenen Monaten ähnlich Aktionen in vielen Ländern in Europa.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.