Zurück in der Schneespur

Wetter / 11.11.2012 • 19:31 Uhr
Eveline Morandell lebt, was sie lehrt: Beim legendären „Weißen Ring“ stand sie schon öfters auf dem Stockerl ganz oben. Foto: Privat
Eveline Morandell lebt, was sie lehrt: Beim legendären „Weißen Ring“ stand sie schon öfters auf dem Stockerl ganz oben. Foto: Privat

Eveline Morandell sieht selbstständige Skilehrer und Skischulen künftig vereint wedeln.

klösterle. (VN-mm) Sie freut sich wie die sprichwörtliche Schneekönigin auf den Winter. Denn Skifahren ist die große Leidenschaft von Eveline Morandell. Eine Leidenschaft, die sie zum Beruf gemacht hat. „Zum Traumberuf“, wie sie unterstreicht. Seit 20 Jahren arbeitet die gebürtige Wienerin schon als Skilehrerin in Lech. Das weitläufige Wintersportgebiet am Arlberg hat sie während ihrer Ausbildung in St. Christoph kennengelernt und ist seitdem fasziniert davon. „Hier möchte ich bleiben“, sagt Eveline Morandell.

Zum Verband formiert

Sie wird es wohl tun. Jetzt, wo die Querelen um das neue Skischulgesetz ausgestanden scheinen, schöpfen sie und ihre Kollegen, die als selbstständige Skilehrer arbeiten, neuen Mut. Auch weil bei der letzten Jahreshauptversammlung des Skischulverbands einer aus ihren Reihen, nämlich Alexander Walch, „mit überwältigender ­Zustimmung“ in den Ausschuss dieses Gremiums gewählt wurde. „Es war ein schönes Gefühl“, sagt Eveline Morandell. Die Aktion insgesamt bewertet sie als „positives ­Signal nach außen“. Aber auch selbst hat man sich formiert. Seit Kurzem gibt es im Rahmen der Interessengemeinschaft der Staatlichen Skilehrer Österreichs (IGSSÖ) einen Landesverband Vorarlberg. Die Mitgliedschaft ist freiwillig. Zur ersten Versammlung kamen 50 der insgesamt 170 selbstständigen Skilehrer. „Es geht nur gemeinsam“, ist Eveline Morandell, die dem Vorstand der IGSSÖ Vorarlberg angehört, überzeugt. „Wir sind alle Berufsskilehrer, egal ob angestellt oder selbständig, und haben die Aufgabe, unsere Tätigkeit am Berg anzubieten“, meint sie mit resoluter Stimme. Wobei im Zentrum aller Überlegungen der Gast stehen müsse. Auslöser für die Novellierung des Skischulgesetzes durch das Land war die von der Gebietskrankenkasse geforderte Versicherungspflicht für Skilehrer. Sie seien als angestellte Mitarbeiter anzumelden, hieß es. Um einen Exodus auf den Pisten zu vermeiden, wurde für staatlich geprüfte Skilehrer die Möglichkeit geschaffen, sich mit Einzelkonzession selbständig zu machen. „Viele sahen sich aus finanziellen Gründen gezwungen, diesen Weg zu gehen“, erklärt Eveline Morandell. Beim Skischulverband kam das gar nicht gut an. Was die Sportwissenschafterin aber versteht. „Schließlich ist ein lange gewachsenes Monopol aufgebrochen“, merkt sie an. So etwas erzeuge Widerstand.

Kooperation vorstellbar

Auch hätten viele Kolleginnen und Kollegen aufgrund von Gehaltseinbußen aufgehört. Vor allem die Unterkünfte sind laut Morandell sehr teuer. „Darunter leiden alle Skilehrer, nicht nur die am Arlberg“, betont sie. Hier müssten Gemeinden, Skischulen und Skilehrer gangbare Lösungen suchen. Ein Anfang sei mit dem Skilehrerhaus, das die Skischule Lech in Dalaas errichten lässt, getan, so Eveline Morandell. Außerdem hätten die Konzessionierten einen guten Weg der Zusammenarbeit mit den Hoteliers gefunden. Ebenso kann sie sich eine Kooperation mit Skischulen vorstellen. Nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung. „Der Kernbereich der Skischulen sind die Kinder- und Gruppenkurse. Die selbstständigen Skilehrer könnten dafür sorgen, dass den Skischulen auch die Privatgäste bleiben“, spinnt Eveline Morandell schon Zukunftsvisionen. Sie selbst will auf jeden Fall noch lange „möglichst viele Menschen zur körperlichen Betätigung in der Natur“ animieren. Diesen Auftrag lebt sie mit Begeisterung.

Im Zentrum aller Überlegungen muss der Gast stehen.

Eveline Morandell

Zur Person

Eveline Morandell

Geboren: 1. Dezember 1974 in Wien

Wohnort: Klösterle

Familienstand: verheiratet

Tätigkeiten: Skilehrerin, Skiführerin, Gesundheitscoach

Hobby: Gesundheitsberatung