Lichtblick für die Ärmsten

Wetter / 04.04.2014 • 18:11 Uhr
Manuela Kräuter hat keine Berührungsängste, wenn es um Hilfe für benachteiligte Menschen geht.  Foto: LFW
Manuela Kräuter hat keine Berührungsängste, wenn es um Hilfe für benachteiligte Menschen geht. Foto: LFW

Manuela Kräuter engagiert sich bei „Licht für die Welt“ in afrikanischen Ländern.

Wien. Dornbirn. (VN-mm) Mit gut 20 zog es Manuela Kräuter in die Ferne. Doch ihren Dialekt hat sie sich bewahrt. „Im Herzen bin ich nach wie vor eine echte Dornbirnerin“, bekräftigt sie mit starker Stimme. Hier ist sie aufgewachsen, und hier lernte sie schon in der Schule, was ein Klassenunterschied bedeutet. Manuela sah „die Reichen vom Zanzenberg“ auf der einen und die „Bauernkinder von Kehlegg“ auf der anderen Seite. Das sensibilisierte sie, gegen Ungerechtigkeiten aufzutreten. Die junge Frau ging in die Entwicklungshilfe und engagierte sich für Umweltschutzorganisationen. Seit zehn Jahren arbeitet Manuela Kräuter als Leiterin der Programmabteilung Afrika bei „Licht für die Welt“. Es ist eine Tätigkeit, an die sie glaubt und die für die Ärmsten im wahrsten Sinne des Wortes oft einen Lichtblick darstellt.

Hilfe für entlegene Regionen

Wer Manuela Kräuter zuhört, merkt sehr schnell den Ernst und die Hingabe, die in ihren Erzählungen stecken. Solidarität ist für sie nicht nur ein Schlagwort. Sie versucht, so viel wie möglich davon dorthin zu bringen, wo bitterste Armut ein menschenwürdiges Leben kaum zulässt. „Viele Erkrankungen entstehen ebenfalls aus der Armut heraus“, weiß sie.

Bei „Licht für die Welt“ ist die in Wien wohnhafte Vorarlbergerin für Äthiopien, Mosambik und Burkina Faso zuständig. Manuela Kräuter reist auch viel. Sie möchte sehen, wie die durch Spenden aufgebrachte Unterstützung ankommt. Und es berührt sie stets aufs Neue, wenn eine einfache Augenoperation eine ganze Familie aus der Abhängigkeit dieser Behinderung löst. Sie war auch dabei, als ein vom Land Vorarlberg und der Teilengruppe aus Dornbirn finanziertes Ambulanzfahrzeug in Äthiopien übergeben wurde. Damit können Ärzteteams nun Hilfe selbst in entlegene Regionen bringen.

Obwohl ihr Engagement für Außenstehende wie ein ­Tropfen auf den heißen Stein wirken muss: Manuela Kräuter liegt Pessimismus fern. „Es haben sich sehr wohl schon Systeme und Strukturen verändert“, betont sie und führt als Beispiel Burkina Faso an, wo der Staat inzwischen bereit ist, Kinder mit Behinderung in Schulen aufzunehmen. Wichtig sei jedoch ein partnerschaftliches Miteinander. „Nur gemeinsam können wir etwas einfordern und zum Besseren verändern“, sagt Manuela Kräuter. Aus dieser Überzeugung schöpft die Ehefrau und Mutter auch ihre Kraft und Motivation.

Nur gemeinsam können wir etwas zum Besseren verändern.

Manuela Kräuter

Zur Person

Manuela Kräuter

Geboren: 11. Juli 1964 in Dornbirn

Wohnort: Wien

Familienstand: verheiratet, 1 Sohn

Beruf: Leiterin der Programmabteilung Afrika bei „Licht für die Welt“

Hobbys: Wandern, Reiten, Lesen, Musik, Tanzen