Spaß an der Bewegung

Wetter / 18.11.2014 • 18:25 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Martin Strobl gibt unterstützende Tipps beim Barrenturnen. Foto: Daw
Martin Strobl gibt unterstützende Tipps beim Barrenturnen. Foto: Daw

Mit Herzblut engagiert sich Martin Strobl für den Turnverein Jahn Lustenau.

Lustenau. (VN-daw) Mit viel Geduld erklärt er die nächste Turnübung, hilft bei deren Ausübung: „Stützt euch mit den Armen am Barren ab und versucht, in der Haltung zu bleiben, aber gleichzeitig mit den Füßen eine Schere zu machen.“ Die Worte aus seinem  Mund verfehlen die Wirkung nicht. Martin Strobl weiß um die Schwierigkeiten des Turnsports, aber er ist geduldig. Auch wenn nicht immer alles auf Anhieb klappt, er weiß zu motivieren. Er will bei den Burschen die Begeisterung für den Sport wecken. Nicht alle Kinder, die zum Training erscheinen, schaffen schlussendlich den Sprung zum Wettkampfturner. So steht nicht der Leistungsgedanke im Vordergrund, vielmehr ist es der Spaß an der Bewegung. „Zu mir können auch weniger sportliche Kinder kommen. Als wichtig erachte ich vielmehr die Möglichkeit, mit Spaß den Sport ausüben zu können.“ Gerade in der heutigen Zeit, in der Kinder immer mehr Zeit vor dem Computer verbringen, stellt der Turnsport für ihn einen idealen Ausgleich dar.

Selbst nie bei einem Turnverein

Seit 15 Jahren ist Strobl nunmehr Vereinsmitglied bei der TS Jahn Lustenau. Einmal pro Woche ist er in der Jahnturnhalle anzutreffen. Dann gibt er sein Wissen weiter, obwohl er selbst als Kind nie bei einem Turnverein war. Vieles hat er sich in Eigenregie angeeignet. So kann der heute 49-Jährige Übungen am Reck und anderen Turngeräten ohne große Probleme vorzeigen. „Ich war schon früher sportlich und habe immer gern geturnt. Als Kind bin ich über jeden Zaun gesprungen und war auch in der Schule im Turnunterricht einer der Besten“, erinnert sich der Dornbirner, der vor 25 Jahren nach Lustenau kam. Die wöchentliche Trainingseinheit mit den Kindern nutzt er deshalb auch dazu, sich selbst fit zu halten. „So bleibe ich immer in Bewegung“, lacht er.

Die angesprochene Fitness braucht er für seine zweite große Leidenschaft. Strobl sammelt Mineralien aller Art und nimmt dafür Klettertouren in den Bergen auf sich. „Ohne die Beweglichkeit, die ich mir durch das Turnen hole, würde mir das Klettern mit Sicherheit nicht derart leichtfallen.“

Turnen erfordert Konsequenz

Um im Spitzensport Fuß zu fassen, braucht es laut dem Übungsleiter enormes Durchhaltevermögen und einen eisernen Willen. Der Kunstturnsport verlangt tägliche Trainingseinheiten, was nicht immer leicht ist. Die letztlich mangelnde Konsequenz ist für Strobl mit ein Grund, warum sich Jugendliche früher oder später anderen Dingen zuwenden. „Viele versuchen sich auch in anderen Sportarten, wie Fußball oder Leichtathletik. Allerdings kommen sie auch öfter wieder zum Turnsport zurück. Einfach weil sie merken, dass sie durch das Turnen fitter bleiben.“ Stolz ist er ob der Tatsache, dass die TS Jahn Lustenau immer wieder erfolgreiche Spitzenturner hervorbringt. „Es gibt immer wieder Talente, die den Sprung schaffen. Auch wenn man als Hobby- und Breitensporttrainer nicht direkt für die Erfolge verantwortlich ist, so erfüllt es einen doch mit Freude“, erklärt Strobl.

Die gute Entwicklung des Turnsports zeigt sich auch daran, dass die TS Jahn nach 2006 und 2010 nunmehr zum dritten Mal die österreichischen Meisterschaften austragen darf. Am Wochenende werden sich in der Gymnasiumhalle in Lustenau die besten rot-weiß-roten Turner und Turnerinnen messen.

Fähnrich und im Geräteteam

Den nötigen Aufbau der Geräte übernimmt Strobl mit anderen fleißigen Helfern. „Ich mache die Arbeit sehr gerne und freue mich, auf diese Weise dem Verein helfen zu können.“ Stolz ist der gelernte Zimmermann auch auf seine Rolle als Fähnrich beim Verein. „Es ist wirklich eine Ehre für mich, bei Events, etwa dem Landesturnfest, den Verein mit der Fahne repräsentieren zu dürfen“, so Strobl.

Ich bin schon als Kind über jeden Zaun gesprungen.

Manfred Strobl
Martin Strobl gibt unterstützende Tipps beim Barrenturnen. Foto: Daw
Martin Strobl gibt unterstützende Tipps beim Barrenturnen. Foto: Daw

Zur Person

Martin Strobl

seit 15 Jahren bei der TS Jahn Lusten­au, nunmehr als Trainer tätig.

Geboren: 27.06.1965

Beruf: Zimmermann

Familie: verheiratet, zwei Kinder

Hobbys: Singen, Turnen, Mineralienverein