Wenn man Träume lebt

Er lebt seine Jugendträume. Elmar Dünser ist Tischler und spielt Trompete.
Thüringerberg. (VN-kum) Am kommenden Wochenende geben in Thüringerberg Musikanten den Ton an. Das Bezirksmusikfest geht über die Bühne. Es werden an den drei Tagen mehr als 30 Kapellen und 6000 Besucher erwartet.
Für das Gemeinwohl
Der Musikverein Thüringerberg hat das Fest organisiert. Sein Obmann Elmar Dünser hat die Veranstaltung mit auf die Beine gestellt. Er trieb Sponsoren auf und warb mehr als 30 Festführer an, die fürs leibliche Wohl der Musikanten sorgen werden. Außerdem war Dünser für den Zeltaufbau zuständig.
Zu diesem ehrenamtlichen Engagement musste man ihn nicht überreden, denn: „Mir ist das Gemeinwohl wichtig und dass im Dorf etwas Schönes veranstaltet wird, an dem auch die Jugend Freude hat.“ Der 46-Jährige setzt sich gern für seine Mitmenschen ein: „Ich habe eine soziale Ader“, und übernimmt auch gerne Verantwortung. „Schon als Lehrbub trug ich Verantwortung. Ich schreinerte Möbel in Eigenregie.“
Seit drei Jahren Obmann
Der Sohn eines selbstständigen Tischlers verwirklichte seine Jugendträume. „Als Kind wollte ich Schreiner werden und ein Blasinstrument spielen.“ Dünser begann in der Musikhauptschule, Trompete zu lernen. Mit 14 trat er als Trompeter dem Musikverein Thüringerberg bei. „Dort war ich als Musiker gefordert.“ Aber das gemeinsame Musizieren machte ihm großen Spaß. „Ich bin ein geselliger Typ.“
Mit 24 wurde er Kassier des Vereins. „Damals gab es bei uns noch keine Computer. Ich habe ein Kassabuch geführt und alles händisch eingetragen.“ Die Funktion des Kassiers hatte er 20 Jahre inne. Vor drei Jahren übernahm er die Leitung der Organisation. „Ich habe das Amt des Vorsitzenden angenommen, weil es mich interessiert hat. Aber ich wusste nicht, was auf mich zukommt.“ Als Obmann obliege es ihm, den Verein zusammenzuhalten und ihn in der Öffentlichkeit zu vertreten. „Ich muss Termine im Dorf wahrnehmen, auf Sitzungen gehen, mit anderen Vereinen kommunizieren, auf Konzerte von Nachbarkapellen gehen und Reden schreiben und halten“, beschreibt er weitere Aufgaben. Auch bei den Proben müsse er immer dabei sein. „Denn als Obmann hast du eine Vorbildfunktion, vor allem für die Jungmusikanten.“ Rund 30 Mal im Jahr rücke seine Kapelle aus. „Wir spielen auf Beerdigungen und Musikfesten, an kirchlichen Feiertagen, bei Jubiläen und beim Frühjahrskonzert und Polka-Nachmittag.“ Der Thüringerberger ist stolz auf seine 37 Musikanten. „Wir müssen uns nicht schämen. Unser musikalisches Niveau ist relativ hoch.“ Für ihn als Leiter des Vereins ist es das Schönste, „wenn ich sehe, dass es den Musikanten Spaß macht und sie zufriedene Gesichter haben. Das macht auch mich froh.“ Es freut ihn, dass seine Leute im Dorf gut integriert sind und sich Jung und Alt gut verstehen. Kameradschaft und Disziplin werden bei ihm großgeschrieben. „Das ist für mich das Wichtigste.“
Mehr Arbeit als gedacht
Dünser, der im Jahr 2000 die Tischlerei seines Vaters übernommen hat, gibt zu, dass die Obmann-Tätigkeit mehr Arbeit macht, als er dachte. „Aber es ist für mich kein Stress, weil ich es gern mache.“ Doch wie verträgt sich sein Engagement für die Musik mit seiner Selbstständigkeit? „Das ist reine Einteilungssache. Die Büroarbeiten erledige ich in der Nacht.“ Alles zusammen gehe aber nur mit einer verständnisvollen Frau, räumt der zweifache Vater ein.
Kameradschaft und Disziplin sind für mich das Wichtigste.
Elmar Dünser
Zur Person
Elmar Dünser
Als Obmann des Musikvereins Thüringerberg hat er das Bezirksmusikfest mitorganisiert.
Geboren: 5. Dezember 1968
Ausbildung: Tischlermeister
Familie: verheiratet, zwei Kinder
Hobbys: Musizieren, Radfahren