Die Natur als Lebensraum

28.09.2015 • 16:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Johanna Kronberger weiß, wie man mit einer Sense umgeht; sie hat das Werkzeug fest im Griff.  Foto: stiplovsek
Johanna Kronberger weiß, wie man mit einer Sense umgeht; sie hat das Werkzeug fest im Griff.  Foto: stiplovsek

Als Gebietsbetreuerin für den Ludescherberg lebt Johanna Kronberger ihr Hobby.

Ludesch. (VN-mm) Am liebsten ist Johanna Kronberger draußen. Schon als Kind hat sie sich die Natur zum bevorzugten Lebensraum erkoren, hat sich jede Pflanze und alles, was kreucht und fleucht, genau angesehen. „Ich musste jeden Frosch in die Hand nehmen“, erzählt die junge Frau mit einem fröhlichen Lachen. Da lag es nahe, das Hobby zum Beruf zu machen. Kronberger studierte in Wien Naturschutz- und Biodiversitätsmanagement, absolvierte ein Verwaltungspraktikum in der Umweltschutzabteilung des Landes und blieb dort hängen. Herbert Erhart, Leiter des Projekts „Naturvielfalt“, packte die Hohenemserin bei ihrer Leidenschaft. „Er fragte mich, was ich gerne tun möchte, und ich sagte ihm, ich würde gerne die Betreuung eines Naturschutzgebietes übernehmen“, schildert Johanna Kronberger ihren weiteren beruflichen Weg.

Bewusstsein bilden

Inzwischen steckt sie mittendrin in der Übernahme des Natura-2000-Gebiets Ludescherberg. Jutta Sorapera, die bisherige Gebietsbetreuerin, geht nämlich demnächst in Pension. Rund 377 Hektar umfasst der seit Anfang 2003 als Schutzgebiet ausgewiesene Ludescherberg. Seine Fläche erstreckt sich von Ludesch bis Raggal. „Beim Schutzgut handelt es sich hauptsächlich um Magerwiesen“, erklärt Johanna Kronberger. Magerwiesen sind deshalb wertvoll, weil sie Refugien für seltene Tiere und Pflanzen bilden. „Es ist wichtig, zu dem zu schauen, was wir noch haben“, merkt die engagierte Naturfreundin an. Dazu gehört auch, die Öffentlichkeit für die Naturschätze zu sensibilisieren. Denn viel werde als selbstverständlich angenommen. Deshalb führt die Biologin gerne auch Exkursionen durch.

Oder sie geht mit Freiwilligen ins Feld. So wie gestern, Montag, als der Alpenverein mit der Firma Mondelez einen Freiwilligentag organisierte. Johanna Kronberger, die beim Alpenverein als Naturschutzreferentin tätig ist, nutzte die Gelegenheit und ließ eine Freiwilligengruppe am Ludescherberg Entbuschungsarbeiten durchführen. Natürlich packte sie, ebenso wie der Landwirt, dem der Grund gehört, auch selbst mit an. Ihr Verhältnis zu den Bauern bezeichnet Kronberger als gut. „Wenn sie merken, dass man von der Thematik eine Ahnung hat, ist es kein Problem“, hat sie festgestellt. Und an Ahnung mangelt es der erfrischend fröhlichen Frau wahrlich nicht. Schließlich stammt
sie selbst aus einer Bauernfamilie. Sie weiß, wie bedeutend die Arbeit der Bauern ist: „Sie erhalten unsere Landschaft.“

Neues entdecken

Als Gebietsbetreuerin will auch sie einen Beitrag leisten. Vollzeitjob ist es keiner, aus diesem Grund arbeitet Johanna Kronberger noch beim Alpenverein, betreut den Alpengarten bei der Lindauer Hütte und führt Kartierungsarbeiten durch. Doch sie tut all das gerne. „Der Ludescherberg ist ein Ort, wo sich immer noch neue Dinge entdecken lassen“, schwärmt sie von einer immer wieder spannenden Tätigkeit. Vor allem während der Blüh- und Mähzeit ist Kronberger im Gelände unterwegs und schaut zum Rechten. Eher ruhig geht es im Winter zu. Während dieser Zeit betreibt sie Öffentlichkeitsarbeit. „Ein Bewusstsein für die Natur schaffen“, nennt sie es schlicht und einfach. So wie Johanna Kronberger arbeiten im Rahmen des Projekts „Naturvielfalt“ etwa zwanzig bis dreißig Gebietsbetreuer an der Erhaltung der Vielfalt mit. Zum Teil sind auch Waldaufseher mit Gebietsbetreuungsfunktionen ausgestattet. Johanna Kronberger hat jedenfalls gefunden, was sie beruflich gesucht hat.

Die Arbeit der Landwirte ist wichtig. Sie erhalten unsere Landschaft.

Johanna Kronberger

Zur Person

Johanna Kronberger

Geboren: 23. Februar 1988 in Hohenems

Wohnort: Muntlix

Familienstand: ledig

Beruf: Biologin

Hobbys: Wandern, Natur, Berge