Einfach aufs Herz gehört

Wetter / 06.10.2015 • 18:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Sandra Haid hat sich an ihrer neuen Arbeitsstelle in der Kirchstraße in Bregenz schon gut eingelebt. Foto: vn/mm
Sandra Haid hat sich an ihrer neuen Arbeitsstelle in der Kirchstraße in Bregenz schon gut eingelebt. Foto: vn/mm

Sandra Haid wechselte von der Wirtschaftsberatung in den sozialen Bereich.

bregenz. (VN-mm) Der Kopf sagte: „Mach’, was du kannst.“ Das Herz konterte: „Mach’, was du willst.“ Letztlich hörte Sandra Haid auf ihr Herz und ist glücklich mit dieser Entscheidung. Seit Anfang Oktober sorgt sie als neue Landeskoordinatorin dafür, dass die START-Stipendiaten eine gute Betreuung erfahren.

Derzeit sind 24 junge Leute mit Migrationshintergrund im Programm. Seit 2009, als die Piz Buin-Stiftung das Stipendienprogramm auch in Vorarlberg etablierte, konnten 37 Jugendliche erfolgreich in ein Studium begleitet werden. 

Perspektiven gesucht

Obwohl erst kurz in der neuen Funktion, ist Sandra Haid schon dort angekommen. Mit hör- und sichtbarer Freude erzählt sie von der neuen Aufgabe, zu der sie allerdings erst über viele Umwege kam. „Als Mädchen habe ich davon geträumt, Flugbegleiterin zu werden“, plaudert sie aus dem Nähkästchen. Es klappte tatsächlich. Zwei Jahre flog die Vorarlbergerin durch die Welt. Dann fehlte ihr die Perspektive. Schließlich entschied sie sich dafür, internationale Betriebswirtschaft mit den Sprachenschwerpunkten Englisch, Spanisch und Französisch zu studieren. „Ich wollte meine Sprachkenntnisse weiter nützen“, sagt Sandra Haid. Nach einigen Jahren in der Privatwirtschaft, wo sie als Beraterin tätig war, sattelte sie gründlich um. Sie verbrachte ein Bildungsjahr in Südamerika. Dort bekam sie es zum ersten Mal mit Kindern und Jugendlichen zu tun. „Ich habe sie betreut und begleitet, und sie haben mir die Sprache beigebracht. So haben beide Seiten profitiert“, berichtet sie mit glänzenden Augen.

Diese Zeit veränderte viel für Sandra Haid. Sie wollte in diesem Bereich arbeiten, war Feuer und Flamme dafür, wie sie anmerkt. Aber noch einmal hieß es zurück in die Privatwirtschaft. Wobei sie nichts missen möchte. „Jede Erfahrung ist wichtig“, lautet ihr Credo. Doch die Kinder fehlten ihr. Das Lachen, die Begeisterung: Sandra Haid vermisste das alles.

Gelegenheit genutzt

Als START eine neue Landeskoordinatorin suchte, packte sie die Gelegenheit beim Schopf. „Hier kann ich meine wirtschaftlichen Erfahrungen und soziales Engagement optimal verbinden“, freut sich die leidenschaftliche Bergsteigerin. Die erste Begegnung mit den Stipendiaten und deren unterschiedlichen Kulturen beschreibt sie lachend als „hart, aber herzlich“. Mittlerweile ist Sandra Haid auch mit Flüchtlingen befasst. Für sie möchte sie nachhaltige Projekte organisieren.

Als Mädchen träumte ich davon, Flugbegleiterin zu werden.

Sandra Haid

Zur Person

Sandra Haid

Geboren: 3. Oktober 1981 in Zams

Wohnort: Lauterach

Familienstand: Partnerschaft

Beruf: START-Landeskoordinatorin

Hobbys: Natur, Bergsteigen, Skitouren, Yoga